23. März 2022 / 18:56 Uhr

Bericht: UEFA verschärft Financial Fairplay - Straf-Abstiege zwischen Europapokal-Wettbewerben möglich

Bericht: UEFA verschärft Financial Fairplay - Straf-Abstiege zwischen Europapokal-Wettbewerben möglich

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die UEFA will das Financial Fairplay reformieren - das könnte Auswirkungen auf die Champions League haben
Die UEFA will das Financial Fairplay reformieren - das könnte Auswirkungen auf die Champions League haben © IMAGO/motivio
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Die UEFA will das Financial Fairplay reformieren und verschärfen. Klubs könnten bei Verstößen künftig auch aus der Champions League oder Europa League absteigen. Eine Gehaltsobergrenze ist einem Bericht der "New York Times" zufolge allerdings vom Tisch. 

Verschärftes Financial Fairplay, ja - Gehaltsobergrenze, nein. Das reformierte Finanzkontrollsystem der Europäischen Fußball-Union UEFA sieht einem Bericht zufolge keine Gehaltsobergrenze vor. Laut der New York Times sollen die Klubs stattdessen verpflichtet werden, nicht mehr als 70 Prozent der Einnahmen für beispielsweise Transfers und Gehälter auszugeben.

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Die Zeitung beruft sich auf namentlich nicht genannte Quellen aus dem Umfeld der Reformverhandlungen. Entschieden werden soll über das neue System demzufolge bei der kommenden UEFA-Exekutivkomiteesitzung Anfang April.

Schrittweise Einführung der 70-Prozent-Regel

Der Plan sieht vor, nach Einführung der Reform sich den besagten 70 Prozent über drei Spielzeiten Schritt für Schritt zu nähern, beginnend mit 90 Prozent. Unter bestimmten Umständen soll es einzelnen Teams ausnahmsweise dennoch gestattet sein, dass die Ausgaben die Einnahmen mit bis zu zehn Millionen Dollar (ca. 9,1 Mio. Euro) übersteigen - vorausgesetzt, der Klub hat zuvor keine Schulden gemacht und sich stets an die Regeln des Kontrollsystems gehalten.

Nach dem neuen System hat die UEFA das Recht, Regelverstöße sowohl sportlich als auch finanziell zu ahnden. Dazu gehören Geldstrafen, die Androhung eines Ausschlusses und zum ersten Mal die Möglichkeit, Mannschaften zwischen den drei Europapokal-Wettbewerben absteigen zu lassen. Ein Team in der Champions League könnte zum Beispiel wegen eines finanziellen Regelverstoßes in die zweitklassige Europa League absteigen müssen.

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In der UEFA wird seit Monaten über eine Reform des Financial Fair Play diskutiert. Dieses sieht im Grundsatz vor, dass die am Europapokal teilnehmenden Vereine nicht deutlich mehr ausgeben dürfen, als sie einnehmen. In der Vergangenheit wurden die Regeln aber immer wieder umgangen - insbesondere von Vereinen, die durch Investoren oder Staaten alimentiert werden.

Bayern-Boss Oliver Kahn äußert Hoffnung

Oliver Kahn, Vorstandschef des FC Bayern und stellvertretender Vorsitzender der europäischen Klub-Vereinigung ECA, bestätigte den Zeitungen tz und Münchner Merkur den Bericht zu bevorstehenden Reformen des Financial Fair Play. "In der ECA wird derzeit das sogenannte Financial Sustainability, der Nachfolger des Financial Fair Play entwickelt. Ich habe die Hoffnung, dass die ständige Aufwärtsentwicklung der Gehälter und Transfersummen durch diese Reform zumindest gebremst wird", sagte Kahn am Mittwoch.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin soll ein Fan der Gehaltsobergrenze gewesen sein. Auch über eine Art Luxussteuer für Vereine, die zu viel ausgeben, war berichtet worden. Anfang Februar hatte sich auch die neue Geschäftsführerin der Deutschen Fußball Liga, Donata Hopfen, für eine Gehaltsobergrenze ausgesprochen. Der Fußball würde sich einen Gefallen tun, wenn man die Spielergehälter regulieren würde, sagte die 45-Jährige im Interview der Bild am Sonntag.

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