10. November 2019 / 19:02 Uhr

Bezirksliga: Zwölf-Tore-Irrsinn zwischen dem 1. FC und Brome, Lupo II schlägt Gamsen

Bezirksliga: Zwölf-Tore-Irrsinn zwischen dem 1. FC und Brome, Lupo II schlägt Gamsen

Lennart Pankau, Pascal Mäkelburg und Jonas Präger
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sieg im Kellerduell: Lupo II (in Blau) hat den MTV Gamsen geschlagen.
Sieg im Kellerduell: Lupo II (in Blau) hat den MTV Gamsen geschlagen. © Boris Baschin
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Die Teams der Fußball-Bezirksliga haben an diesem Spieltag nicht mit Überraschungen und Kuriositäten gegeizt: Der TSV Vordorf besiegte überraschend die SV Gifhorn, das spektakuläre 6:6 des 1. FC Wolfsburg gegen Aufsteiger FC Brome wird allen Beteiligten wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Die Partien der SV Lauingen/Bornum gegen die TSG Mörse und das Duell zwischen der FSV Adenbüttel/Rethen und dem TSV Hillerse sind unterdessen ausgefallen. Der Grund: Das Wetter hatte die beiden Plätze unbespielbar gemacht.

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TuS Neudorf-Platendorf – VfL Wahrenholz 2:1 (1:1)

„Wir hatten in der ersten Hälfte Chancen für drei, vier Tore mehr“, ärgerte sich Platendorfs Trainer Ralf Schmidt. So ging es mit einer knappen TuS-Führung in die Schlussphase und Platendorf musste noch mal zittern. „Am Ende war es ein Arbeitssieg. Trotzdem haben wir hochverdient gewonnen“, fand Schmidt. Sein Gegenüber Thorsten Thielemann meinte: „Wir sind mit dem allerletzten Aufgebot angetreten. Wir haben kämpferisch gut mitgehalten, mehr kann ich nicht verlangen.“ Zu allem Überfluss musste VfL-Spieler Jan Evers wegen eines dicken Sprunggelenks vom Krankenwagen abgeholt werden.

TuS: Wolpers – Gülabi, Klasen, Düsel, D. Gökkus – T. Gökkus, Dimmler – Hajdaraj (25. Kremmeicke), Erciyas, Altmis – Sening (75. Wulfes)

VfL: Horn – Fricke, Müller, Jansen, Vespermann – J. Koch, L. Koch – Evers (60. Wille), Schmidt, Schön – Soika.

Tore: 0:1 (2.) Schön, 1:1 (45.) Erciyas (Foulelfmeter), 2:1 (52.) Vespermann (Eigentor).

TSV Vordorf – SV Gifhorn 3:2 (0:1)

Lange führten die Gäste aus Gifhorn, doch die Überzahl tat der Elf von Spielertrainer Tino Gewinner nicht gut. „Wir haben es verpasst nachzulegen, dann läuft das Spiel aus dem Ruder“, so Gewinner über die „unnötige, aber verdiente Niederlage“. Am Ende avanciert Dominik Reinecke zum Matchwinner des TSV, der zweimal selbst traf und den Elfmeter kurz vor Schluss rausholte. „Ich kann nur allen ein Kompliment machen, die Einstellung war super“, freute sich TSV-Coach Heinz-Günter Scheil.

TSV: Fry – Haufe, Wülpern, Elbe, Mohrhardt – Köhler (90. Möhlen), N. Albrecht (90. Grobe), Scheil, Lüttich (61. Winterboer) – Heine – Reinecke.

SVG: Mensing – Schulz, Gewinner, Campe, Nemr – Noviello, Juknewitschius, Grega (46. Schupetta), Biboski (37. Topf), Raupers – Gahrmann.

Tore: 0:1 (27.) Grega, 1:1 (70.) Reinecke, 1:2 (75.) Gahrmann, 2:2 (78.) Reinecke, 3:2 (89.) Scheil (Foulelfmeter).

Rot: Elbe (TSV/64.).

TSV Vordorf - SV Gifhorn

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TSV Vordorf - SV Gifhorn © Michael Franke

VfB Fallersleben – TSV Hehlingen 6:0 (2:0)

Nach zwei Minuten tauchte der TSVer Robin Heuer alleine vor dem Tor auf, scheiterte aber im Eins-gegen-eins an VfB-Keeper Niklas Kloth. Für Hehlingen blieb es lange Zeit die einzige Torchance. Der VfB lauerte auf Konter und der TSV lud die Fallersleber ein. „Der Wille war immer da. Leider sind wir vorne aber einfach blind angelaufen“, ärgerte sich Hehlingens Coach Artur Krause. Alle Tore nach der Pause fielen nach Kontern. Krause: „Das war Kollektivversagen.“ Der VfB freute sich dagegen nach zuletzt drei Niederlagen über einen Dreier. „Wir haben im Kollektiv ein gutes Spiel gemacht und verdient gewonnen“, so VfB-Trainer Lars Ebeling.

VfB: Kloth – Hahn, Krebs, Fischer, Laux – Russo (73. Krizak) – Cuccia, Ponischil – Schöpke (68. Grubert), Augustyniak (46. Herden), Bauer.

TSV: Friedrichs – Hertwich, Kröhl, A. Krause, Stotko – Alaimo, Biller – Lotz, Reichard (70. Pindur), Heuer – Müller (46. S. Mörsch).

Tore: 1:0 (33.) Cuccia, 2:0 (45.) Augustyniak, 3:0 (62.) Cuccia, 4:0 (67.) Bauer, 5:0 (69.) Herden, 6:0 (83.) Bauer.

SV Calberlah – VfR Wilsche/Neubokel 3:2 (1:0)

Erst ist der Gast aus Wilsche stärker, aber Calberlah trifft – dann läuft’s andersrum: Mit zwei Freistoßtreffern brachte VfR-Mittelfeldmann Malte Kühn sein Team wieder in die Partie. „Wir haben uns dann aber nicht aus der Ruhe bringen lassen“, lobte SV-Coach Stefan Timpe. Und so jubelte am Ende seine Elf über das Siegtor dank eines Kopfballtreffers von Nico Ahrens. „Uns fehlt aktuell in den entscheidenden Situationen einfach das Spielglück“, sagte Wilsches Coach Bernd Huneke.

SV: P. Korsch – Herzer, Dragendorf, Linke, Gretz – Leja, F. Korsch, N. Ahrens – F. Wolter, M. Plagge (64. J. Ahrens), Brodöhl (76. J. Plagge). 

VfR: Bukowski – Pipho, Rendchen-Huneke, Wakengut, Höft – P. Steep (46. Lehner), Gümüs, Kühn, Camehl – Keier (49. Hoffman), T. Steep (85. Ceesay).

Tore: 1:0 (33.) F. Wolter, 2:0 (55.) N. Ahrens, 2:1 (64.) Kühn, 2:2 (72.) Kühn, 3:2 (82.) N. Ahrens.

SV Calberlah - VfR Wilsche/Neubokel

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SV Calberlah - VfR Wilsche/Neubokel © Michael Franke

1. FC Wolfsburg – FC Brome 6:6 (4:1)

Was. Für. Ein. Spiel! Die Wolfsburger führten kurz nach der Pause schon mit 5:1. Die Entscheidung? Mitnichten! Denn die Bromer holten zur Aufholjagd der Superlative aus. Und führten bis zur letzten Aktion des Spiels sogar noch mit 6:5. Doch dann setzte Wolfsburgs überragender Arben Mustafa mit seinem dritten Treffer des Tages zum 6:6 den Schlusspunkt hinter eine völlig verrückten Partie. „Ich bin sprachlos. Über den Punkt kann ich mich gar nicht freuen, ein 5:1 darfst du niemals herschenken“, war Wolfsburg-Coach Mohammed Rezzoug bedient. Auch Bromes Teammanager Hendrik Joswig suchte lange nach Worten: „Eine faszinierende Aufholjagd von uns. Unglaublich, was da passiert ist.“

1. FC: Mannino – Spanu, Becker, Barkallah, Muser (88. Sincar) – Kuyucu (79. Fack), Ganesalingam – Fridrich, Colombo, Spilker (60. Sgaier) – Mustafa.

Brome: Schulze – Traue (78. Gieselberg), Buller, Ackermann, M. Chaaban (60. Rüscher) – Schmidt, Weis – A. Chaaban, Keller (90. Jackwarth), Spellig – März.

Tore: 1:0 (2.) Spanu, 2:0 (11.) Muser, 2:1 (20.) Spellig, 3:1 (29.) Mustafa, 4:1 (39.) Kuyucu (Foulelfmeter), 5:1 (51.) Mustafa, 5:2 (53.) Keller, 5:3 (63.) Schmidt, 5:4 (65.) Keller, 5:5 (70.) Schmidt, 5:6 (88.) März, 6:6 (90.+1) Mustafa.

Lupo/Martini Wolfsburg II - MTV Gamsen

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Lupo/Martini Wolfsburg II - MTV Gamsen © Boris Baschin
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Lupo/Martini Wolfsburg II – MTV Gamsen 3:2 (2:0)

Max Herter rettet Lupo/Martini Wolfsburg II den Dreier im ganz wichtigen Abstiegskracher der Fußball-Bezirksliga! Gegen Schlusslicht MTV Gamsen führte der Drittletzte schon komfortabel mit 3:0. Letztlich erzitterten sich die Italiener aber einen 3:2-(2:0)-Sieg gegen tapfer kämpfende Gamsener. Es war ein Keller-Drama in mehreren Akten: Lupo, das mit einigen Akteuren der spielfreien Oberliga-Mannschaft auflief, hatte den MTV über eine Stunde lang völlig im Griff und führte verdient mit 3:0. Doch dann bekam die Handlung eine plötzliche Wendung: Babis Cirousse sorgte für den Anschlusstreffer. Lupo, das vergangene Woche erst eine 2:0-Führung hergeschenkt hatte, bekam nun wackelige Knie. Elyesa Ayvaz stellte schnell auf 2:3. Und dann der Höhepunkt des Dramas: In der Schlussminute parierte Herter mit einer Heldentat gegen Gamens Kamel Nemr. Die Wolfsburger jubelten über den Sieg, während für Gamsen das Happy-End ausblieb. „Es ist bitter, dass wir uns nicht für eine starke zweite Hälfte belohnen konnten“, sagte MTV-Coach Ralf Ende. Lupo-Kapitän Angelo Marchese war die Erleichterung anzumerken: „Das 1:3 war ein Schock für uns. Aber wir haben gewonnen – und überlebenswichtige drei Punkte geholt.“

Lupo: Herter – Alaimo (87. Oliverio), Mustafa, Schlothauer, Catapano – Marchese, Rezic – Shala, Franca (68. Karambiri) – Mekpagbe, Demiri.

MTV: Piechowiak – Outtara, Cordts, Zaaefi, Torres (61. Kondratev) – Ptassek – E. Ayvaz, F. Ayvaz – Nemr, Zeqiri – Cirousse (68. Vollrath).

Tore: 1:0 (38.) Marchese, 2:0 (44.) Demiri, 3:0 (63.) Demiri, 3:1 (66.) Cirousse, 3:2 (82.) E. Ayvaz.