18. Mai 2020 / 20:59 Uhr

Berühmte Jüterboger als Gegner

Berühmte Jüterboger als Gegner

Sport Lucki
Märkische Allgemeine Zeitung
In Coronazeiten können die Fußballer von Viktoria Jüterbog nur virtuell vor ihren Fans aufspielen.
In Coronazeiten können die Fußballer von Viktoria Jüterbog nur virtuell vor ihren Fans aufspielen. © Frank Neßler
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Virtuelles Benefizspiel: Fußballer des FC Viktoria Jüterbog fiebern einer ganz besonderen Partie am Sonntag entgegen. Sie treffen auf zahlreiche prominente Söhne der Flämingstadt wie Boxer Henry Maske, Ablassprediger Johann Tetzel oder Pianist Wilhelm Kempff.

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Der Countdown läuft. Beim FC Viktoria Jüterbog werden bereits die Tage gezählt. Nur noch ein paar Mal schlafen, dann ist es soweit. Am Sonntag steigt das virtuelle Benefizspiel der Jüterboger Fußballer.

In der real nicht stattfindenden Partie empfängt der FC Viktoria den FC Kleinstadthelden. Tickets für das virtuelle Benefizspiel, das der Fußballclub aus der Flämingstadt in Zusammenarbeit mit dem Baruther Onlineanbieter Vi Tva Sports veranstaltet, sind seit Ende April auf der Homepage des FC Viktoria (www.viktoria-jueterbog.de) erhältlich. Es werden verschiedene Pakete und zusätzlich Verpflegung angeboten.

„Rund 100 Tickets sind bereits verkauft“, erklärte der Viktoria-Vereinsvorsitzende Thomas Faber am Montag, „plus Getränke und Essen haben wir eine Spendensumme von 720 Euro erreicht.“

In den zurückliegenden Wochen waren die Mitglieder des Jüterboger Fußballclubs und ihre Fans nicht untätig. Per Abstimmung in sozialen Netzwerken wurden die Fußballerinnen und Fußballer für die Viktoria-Allstar-Elf gesucht. Das Voting ist abgeschlossen. Die elf Akteure für das Viktoria All Star-Team sind ermittelt. Sie kommen aus allen Altersklassenmannschaften des Vereins. Von den Bambini (G-Junioren) bis hin zu den Männern stehen Fußballer in der virtuellen Elf. Trainiert wird das Team von Florian Schulze aus der Freizeitligamannschaft.

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Die Viktoria-Fußballer treffen am Sonntag virtuell auf den FC Kleinstadthelden. In dieser Mannschaft kicken eine Reihe von Jüterboger Prominenten. Ein FC Kleinstadthelden-Trikot tragen beispielsweise Boxer Henry Maske, der in der Flämingstadt die Grundlagen seiner sportlichen Karriere vermittelt bekam, Ablassprediger Johann Tetzel, der Reformator Martin Luther den Anlass für seine 95 Thesen an der Wittenberger Schlosskirche lieferte, oder Wilhelm Kempff. Der in Jüterbog geborene Musiker gehörte zu den profiliertesten Pianisten des 20. Jahrhunderts. Beide Teams stehen sich dann am Sonntag mittels künstlicher Intelligenz gegenüber. Das virtuelle Match wird am Computer ausgetragen.

Hintergrund von derartigen Benefizspielen ist, dass in der derzeitigen Corona-Pandemie kein Trainings- oder Wettkampfbetrieb in sämtlichen Sportarten stattfinden darf. Vereine haben mit Umsatzeinbußen durch fehlende Eintrittsgelder und abspringende Sponsoren zu kämpfen. Das kann für den einen oder anderen Amateurfußballclub sogar das wirtschaftliche Aus bedeuten. Was den Vereinen bleibt sind Verkäufe in den Fanshops und Spendenaktionen.

Manch ein Club führte schon ein virtuelles Benefizspiel durch. Vor wenigen Tagen erst der Fußball-Oberligist FSV 63 Luckenwalde, der zwar am Computer gegen den Bundesligisten 1. FC Union Berlin mit 1:10 verlor, aber mehr als 7000 Euro für die klamme Vereinskasse einsammelte. Derartige Benefizspiele dienen eben dazu, um auf charmante Art und Weise zum Spenden aufzurufen.

Nicht virtuell, sondern real wird das Trikot der Allstars sein. Drei dieser Shirts der Viktoria Jüterbog Sonder-Edition werden unter allen Ticketkäufer verlost. Wer kein Glück hat, der kann das Trikot im Vi Tva Sports Fanshop kaufen.