01. März 2021 / 08:56 Uhr

Bescherung in der Fastenzeit: Dynamo Dresden schießt sich in Richtung zweite Liga

Bescherung in der Fastenzeit: Dynamo Dresden schießt sich in Richtung zweite Liga

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Der Dresdner Luka Stor (r.) feiert mit Mannschaftskamerad Julius Kade seinen Treffer zum 4:0 gegen Ingolstadt.
Der Dresdner Luka Stor (r.) feiert mit Mannschaftskamerad Julius Kade seinen Treffer zum 4:0 gegen Ingolstadt. © Matthias Kern/Getty Images/2021 Getty Images
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Die Dresdner konnten am Sonnabend nicht genug vom Toreschießen bekommen und schickten die Ingolstädter mit einem sensationellen 4:0-Spektakel nach Hause. Derweil sorgt der im Sommer auslaufende Vertrag von Coach Markus Kauczinski bei so manchem für Spekulationen in Richtung offener Trainerposten bei Schalke 04.

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Dresden. Ja ist denn schon wieder Weihnachten? Das mag sich mancher Dynamo-Sympathisant am Sonnabend beim Drittliga-Gipfeltreffen zwischen den Dresdner und den Ingolstädter Profis ab und an gefragt haben. Eine wahrhaft meisterliche Abwehrleistung konnte man vielleicht von den Schwarz-Gelben noch erwarten, aber gleich vier Tore gegen die defensiv starken „Schanzer“ hatte kaum einer getippt. Wieso auch? Schließlich hatte die Oral-Truppe bis dahin in 23 Spielen nur 23 Gegentore kassiert. Das war der zweitbeste Wert hinter Dynamo, das vor und nach dem Topspiel der Woche bei 22 stehen blieb.

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Doch beim zweiten Saison-Vergleich mit den Oberbayern – das Hinspiel hatte der diesmal wirkungslose Ex-Dynamo Stefan Kutschke per Elfmeter mit 1:0 für den FCI entschieden – zogen die Dresdner hinten erst mal in Ruhe eine undurchdringliche Abwehrmauer hoch. Dann warteten sie geduldig auf ihre Chancen im Angriff und schlugen, als die kamen, eiskalt kurz vor und kurz nach der Halbzeitpause zu. Die Tore von Heinz Mörschel (39.), Ransford-Yeboah Königsdörffer (45.) und Pascal Sohm (49.) waren echte Wirkungstreffer, das 4:0 durch Luka Stor (90.+2) noch die Kirsche auf der Sahnetorte. Verzicht, Zurückhaltung, Mäßigung in der Fastenzeit? Nein danke! Dynamo ist hungrig auf Erfolg, wie die 13 Punkte aus den letzten fünf Spielen beweisen.

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Das war stark! Die SG Dynamo Dresden sendet nach dem 4:0-Erfolg gegen den FC Ingolstadt ein starkes Signal Richtung Aufstieg. Zur Galerie
Das war stark! Die SG Dynamo Dresden sendet nach dem 4:0-Erfolg gegen den FC Ingolstadt ein starkes Signal Richtung Aufstieg. ©

Mit der Machtdemonstration gegen den direkten Kontrahenten Ingolstadt, der vorher die halbe Mannschaft als angeschlagen gemeldet hatte und dann – wohl durch Wunderheilung – einsatzfähig auf den Rasen schickte, hat die Sportgemeinschaft eindrucksvoll bestätigt, dass sich die Kauczinski-Tuppe im Aufstiegsrennen nur selbst schlagen kann. Ruft sie ihr Potenzial auch nur annähernd ab, wird sie sich nächste Saison wieder an den Fleischtöpfen des finanziell besser ausgestatteten Bundesliga-Unterhauses laben können.

Dann darf sie erstmals seit der Bundesliga-Saison 1994/95 auch wieder in der gleichen Liga gegen Schalke 04 spielen. Fragt sich nur, welche von beiden Mannschaften dann der Gelsenkirchener Markus Kauczinski trainiert. Sein Vertrag bei Dynamo läuft im Sommer aus, und die „Knappen“ suchen einen bodenständigen Typen, der in den Pott passt und weiß, wie man einen Neuaufbau bewältigt und Fußball mit Herz spielen lässt. Bleibt zu hoffen, dass der 51-Jährige im Sommer und Herbst lieber die Früchte seiner bisherigen Arbeit ernten möchte und darf, als mühevoll auf Schalke ein rundum verödetes Feld neu zu bestellen.