26. Oktober 2020 / 16:22 Uhr

Beste Abwehr schlägt besten Angriff: Kirchdorf gewinnt Spitzenspiel gegen Leveste knapp

Beste Abwehr schlägt besten Angriff: Kirchdorf gewinnt Spitzenspiel gegen Leveste knapp

Tobias Kurz
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Kirchdorfs Luca Ritzka (links) überläuft Levestes Nils Brummund.
Kirchdorfs Luca Ritzka (links) überläuft Levestes Nils Brummund. © Mirko Haendel
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Das Kreisliga-Spitzenspiel zwischen dem TSV Kirchdorf (sieben Gegentore) und dem TV Jahn Leveste (34 Tore) versprach, interessant zu werden. Am Ende setzte sich die Kirchdorfer Defensivstärke durch. Das Team von Trainer Christof Rosenbaum bezwang den TVJ in einem bis zum Schluss hochspannenden Duell mit 1:0 (1:0) und schob sich in der Tabelle am Kontrahenten vorbei auf Platz zwei. 

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„Wir wussten, was da gerade in der Offensive auf uns zukommt“, meinte Kirchdorfs Trainer Christof Rosenbaum, ergänzte aber lachend: „Bei uns steht hintendrin eine eingespielte Kette, das ist wie die chinesische Mauer. Das macht schon echt Spaß.“ Das Bollwerk um den überragenden Keeper Jens Trampenau und Abwehrchef Torben Zimmermann hielt dicht, zum vierten Mal im achten Spiel stand hinten die Null.

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Und vorne stand in der vierten Minute Robert Sommler goldrichtig. Eine Freistoßflanke von Luca Ritzka verlängerte Gerrit Herrmann auf den Rechtsverteidiger, der den Ball nur noch über die Linie drücken musste. „Da haben wir geschlafen“, haderte Levestes Trainer Holger Schwabe, der danach ein gutes Spiel seiner Mannschaft sah. „Ich bin total stolz auf die Jungs, sie haben eine tolle Mentalität gezeigt.“ Allein der Ertrag fehlte.

Bilder vom Spiel der Kreisliga 3 zwischen dem TSV Kirchdorf und TV Jahn Leveste

Kopf zu tief oder Fuß zu hoch? Der Zweikampf zwisschen Kirchdorfs Dennis Lattmann (links) und Levestes Marco Oberstädt geht glimpflich aus. Zur Galerie
Kopf zu tief oder Fuß zu hoch? Der Zweikampf zwisschen Kirchdorfs Dennis Lattmann (links) und Levestes Marco Oberstädt geht glimpflich aus. ©

"Unsere Erfahrung mit Überzahlspiel ist nicht so pralle"

Stürmer Sascha Romaus überwand Trampenau zwar, doch der Schiedsrichter entschied auf Abseits (25.). „Das war sehr zweifelhaft“, meinte Schwabe. Rosenbaum gab zu: „Kann schon sein, dass das kein Abseits war.“ Doch als kurz darauf (34.) ein Kirchdorfer Treffer aus demselben Grund zurückgepfiffen wurde, sah er es ähnlich. „Das hebt sich letztlich auf.“

Kurz vor der Pause setzte es dann einen erneuten Dämpfer für Leveste. Malte Rumpf sah nach einem Foul an Ritzka die gelb-rote Karte (44.). Für Rosenbaum war das eher ein Warnsignal. „Unsere Erfahrung mit Überzahlspiel ist nicht so pralle“, meinte er.

Und tatsächlich: Im zweiten Durchgang ergriffen die Gäste die Initiative und brachten die Kirchdorfer in Verlegenheit. „Man hat gemerkt, dass die Jungs nur noch die Zeit runterspielen wollen“, haderte Rosenbaum. Die Ballbesitzphasen seiner Mannschaft wurden kürzer, meist endeten sie mit langen Verzweiflungsbällen, die postwendend zurückkamen.

Nach der Ampelkarte gegen Kirchdorfs Fabian Krueger (70.) wurde der Druck noch einmal größer. „Wir hatten bestimmt fünf klare Chancen“, meinte Schwabe. Doch entweder hielt Trampenau bärenstark (Rosenbaum: „Der ist momentan einfach sahne.“) - oder es fehlte die letzte Konsequenz „und das Quäntchen Glück“, wie Schwabe bedauerte.

Arslan scheitert vom Punkt

So auch in der 86. Minute, als der eingewechselte Ferhat Arslan – eigentlich ein sicherer Schütze – einen Foulelfmeter in die Wolken jagte. „Das passte gut zu unserem Spiel“, meinte Schwabe. Zusätzlicher Wermutstropfen: Torjäger Florian Beck knickte kurz vor Schluss auf dem Kunstrasen um, am Montag war der Knöchel dick. „Wir müssen jetzt gucken, was beim MRT rauskommt“, sagte Schwabe. In Kirchdorf ist die Stimmung besser, auch wenn Rosenbaum bereits mahnt: „Wenn wir gegen Lohnde nicht nachlegen, war der Sieg umsonst.“