27. Oktober 2021 / 10:46 Uhr

Die Bezirksliga 7 im Check: Wer hat noch Aufstiegschancen, wer muss sich Sorgen machen? 

Die Bezirksliga 7 im Check: Wer hat noch Aufstiegschancen, wer muss sich Sorgen machen? 

Jannik Meyer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hatten vor allem in der Hinrunde ordentlich Grund zum Jubeln: die Spieler des TuS Davenstedt.
Hatten vor allem in der Hinrunde ordentlich Grund zum Jubeln: die Spieler des TuS Davenstedt. © Debbie Jayne Kinsey
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Elf Spieltage sind in der Bezirksliga Staffel 7 gespielt. Der SPORTBUZZER wirft vor den letzten drei Spielen einen Blick auf die Stadt-Teams. Auf Platz eins und zwei werden die Tickets zur Aufstiegsrunde vergeben, die restlichen Teams spielen ab März in der Abstiegsrunde. Auf dem ersten Platz steht derzeit der 1. FC Germania Egestorf/Langreder II, Platz zwei hat der SV Ihme-Roloven inne.

Platz 8: FC Can Mozaik

In den ersten neun Spielen kassierte der FC Can Mozaik eine hohe Niederlage nach der nächsten. „Wir hatten eine extreme Verletzungsmisere, uns fehlten elf Spieler. Das konnten wir nicht kompensieren“, sagt Coach Merter Tüfekci. Doch in den letzten beiden Spielen lief es besser: In Harenberg (2:0) und gegen Iraklis (1:1) konnten vier Punkte eingefahren werden – bei nur einem Gegentor. „Wir haben eine bessere Trainingsbeteiligung, einige Spieler sind zurückgekehrt – und schon sehen die Ergebnisse anders aus“, findet Tüfekci, der die beiden Spiele aber nicht zu hoch bewerten möchte. Vor der Saison entschied sich Can Mozaik dazu, mit einem kleinen Kader in die Saison zu gehen. Wie sich mittlerweile herausstellt, die falsche Entscheidung. „Wir dachten, es sei für den Abstiegskampf besser, mit einem kompakten Haufen zu agieren als mit fünf oder sechs Spielern, die unzufrieden sind, weil sie nicht spielen. Damit sind wir auf die Schnauze gefallen“, urteilt Tüfekci.

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Trotz dem letzten Tabellenplatz lässt sich Mozaik nicht aus der Ruhe bringen, viel mehr war der Tabellenplatz erwartbar. In den letzten drei Spielen trifft die Tüfekci-Elf noch auf die ersten drei der Tabelle. „Wir wollen die Teams oben ärgern und das Rennen um die Aufstiegsrunde spannend gestalten“, gibt der Trainer die Marschroute für die letzten Partien vor. Ab März geht es dann in der Abstiegsrunde weiter. Mit Marvin Toleikis (TSV Stelingen) kann der FC schon einen Neuzugang vermelden – weitere vier bis fünf Akteure mit Stammspielerpotenzial sind geplant. „Der Klassenerhalt wäre für uns eine Sensation. Wir werden alles daransetzen, diese Sensation zu packen“, freut sich Tüfekci auf die Spiele im Frühjahr.

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Platz 5: SV Iraklis Hellas

Eine enttäuschende Saison für die Hellenen. Das klare Ziel der ambitionierten Griechen war die Aufstiegsrunde. Drei Spieltage vor Schluss hat Iraklis mit dieser aber schon längst nichts mehr zu tun. „Das haben wir uns sicher anders vorgestellt“, muss Trainer Patrick Lang gestehen. Die enttäuschende Vorrunde hat zwei Ursachen. Zum einen haben die Griechen im Sommer einen großen Umbruch vollzogen. „Die Konsequenzen von dem Umbruch haben wir unterschätzt“, gibt Lang zu. Zum anderen ist auch Iraklis von Verletzungen geplagt. Trainer Lang stehen regelmäßig sieben bis acht verletzte Spieler nicht zur Verfügung. „Aufgrund der langen fußballfreien Zeit ist der Körper die Belastung nicht mehr gewohnt. Außerdem waren bei uns viele Spieler während der Vorbereitung im Urlaub, weshalb wir nicht richtig fit sind“, sagt der Coach.

In den letzten drei Begegnungen will sich Hellas nicht hängen lassen. „Wir spielen noch gegen Ihme und Davenstedt. Sicherlich können wir das Zünglein an der Waage im Kampf um die Aufstiegsrunde sein“, so der 30-Jährige. Kadertechnisch möchte sich Iraklis zur Abstiegsrunde etwas breiter aufstellen, um immer noch konkurrenzfähig zu sein, sollten sich wieder einige Spieler verletzen. „Wir halten die Augen offen, ohne großartig nach Verstärkungen zu schreien.“

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Platz 4: TuS Davenstedt

Nach der Hinrunde führte der TuS Davenstedt die Tabelle an – und hatte mit fünf Gegentoren die beste Abwehr der Liga. Doch in den darauffolgenden vier Spielen hat sich die Ausgangslage des TuS deutlich zum Negativen verändert. Nach dem Rückrunden-Auftaktsieg gegen Mozaik (8:1) verloren die Davenstedter drei Spiele in Folge – und stehen nun mit dem Rücken zur Wand. „Jetzt ist es nicht mehr realistisch, um die Aufstiegsrunde mitzuspielen“, sagt TuS-Teammanager Thomas Scheer deutlich. Davenstedt ging als Aufstiegsaspirant Nummer eins in die Staffel und galt mit dem Kader als einer der Top-Favoriten auf den Landesliga-Aufstieg. Gegen Harenberg (2:3), Egestorf-Langreder II (1:6) und Mühlenberg (2:7) gab es bittere Pleiten. Und die defensive Stabilität ist mit 15 Gegentoren aus drei Spielen dahin.

Als Hauptgrund für die Talfahrt macht auch Manager Scheer die Verletztenmisere aus. „Solange unsere Mannschaft halbwegs komplett war, waren wir gut dabei. Mittlerweile fehlen uns acht teilweise sehr wichtige Spieler, das ist nicht zu kompensieren“, so Scheer ehrlich. Hinzu kommen angeschlagene Spieler, die mangels Alternativen dennoch in der ersten Elf stehen. Fabian Pietler, Nico Tsitouridis, Dominik Don Twele, Jan Häseler, Dennis Lattmann, Fatih Yildizadoymaz und Paul Warnecke waren allesamt im Spiel gegen Mühlenberg nicht richtig fit. Bei so vielen Verletzten stellt sich die Frage, weshalb es so viele Spieler auf einmal trifft. „Es sind keine muskulären Verletzungen, an der Trainingssteuerung liegt es nicht. Mein Hauptargument für die Verletzungen ist die lange Corona-Pause“, vermutet Scheer, da die Spieler die hohe Belastung nicht mehr gewohnt seien.

Auch wenn die Chance auf die Aufstiegsrunde bei vier Punkten Rückstand gering ist, zeigt sich Scheer kämpferisch. „Solange wir theoretische Chancen haben, werden wir darum kämpfen.“ Im Winter wird dann der komplette Kader auf die Probe gestellt, unabhängig ob Auf- oder Abstiegsrunde. „Einige Spieler haben die Erwartungen nicht erfüllt. Da müssen wir schauen, ob wir sie mit in die Rückrunde nehmen“, kündigt Scheer personelle Maßnahmen an.

Das sind die Helden der Woche der Region Hannover in der Saison 2021/22

Erst hat <b>Patrick Lehmann</b> in Bavenstedt gepatzt, dann aber mit zahlreichen Glanztaten den Gegner in den Wahnsinn getrieben. Für seine starke Leistung beim 2:1 des TSV Pattensen ist der junge Torhüter mit 67,9 Prozent der Stimmen zum ersten Held der Woche der neuen Saison gewählt worden. Zur Galerie
Erst hat Patrick Lehmann in Bavenstedt gepatzt, dann aber mit zahlreichen Glanztaten den Gegner in den Wahnsinn getrieben. Für seine starke Leistung beim 2:1 des TSV Pattensen ist der junge Torhüter mit 67,9 Prozent der Stimmen zum ersten Held der Woche der neuen Saison gewählt worden. ©

Platz 3: Mühlenberger SV

Knapp hinter den Rängen, die zur Aufstiegsrunde qualifizieren, steht momentan der Mühlenberger SV. Für den MSV ist jedoch noch alles drin, beträgt der Abstand auf Platz zwei doch nur zwei Punkte. „Mit dem bisherigen Saisonverlauf bin ich zufrieden. In den meisten Spielen haben wir spielerisch überzeugt“, findet Mühlenberg-Trainer Michael Cichon. Der Coach sieht einen Pluspunkt, den viele andere Mannschaften in der Liga nicht haben. Verletzungstechnisch blieben die Mühlenberger weitestgehend verschont. Außerdem zeichnet die Mannschaft aus, dass sie schon einige Jahre in ähnlicher Besetzung zusammenspielt. In den letzten drei Spielen trifft der MSV mit Harenberg und Can Mozaik auf zwei Kellerkinder, außerdem trifft die Cichon-Elf auf die Reserve von Egestorf-Langreder.

„Mozaik und Harenberg dürfen wir auf keinen Fall unterschätzen und auch gegen Egestorf müssen wir gewinnen. Denn wenn wir in die Aufstiegsrunde wollen, dann brauchen wir neun Punkte“, rechnet Cichon, der außerdem auf einen Ausrutscher von Ihme-Roloven hofft. „Sie spielen noch gegen Iraklis und in Davenstedt. Das ist beides sehr unangenehm.“ Die Formkurve spricht für Mühlenberg. Der MSV hat in den letzten sieben Spielen nicht verloren. Aber: Nur, wenn Ihme-Roloven ein Spiel unentschieden spielt oder verliert, hat Mühlenberg noch Chancen auf die Aufstiegsrunde.

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