01. März 2019 / 10:27 Uhr

Besondere Aktion des VfL Wolfsburg: "Einlauf-Opa" begleitet Profis aufs Feld

Besondere Aktion des VfL Wolfsburg: "Einlauf-Opa" begleitet Profis aufs Feld

Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Bernd Michaelis ist am Sonntag gegen Werder Bremen der Einlauf-Opa des VfL Wolfsburg. 
Bernd Michaelis ist am Sonntag gegen Werder Bremen der "Einlauf-Opa" des VfL Wolfsburg.  © Boris Baschin/Yannik Haustein
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Wenn der VfL Wolfsburg am Sonntag den SV Werder Bremen empfängt wird alles so sein wie immer - mit einer großen Ausnahme. Die Einlauf-"Kinder" sind mindestens 14 Jahre alt und "Einlauf-Opa" Bernd Michaelis wird mit von der Partie sein. Der 72-Jährige wird einen Profi aufs Spielfeld begleiten, das hat es in Deutschland bisher noch nicht gegeben. 

Es gehört zu einem Fußball-Bundesligaspiel wie Fangesänge oder Bratwurst und Bier: Vor jedem Spiel begleiten Nachwuchs-Kicker ihre Stars auf den Platz. Am Sonntag ist das beim Duell des VfL Wolfsburg mit Werder Bremen anders – sämtliche Einlauf-„Kinder“ sind diesmal mindestens 14 Jahre alt. Und mit VfL-Fan Bernd Michaelis ist sogar ein „Einlauf-Opa“ (wie er sich selbst nennt) mit von der Partie.

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Einmalige Aktion in Deutschland

Den Hintergrund der in Deutschland einmaligen Aktion erklärt VfL-Geschäftsführer Michael Meeske: „Wir erhoffen uns mit dieser besonderen Aktion anlässlich des 15-jährigen Bestehens unseres WölfeClubs und des zehnjährigen Bestehens unseres WölfeClubs 55plus eine positive Aufmerksamkeit für den VfL. Wir wollen diesen langjährigen Fans einen unvergesslichen Moment schenken und verstehen diese Idee somit auch als Wertschätzung ihrer treuen und hoffentlich noch lange andauernden Mitgliedschaft.“

Zur Bewerbung gehörte auch eine Begründung – das nahm sich Michaelis zu Herzen: Nach dem Vorbild von Lars M. Vollmerings Buch „111 Gründe, den VfL Wolfsburg zu lieben“ stellte der Wolfsburger seine eigenen 111 Gründe auf, weshalb er die Profis mit aufs Spielfeld begleiten sollen dürfte. „Daran habe ich eine halbe Stunde geschrieben“, so Michaelis.

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Michaelis wächst neben VfL-Stadion auf

Die Gründe flossen also nur so aus dem Ur-Wolfsburger heraus . Aufgewachsen ist der 72-Jährige nämlich am Elsterweg, direkt neben dem VfL-Stadion. „Ich habe also viel Bezug. Wir haben oft in der VfL-Gaststätte gegessen und dabei einige Spieler getroffen“, erinnert sich Michaelis. Und: Als der VfL Anfang der 70er-Jahre mit „Willi“ einen Ziegenbock als Maskottchen hatte, „wohnte der auf einem Hof gegenüber von uns“.

Sportlich war dagegen ein Nachbar von Michaelis oft ganz nah dran am VfL. „Ihm sind regelmäßig die Bälle vom Training auf das Grundstück geflogen“, lacht Michaelis. „Die wollte er dann nicht mehr herausrücken.“

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"Als alter Opa auf den Rasen laufen..."

Michaelis ist also jemand, der den VfL schon immer lebt – „ich habe auch noch Auswärtsspiele besucht bei Mannschaften, die heute keiner mehr kennt“, so der Rentner. Nun ist er beim Heimspiel mittendrin, „hoffentlich mit einem Wolfsburger Spieler. Als alter Opa mal auf den Rasen laufen – ich freue mich drauf!“

Freunde und Familie seien bereits instruiert, die TV-Übertragung vom Spiel aufzunehmen. „Und hinterher können wir hoffentlich in den VIP-Raum und eine Currywurst essen“, so Michaelis schmunzelnd.