19. April 2021 / 19:51 Uhr

Berichte: UEFA berät über sofortigen Ausschluss der Super-League-Klubs aus dem Europapokal

Berichte: UEFA berät über sofortigen Ausschluss der Super-League-Klubs aus dem Europapokal

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hat die umstrittene Gründung der Super League unmittelbare Konsequenzen für Champions League und Europa League?
Hat die umstrittene Gründung der Super League unmittelbare Konsequenzen für Champions League und Europa League? © IMAGO/Montage
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Zündet die UEFA nach dem Wirbel um die geplante Super League von zwölf abtrünnigen Spitzenvereinen aus England, Spanien und Italien die nächste Eskalationsstufe? Laut übereinstimmenden Medienberichten will der Verband beraten, ob die rebellischen Klubs aus dem aktuellen Wettbewerb geworfen werden sollen.

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Die avisierte Gründung der mit heftiger Kritik überzogenen und nicht mit der UEFA abgestimmten Super League könnte für die noch im Europapokal verbliebenen Gründungsmitglieder unmittelbare Konsequenzen haben. Wie mehrere Medien, darunter der Daily Telegraph sowie Spox und Goal, berichten, soll im Laufe dieser Woche entschieden werden, ob es zu einem sofortigen Ausschluss der Rebellen aus der Champions League sowie der Europa League kommen soll.

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Laut Spox und Goal soll es bereits am Dienstag ein erstes Meeting geben, in dem über das Schicksal der Halbfinal-Teilnehmer FC Chelsea, Manchester City und Real Madrid (Champions League) sowie FC Arsenal und Manchester United (Europa League) beraten wird. Die übrigen Klubs, die es in die Vorschlussrunde geschafft haben (Paris Saint-Germain in der Königsklasse sowie die AS Rom und FC Villarreal im kleineren Europacup) gehören nicht zu den zwölf Gründern der Superliga.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hatte auf einer Pressekonferenz auf die in der Nacht zum Montag von zwölf europäischen Topklubs initiierten Pläne zu der europäischen Super League reagiert und das "von Geldgier getriebene" Vorhaben als ein "Spucken ins Gesicht" bezeichnet. Ceferin stellte zudem klar: Spieler, die bei den potenziellen Super-League-Klubs unter Vertrag stehen, könnten für die anstehende Europameisterschaft und auch für Weltmeisterschaften gesperrt werden. Als weitere mögliche Repressalie nannte er den Ausschluss der Klubs aus der laufenden Champions-League-Saison, der nun offenbar konkret debattiert werden soll.



Halbfinal-Hinspiele bereits in der kommenden Woche

Die Zeit für einen möglichen Ausschluss der Vereine ist knapp bemessen: Die Semifinal-Hinspiele finden in beiden Wettbewerben zwischen dem 27. und 29. April statt. Der Telegraph nennt den Freitag als entscheidenden Zeitpunkt für die Entscheidung des UEFA-Exekutivkomitees. Bei dem Treffen soll auch abschließend über die Spielstätten der Europameisterschaft beraten werden, wo München weiterhin auf der Kippe steht.

Dies passt zu den Äußerungen des dänischen Verbandspräsidenten Jesper Möller, der sich in einem Interview mit der nationalen Rundfunkanstalt DR zu Wort gemeldet und einen Rauswurf der Vereine vorgeschlagen hatte. "Diese Klubs müssen weg, und ich gehe davon aus, dass dies am Freitag geschehen wird", so Möller.

Für die Super League sind 15 feste Teilnehmer vorgesehen

Für die Super League, deren Gründung von der UEFA, nicht teilnehmenden Vereinen, den Ligaverbänden (darunter DFL und DFB), Spielern und Top-Funktionären scharf missbilligt wurde, sind 15 feste Teilnehmer vorgesehen, die in jedem Jahr gesetzt sind. Das sind die sechs englischen Vereine Manchester United, FC Liverpool, FC Chelsea, FC Arsenal, Tottenham Hotspur und Manchester City, die spanischen Vertreter Atlético Madrid, FC Barcelona und Real Madrid und die Italiener Juventus Turin, Inter Mailand sowie AC Mailand und drei noch unbesetzte Slots, für die laut Spiegel (dem Magazin liegt der Rahmenvertrag der Superliga vor) von den Gründern der FC Bayern München, Borussia Dortmund und Paris Saint-Germain angedacht sind. Dazu sollen fünf weitere Teams kommen, die sich auf Grundlage ihrer Erfolge in der vorausgehenden Saison qualifizieren.