22. März 2021 / 10:42 Uhr

Stadt Leipzig plant Rückkehr von Fans - RB gegen Bayern aber wohl vor Geisterkulisse

Stadt Leipzig plant Rückkehr von Fans - RB gegen Bayern aber wohl vor Geisterkulisse

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Das Bundesliga-Spiel zwischen RB Leipzig und Bayern München findet ohne Zuschauer statt.
Das Bundesliga-Spiel zwischen RB Leipzig und Bayern München findet ohne Zuschauer statt. © Getty Images (Montage)
Anzeige

Wann dürfen wieder Zuschauer in die Stadien und Arenen? RB Leipzig und der SC DHfK haben sich gemeinsam mit der Stadt Leipzig um ein Modellprojekt beworben, das eine versuchsweise Rückkehr ermöglichen soll. Wann es losgeht, ist indessen völlig unklar, obwohl beide Vereine eigentlich in der kommenden Woche starten wollten. Grund dafür sind die explodierenden sächsischen Coronazahlen.

Anzeige

Leipzig. Die Hoffnungen auf eine zeitnahe Rückkehr zumindest eines kleinen Teils von Zuschauern zu den Partien von RB Leipzig und dem SC DHfK Leipzig waren verfrüht. "Eine Zulassung von Zuschauern in der momentanen Situation ist illusorisch", sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung am Montag im Rahmen eines eigens organisierten Pressegesprächs. Die Zahlen der mit Corona Infizierten im Freistaat steigen aktuell stetig stark an.

Anzeige

Starttermin hängt in der Luft

Nichtsdestotrotz hat sich die Stadt gemeinsam mit dem Tabellenzweiten der Bundesliga und dem Handball-Bundesligisten bei der Landesregierung um die Durchführung eines Pilotprojektes zur Fan-Rückkehr beworben. Die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung sieht solche Möglichkeiten ausdrücklich vor. Auch im Entwurf der Beschlussvorlage für die Ministerpräsidenten-Konferenz am Montagnachmittag ist ein entsprechender Passus vorgesehen.

Wann es aber tatsächlich losgeht mit der vorsichtigen Zuschauer-Rückkehr, ist allerdings völlig unklar. "Wir können uns vorstellen, dass wir im Mai oder Juni Fahrt aufnehmen", so Jung. Ursprünglich war geplant, beim Heimspiel des SC DHfK am 1. April zum Duell gegen den HC Erlangen bis zu 1000 Fans in der Quarterback-Immobilien-Arena zu begrüßen. Zwei Tage später, am 3. April, steigt in der benachbarten Red-Bull-Arena das Top-Spiel zwischen RB und dem FC Bayern München. Hier hätten 999 Fans Platz finden können. "Wir hätten das so gern gemacht, wirklich so gern", so der Oberbürgermeister. Er sei allerdings an die rechtliche Lage gebunden. Die aktuell gültige Verordnung gestattet zwar Modellprojekte, schließt deren Umsetzung aber aus, wenn der Inzidenzwert zum geplanten Beginn über 100 Infizierten pro 100.000 Einwohnern liegt. Der Wert für Leipzig betrug am Montag laut Robert-Koch-Institut 84,5. Tendenz täglich steigend.



Blick nach Berlin

Dennoch gibt es Hoffnung. "Die Inzidenz kann nicht mehr das alleinige Maß sein", forderte der Oberbürgermeister. Der Blick aller Beteiligten geht deshalb zunächst nach Berlin, wo am Montag Bundeskanzleramt und Ministerpräsidenten tagen. Im Nachgang soll es eine neue, ab 1. April gültige Corona-Schutz-Verordnung für Sachsen geben. "Wenn wir jetzt wieder nur auf den Inzidenz-Wert gucken, brauchen wir keine Modellprojekte zu machen", so Ulrich Wolter, Direktor Operations von RB Leipzig. Natürlich müsse man sich im Rahmen der rechtlichen Regelungen bewegen. "Da halte ich es mit dem Oberbürgermeister." Er halte es aber auch mit DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther. "Ich gebe die Hoffnung nicht auf."

Der SC DHfK hat bereits einen ersten internen Testlauf absolviert, um die Abläufe für den Fall der Fälle zu prüfen und anzupassen. Bei der Partie gegen die Rhein-Neckar Löwen am Sonntag war im Foyer der Arena eine Teststation aufgebaut. Mitarbeiter des Vereins fungierten als "Versuchskaninchen", wurden von medizinischen Fachkräften per Schnelltest auf Corona gecheckt. "Wir haben nicht die Entscheidung, an welchem Tag es losgehen wird. Aber wir stehen Gewähr bei Fuß. Wir sind vorbereitet. Wir können loslegen", so Günther. "Uns geht es nicht um Leipzig gegen Erlangen oder RB gegen Bayern. Uns geht es darum, so schnell wie möglich Daten sammeln zu können."

Bisher hatte RB Leipzig am 24. Oktober beim 2:1 gegen Hertha BSC letztmalig Fans ins Stadion lassen dürfen. Damals hatten 999 Zuschauer die Partie verfolgt. Genauso viele Anhänger waren am 22. Oktober vor Ort, als der SC DHfK 22:25 gegen Frisch Auf Göppingen verlor. Für die Grün-Weißen war das die letzte Begegnung mit zumindest zu einem Teil gefüllten Rängen.