24. August 2021 / 20:23 Uhr

Rote Corona-Liste: Klubs der Premier League verweigern Spieler-Abstellung für Länderspiele

Rote Corona-Liste: Klubs der Premier League verweigern Spieler-Abstellung für Länderspiele

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Klubs der Premier League verweigern die Abstellung von Spielern in Länder der Roten Liste.
Die Klubs der Premier League verweigern die Abstellung von Spielern in Länder der "Roten Liste". © IMAGO/PA Images
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Die Klubs der Premier League werden ihre Spieler nicht für Länderspiele freigeben, die im September in Ländern der "Roten Liste" stattfinden. Den einstimmigen Beschluss bestätigte der Liga-Verband am Dienstag. Die Entscheidung betreffe rund 60 Spieler aus 19 Klubs der englischen Eliteklasse.

Die Mannschaften der Premier League werden ihre Spieler im September nicht für WM-Qualifikationsspiele freigeben, die in Ländern der so genannten "Roten Liste" der britischen Regierung stattfinden. Das geht aus einem Beschluss hervor, den sämtliche Klubs der englischen Eliteliga einstimmig akzeptierten. Einem Statement des Liga-Verbands zufolge betrifft die Entscheidung rund 60 Spieler aus 19 verschiedenen Klubs, die mit ihren Nationalteams in insgesamt 26 Länder der "Roten Liste" gereist wären.

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Wer aus solchen Ländern nach Großbritannien einreist, muss sich anschließend für zehn Tage in Hotel-Quarantäne begeben. Auf der Roten Liste stehen überwiegend Länder in Südamerika und Afrika, unter anderem auch Ägypten (betrifft u.a. Mohamed Salah vom FC Liverpool) und Brasilien (u.a. Thiago Silva vom FC Chelsea). Die nächsten Qualifikationsspiele zur Weltmeisterschaft in Katar finden vom 2. bis 10. September statt.

Eine Aussetzung der Quarantäne für wiederkehrende Spieler wurde indes nicht stattgegeben. "Sowohl mit der FA als auch mit der Regierung wurden umfangreiche Gespräche geführt, um eine Lösung zu finden. Aufgrund anhaltender Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Gesundheit in Bezug auf ankommende Reisende aus Ländern der roten Liste wurde aber keine Ausnahme gewährt", heißt es in der Mitteilung der Liga weiter. Aktuell müssten Spieler nach der Rückkehr von den Länderspielen in Quarantäne. Die Liga sieht dadurch sowohl das Wohlergehen als auch die Fitness der Spieler "erheblich beeinträchtigt". Zusätzlich wären die Akteure "nicht verfügbar, um sich auf zwei Partien der Premier League, einen Spieltag eines UEFA-Klubwettbewerbs und die dritte Pokal-Runde vorzubereiten."

Liga-Boss Masters: Spieler-Freigabe wäre "völlig unzumutbar"

Premier-League-Chef Richard Masters betonte den positiven Grundgedanken der Vereine bei der Entscheidung: "Die Klubs der Premier League haben immer den Wunsch ihrer Spieler unterstützt, ihr Land zu vertreten – dies ist für alle Beteiligten eine Frage des Stolzes", erklärte der Liga-Boss und fügte an: "Die Vereine sind schweren Herzens, aber zu Recht zu dem Schluss gekommen, dass es unter diesen neuen Umständen völlig unzumutbar wäre, Spieler freizugeben." Künftig bleibe man dennoch "offen für praktikable Lösungen."

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Zuletzt hatte es bereits Berichte gegeben, nach welchen der FC Liverpool seinen ägyptischen Stürmer Mohamed Salah nicht zur WM-Qualifikation in seine Heimat fliegen lassen wollte. Aufgrund der coronabedingten Quarantäne-Bestimmungen in Großbritannien hätte sich der Offensiv-Star nach dem Spiel gegen Angola am 2. September in eine 10-tägige Quarantäne begeben müssen. Der ägyptische Verband habe die FIFA um eine Ausnahmegenehmigung gebeten, die es wohl nicht gegeben habe.

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