29. Juni 2020 / 09:42 Uhr

Bestätigt: FC St. Pauli trennt sich von Luhukay - Sportchef Bornemann: Legte Finger "vielleicht zu tief" in die Wunde

Bestätigt: FC St. Pauli trennt sich von Luhukay - Sportchef Bornemann: Legte Finger "vielleicht zu tief" in die Wunde

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jos Luhukay ist nicht länger Trainer bei Zweitligist FC St. Pauli. 
Jos Luhukay ist nicht länger Trainer bei Zweitligist FC St. Pauli.  © (c) Copyright 2020, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Jos Luhukay ist nicht mehr Trainer des FC St. Pauli. Das gab der Zweitligist einen Tag nach dem Ende der regulären Saison auf Twitter bekannt. Der Holländer war mit seiner unbequemen Art vereinsintern häufiger angeeckt.

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Der FC St. Pauli tauscht den Cheftrainer aus: Jos Luhukay wird in der kommenden Saison nicht mehr beim Zweitligisten aus Hamburg arbeiten. Das gab der Klub am Montagmorgen auf Twitter bekannt. Wer Nachfolger des insgesamt glücklosen und innerhalb des Vereins umstrittenen Holländers wird, wurde zunächst nicht bekannt.

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Luhukay werde "in der Saison 2020/21 nicht mehr Trainer der Kiezkicker sein. Darauf verständigten sich der FC St. Pauli und Luhukay im gegenseitigen Einvernehmen", twitterte der Klub. Der 57-Jährige hatte den Klub im April 2019 übernommen, die Hamburger beenden die aktuelle Saison jedoch auf einem enttäuschenden 14. Rang, nachdem man im Vorjahr lange Zeit um den Aufstieg mitgespielt hatte.

Die Spielzeit war durchzogen von vereins- und mannschaftsinternen Kontroversen. Noch vor dem ersten Spieltag hatte Luhukay sein Team scharf kritisiert, immer wieder hatte es auch Zoff mit einzelnen Spielern gegeben, darunter mit Torjäger Henk Veerman. "Du stehst nur rum und tust nichts", hatte Luhukay seinem Stürmer beim 2:1-Sieg gegen Auelauthals zugerufen und ihn anschließend hart dafür kritisiert, dass er einen Elfmeter im Spiel nicht geschossen hatte. Kurz nach dem 0:4 drei Tage später gegen Hannover war der Coach von seiner Mannschaft sogar abgerückt: "Was ich hier erlebe ist, dass die Mannschaft von den Medien immer geschützt und der Druck auf den Trainer gemacht wird", kritisierte Luhukay. Auch dies soll bei den Bossen um Sportchef Andreas Bornemann und Präsident Oke Göttlich nicht gut angekommen sein.

Luhukay räumt Fehler ein: "Würde heute sicher einiges anders umsetzen"

"Bei der öffentlichen Darstellung der intern gewünschten und notwendigen Kritik würde ich heute sicher einiges anders umsetzen", sagte Luhukay in einer offiziellen Mitteilung. "Trotzdem ging es mir immer um die Sache und nur um den Erfolg des Vereins. Ich wünsche dem FC St. Pauli bei den auch in Zukunft notwendigen Veränderungen auf dem Weg viel Erfolg."

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Bornemann: Luhukay legte Finger in die Wunde - "vielleicht manchmal etwas zu tief"

Für seine kritische Art erntete Luhukay beim Kiezklub sowohl Lob als auch Kritik. "Jos hat zu Recht darauf hingewiesen, dass er damals geholt wurde, um 'den Finger in die Wunden' zu legen. Darauf haben wir uns bei meiner Ankunft auch gemeinsam verständigt. Das hat er getan, vielleicht für unseren Verein manchmal etwas zu tief", sagte Bornemann.