08. März 2022 / 14:56 Uhr

Bewegende Worte von Wolfsburg-Coach Kohfeldt: "Ein bisschen Angst verspüre ich auch"

Bewegende Worte von Wolfsburg-Coach Kohfeldt: "Ein bisschen Angst verspüre ich auch"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Bewegende Worte: VfL-Trainer Florian Kohfeldt beschäftigt der Krieg in der Ukraine sehr.
Bewegende Worte: VfL-Trainer Florian Kohfeldt beschäftigt der Krieg in der Ukraine sehr. © DPA
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Seit knapp zwei Wochen dauert der Ukraine-Krieg inzwischen an. Die Situation in Ost-Europa beschäftigt auch den VfL Wolfsburg. Trainer Florian Kohfeldt verspürt sogar "ein bisschen Angst".

Der Ukraine-Krieg beschäftigt die Menschen in allen Teilen der Welt - auch am Wolfsburger Fußball-Bundesligisten geht der militärische Angriff Russlands nicht spurlos vorbei. "Ein bisschen Angst verspüre ich auch", gesteht VfL-Trainer Florian Kohfeldt, der sich ständig über den Konflikt in Ost-Europa informiert und darüber auch mit der Mannschaft spricht.

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Vor rund zwei Wochen begann der Krieg, als russische Truppen in die Ukraine einmarschiert sind. Viele Menschen kamen seither ums Leben, Tausende andere sind bereits geflüchtet. Und noch immer sind viele Millionen Ukrainer den Bomben- und Raketenangriffen hilflos ausgeliefert. "Die Situation in der Ukraine ist mit dem Wort erschütternd nicht ausreichend beschrieben. Es ist bedrückend für uns und existenziell für die Menschen vor Ort", sagt Kohfeldt und denkt dabei auch an seinen einstigen Förderer Viktor Skrypnyk.

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Mit kurzen Unterbrechungen hatte Kohfeldt von 2009 bis 2016 erst in der Jugend von Werder Bremen und später in der zweiten Mannschaftsowie daraufhin bei den Profis als Co-Trainer unter dem ukrainischen Coach gearbeitet. Der Kontakt zwischen Kohfeldt und Skrypnyk ist nie abgerissen, auch in den vergangenen Tagen haben beide miteinander gesprochen. Worüber genau, das wollte Kohfeldt aus Respekt zum 52-Jährigen nicht sagen. Bis 2022 steht Skrypnyk noch beim ukrainischen Erstligisten Zorya Lugansk unter Vertrag, die Saison ist dort allerdings aufgrund des Krieges unterbrochen.

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Am vergangenen Wochenende hatte der VfL beim Heimspiel gegen Union Berlin ein Zeichen gegen Krieg und Gewalt gesetzt. Bereits seit Donnerstagabend leuchtete die VW-Arena in den blau-gelben Farben der Ukraine. Beim Einlaufen am Samstag lief John Lennons "Give Peace A Chance", viele Zuschauende hatte eigene Plakate und Tafeln mitgebracht. Kurz vor dem Anpfiff der Partie gab es eine Minute Applaus. Das Peace-Zeichen war wie am Tag darauf beim Heimspiel der VfL-Fußballerinnen an mehreren Stellen zu sehen - auf den VfL-Trikots und den Eckfahnen, zudem wurde der Mittelkreis in der Arena ebenso wie im AOK-Stadion in ein Friedenssymbol verwandelt.

Ausblenden kann Kohfeldt den Krieg in der Ukraine nicht. "Es beschäftigt mich sehr, so wie jeden. Ich versuche, viel zu lesen und mich zu informieren", sagt Wolfsburgs Trainer. Darüber hnaus versuche er auch immer mal wieder, "mit den Jungs darüber zu reden, weil ich es wichtig finde, dass sie sich davon nicht abkapseln, sondern auch den Bezug dazu haben". So entwickeln sich "Gespräche beim Essen oder im Kraftraum. Einmal haben wir es in einer Mannschaftssitzung thematisiert. Man darf sich nicht aus der Welt rausnehmen, auch nicht als Fußball-Bundesligist", betont Kohfeldt, den die Situation nicht nur bei der Arbeit, sondern auch abseits des VfL beschäftigt: "Es fällt schon schwer, den Alltag zu bewältigen – in jeglicher Hinsicht."