27. Oktober 2021 / 11:58 Uhr

Die Bezirksliga 6 im Check: Wer träumt noch von der Aufstiegsrunde, wessen Blick geht nach unten?

Die Bezirksliga 6 im Check: Wer träumt noch von der Aufstiegsrunde, wessen Blick geht nach unten?

Jannik Meyer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Kommen gut miteinander klar: Eintracht Hannovers Coach Stephen Kroll (links) und Bemerodes Trainer Mo Kordian.
Kommen gut miteinander klar: Eintracht Hannovers Coach Stephen Kroll (links) und Bemerodes Trainer Mo Kordian. © Debbie Jayne Kinsey
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Drei Spieltage vor dem Vorrundenende macht der SPORTBUZZER den Check, für welche Stadt-Teams der Bezirksliga Staffel 6 es noch um was geht. Die Plätze eins und zwei berechtigen zur Aufstiegsrunde, auf diesen stehen derzeit Döhren (28 Punkte) und Arnum (22 Punkte). Aber auch Bemerode (19 Punkte), das Blaue Wunder und der HSC II (beide 16 Punkte) rechnen sich noch Chancen aus.

7. Platz: VfL Eintracht Hannover

„Nach der langen Corona-Pause waren die Erwartungen nicht hoch“, sagt Eintracht-Trainer Stephen Kroll. Für seine Mannschaft geht es drei Spieltage vor Schluss um die goldene Ananas. Nach einer soliden Hinrunde mit acht Punkten ergatterte die Kroll-Elf in den vier Rückrunden-Partien bisher nur einen Punkt. „Damit haben wir unser Ziel, besser als in der Hinrunde zu sein, wohl schon verfehlt“, sagt der Trainer. „Dennoch bin ich zufrieden, dass wir zwei Spiele gewonnen haben.“ Nicht zufrieden ist Kroll mit der Beteiligung seines Teams. Die Anwesenheitsquote beträgt durchschnittlich nur etwas über 50% - katastrophal. „Das habe ich in 40 Jahren Amateurfußball noch nie erlebt“, so Kroll bedient.

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Die schwache Trainingsbeteiligung hat selbstverständlich auch Auswirkungen auf die Fitness der Spieler. Vielen Spielern des VfL fehlt es an einer Grundfitness. „Das, was du investierst, bekommst du auch wieder raus. Einige Spieler von uns sind häufig beim Training, das sieht man dann auch in den Spielen. Bei anderen Spielern ist die Trainingsbeteiligung schwach und die Spiele nicht gut.“ Insgesamt hat Kroll in der laufenden Saison 33 Spieler eingesetzt. Auch das zeigt, wie häufig der Coach zum Umstellen gezwungen war. In den letzten drei Spielen würden die Ergebnisse eine „untergeordnete Rolle spielen. Auch wenn du beim Schlusslicht Koldingen nicht verlieren möchtest.“ Kroll wirft den Blick schon einmal voraus auf die Abstiegsrunde: „Wir müssen mehr tun, um in der Liga zu bleiben.“

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6. Platz: SV Croatia Hannover

Auch für den SV Croatia Hannover geht es um nichts mehr. Die Kroaten werden ab März in der Abstiegsrunde spielen. „Ich habe nichts anderes erwartet“, sagt Trainer Tomislav Bosnjak. Im Sommer gab es bei den Kroaten einen großen Umbruch. Der damalige Coach Nikola Butigan wechselte zum Koldinger SV und nahm einige Spieler mit. Aufgrund der Umstände ist Bosnjak mit der bisherigen Saison einverstanden. „Trotz vieler Niederlagen haben wir guten Fußball gespielt. Nur gegen Arnum zu Hause (1:4) waren wir die deutlich schwächere Mannschaft“, so Bosnjak.

Die letzten drei Spiele möchte der Coach aber nicht einfach abschenken. „Ich bin ein Siegertyp und habe das Ziel, immer zu gewinnen. So auch in den letzten drei Spielen“, sagt der Kroate. Im Winter gehe es dann darum, sich gut auf die Abstiegsrunde vorzubereiten. Zwei bis drei neue Spieler, welche die Qualität des Teams erheblich steigern, sollen kommen.

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5. Platz: HSC Hannover II

Sechs Punkte Rückstand hat der HSC auf Platz zwei und damit nur noch theoretische Chancen auf die Aufstiegsrunde. „In der Hinrunde haben wir uns unter Wert verkauft und Big Points nicht eingefahren. Die werden uns wohl für die Aufstiegsrunde fehlen, wir sind ein bis zwei Wochen zu spät wach geworden“, muss HSC-Trainer Jens Winkel konstatieren. In den sieben Spielen der Hinrunde holten die Hannoveraner nur acht Punkte. Dieselbe Punkteanzahl hat der HSC nun schon nach vier Spielen der Rückrunde auf dem Konto. Generell geht es bei der U23 darum, junge Spieler zu fordern und zu fördern. „Wir haben uns im Vergleich zur Vorsaison sehr gut entwickelt und sind auf einem guten Weg“, findet Winkel.

Der Coach meint, dass es zwar für den kurzfristigen Erfolg gut wäre, zwei bis drei gestandene, etwas ältere Bezirksliga-Spieler im Kader zu haben – vor allem in möglichen Drucksituationen in der Abstiegsrunde. „Das ist aber nicht unsere Philosophie. Wir wollen junge Spieler weiterentwickeln. Wenn wir im Winter auf dem Transfermarkt tätig werden, dann werden wir einen jungen Spieler holen, der charakterlich bei uns gut reinpasst“, sagt der Coach. Die letzten drei Spiele möchten die Hannoveraner keineswegs abschenken. Wenn die Tür zur Aufstiegsrunde noch einmal aufgehen sollte, möchte man da sein. Ansonsten hat der HSC ab März ein klares Ziel: „Wir wollen in der Bezirksliga bleiben. Das ist klar unser Anspruch.“

4. Platz: SG Blaues Wunder

Seit eineinhalb Jahren ist Leon Erler Trainer beim Blauen Wunder. Aus einem Abstiegskandidaten ist ein solider Bezirksligist geworden. „Wir haben eine klare Idee, wie wir Fußball spielen wollen. Da wir technisch gute Spieler haben, wollen wir gepflegten Fußball spielen“, sagt Erler, der ergänzt: „Wir arbeiten sehr nachhaltig, haben uns im Vergleich zum letzten Jahr gesteigert. Viele Teams denken nur ergebnisorientiert. Wir wollen guten Fußball spielen und uns weiterentwickeln.“ Drei Spieltage vor der Winterpause haben die Blauen noch Chancen auf die Aufstiegsrunde. Der Rückstand auf die zweitplatzierten Arnumer beträgt zwar sechs Punkte, die müssen aber noch gegen Bemerode und Döhren spielen. „Wir können nur noch gewinnen, müssen unsere Hausaufgaben machen und schauen, wie Arnum spielt“, so Erler, dessen Mannschaft nach einem starken Saisonstart (zwei 7:0-Siege gegen Koldingen und Eintracht) „unnötig viel liegengelassen hat“.

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Erst hat <b>Patrick Lehmann</b> in Bavenstedt gepatzt, dann aber mit zahlreichen Glanztaten den Gegner in den Wahnsinn getrieben. Für seine starke Leistung beim 2:1 des TSV Pattensen ist der junge Torhüter mit 67,9 Prozent der Stimmen zum ersten Held der Woche der neuen Saison gewählt worden. Zur Galerie
Erst hat Patrick Lehmann in Bavenstedt gepatzt, dann aber mit zahlreichen Glanztaten den Gegner in den Wahnsinn getrieben. Für seine starke Leistung beim 2:1 des TSV Pattensen ist der junge Torhüter mit 67,9 Prozent der Stimmen zum ersten Held der Woche der neuen Saison gewählt worden. ©

Das Blaue Wunder hat es verpasst, noch weiter oben in der Tabelle zu stehen, weil kein Spiel gegen die Top drei Teams gewonnen wurde. Deutlich unterlegen waren die Wunderaner aber auch in den Top-Spielen nicht. Gegen Arnum gab es aus zwei Spielen einen Punkt, das Hinspiel gegen Döhren (1:2) ging knapp verloren und auch gegen Bemerode sprang ein Remis heraus (1:1). „Wir sind schon enttäuscht, weil wir – außer im Rückspiel gegen den HSC – in keinem Spiel die schlechtere Mannschaft waren, die knappen Spiele aber nicht für uns entscheiden konnten“, sagt Erler. Unabhängig davon, ob Auf- oder Abstiegsrunde, befindet sich das Blaue Wunder auf dem richtigen Weg. „Im nächsten Sommer werden wir den nächsten Entwicklungsschritt gehen und noch stärker sein“, hofft Erler.

3. Platz: TSV Bemerode

Die abgebrochene Saison 2020/21 beendete der TSV Bemerode auf dem ersten Tabellenplatz – mit sieben Siegen aus sieben Spielen. Daran konnten die Bemeroder in der neuen Saison nicht anknüpfen. Erst am dritten Spieltag gab es die ersten drei Punkte. „Das haben wir uns anders vorgestellt. Wir hätten gerne deutlich mehr Punkte auf dem Konto“, sagt TSV-Trainer Mo Kordian. Trotzdem ist die Hoffnung auf die Aufstiegsrunde noch nicht erloschen. Der Rückstand auf die SV Arnum beträgt nur drei Zähler – und am Wochenende reist Bemerode zum Auswärtsspiel nach Arnum. „Wenn wir das Spiel verlieren, ist es vorbei. Um die Aufstiegsrunde zu erreichen, müssen wir jetzt alle drei Spiele gewinnen“, ist sich Kordian sicher.

Gründe für die bisher enttäuschende Saison gibt es einige in Bemerode. Viele Spieler sind über einen langen Zeitraum verletzt, abwesend oder wegen einer schwachen Trainingsbeteiligung in der Vorbereitung nicht richtig fit. Vor allem offensiv drückt der Schuh. Mit Armin Ziegenbein, Paul Götting, Hendrik Hahne, Brian Hernandez und Garvin Mulamba fehlten tragende Stützen des Teams in vielen Spielen. Es ist unsicher, ob sie in den letzten drei Begegnungen überhaupt noch einmal spielen können. Auch Kordian sagt: „Defensiv ist das okay, da bekommen wir im Schnitt nicht mal ein Gegentor pro Spiel. Aber offensiv ist das deutlich zu wenig, letztes Jahr haben wir vier Tore pro Spiel geschossen, dieses Jahr sind es zwei.“

1.Platz: Niedersachsen Döhren

Die mit Abstand beste Ausgangslage hat drei Spieltage vor dem Ende Niedersachsen Döhren. Der Spielvereinigung fehlt nur noch ein Punkt, um sicher in der Aufstiegsrunde zu sein. „Den Punkt wollen wir so schnell es geht holen. Nach dem Spiel beim HSC spielen wir noch gegen Arnum und das Blaue Wunder, da wollen wir schon durch sein“, sagt Trainer Michael Wohlatz, der sehr zufrieden mit der sportlichen Entwicklung ist. Erwartet hat der Coach das souveräne Abschneiden seines Teams nicht. „Das war schon überraschend. Obwohl wir viele Ausfälle hatten, haben wir das immer gut kompensiert.“ Für die starke Saison macht Wohlatz vor allem die Kaderbreite und die physische Überlegenheit seiner Mannschaft verantwortlich.

Häufig hat Döhren die Spiele durch starke Joker von der Bank gewonnen. Ebenfalls auffällig ist, dass Döhren mit Ausnahme der Spiele gegen Eintracht (5:1) sowie gegen Koldingen (4:0) alle Spiele knapp gewonnen hat. „Das liegt sicherlich daran, dass wir in den letzten 15 bis 20 Minuten der Spiele nochmal nachlegen können“, meint der Trainer. Kurios: Die einzige Niederlage für die Wohlatz-Elf gab es gegen Schlusslicht Koldingen (1:2), das ansonsten bisher jedes Spiel verloren hat. Vor der Saison war das Mitspielen um die Aufstiegsrunde das Ziel. Das wurde bereits erreicht. Nun geht es für die Spielvereinigung darum, den „letzten kleinen Schritt zu gehen“, so Trainer Wohlatz, und ab März um den Aufstieg zu spielen.

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