08. Dezember 2021 / 20:06 Uhr

Bezirksligist für Nichtantritt dreifach bestraft - zwei Strafen akzeptiert der Klub...

Bezirksligist für Nichtantritt dreifach bestraft - zwei Strafen akzeptiert der Klub...

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ausgebremst: Fürs Nichtantreten gegen Lupo II wird die FSV Adenbüttel/Rethen bestraft - was Klub-Chef Dominik Lippe nur teilweise akzeptiert.
Ausgebremst: Fürs Nichtantreten gegen Lupo II wird die FSV Adenbüttel/Rethen bestraft - was Klub-Chef Dominik Lippe nur teilweise akzeptiert. © Lea Behrens
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Keine Punkte, Geldstrafe, Heimrecht verloren: Die "Dreifach-Bestrafung", so der FSV-Vorsitzende Dominik Lippe, die der Verwaltungsbescheid des Fußball-Bezirksausschusses nach dem Nichtantritt bei Lupo/Martini Wolfsburg II beinhaltet, stößt bei Bezirksligist Adenbüttel/Rethen auf Unverständnis.

Post vom Bezirksausschuss für die FSV Adenbüttel/Rethen. Der Fußball-Bezirksligist war am 28. November aufgrund zweier möglicher Corona-Fälle nicht bei Lupo/Martini Wolfsburg II angetreten. „Eine Niederlage am grünen Tisch nehmen wir in Kauf, Gesundheit und gesellschaftliche Verantwortung stehen für uns über den drei Punkten“, so der Vorsitzende Dominik Lippe damals. Dazu steht er noch heute. Auch, nachdem nun vor wenigen Tagen der Verwaltungsentscheid ins Haus flatterte. Die Partie wird gegen Adenbüttel mit 0:5 gewertet, zusätzlich gibt es eine Geldstrafe. Und: In der Rückrunde geht das Heimrecht an Lupo II - und genau dieser Punkt ist für Lippe und die FSV "nicht nachvollziehbar". Der Verein legte gegen diesen Punkt Einspruch ein.

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Der FSV-Vorsitzende stellt klar: "Ich kann auch nicht nachvollziehen, warum das Spiel gegen uns gewertet wird. Aber Haken dran. Warum wir aber auch noch das Heimreicht verlieren sollen, da würde ich gern eine vernünftige Stellungnahme haben. Die fehlt bisher. Ich erwarte, dass wir in der Rückrunde in Rethen gegen Lupo II spielen."

Was war passiert? Schon im Vorfeld wollte Adenbüttel die Partie in Wolfsburg verlegen. "Kurz zuvor kam die Regelung 3G auf dem Platz, 2G in der Kabine. Wir haben noch fünf Ungeimpfte im Team. Also dürften nicht alle in die Kabine, nicht alle in die Duschen - und das bei dem Wetter. So macht das keinen Spaß, das hat mit Mannschaftssport nicht zu tun." Zur Verlegung kam es nicht. "Der Gegner wird seine Gründe gehabt haben", die FSV akzeptiere das, so Lippe.


Am Spieltag selbst waren dann zwei Corona-Selbsttests positiv. "Egal ob geimpft oder ungeimpft - bei uns testet sich jeder zum Schutz des anderen", so Lippe, der auf dem Platz auch Kapitän ist. Daraufhin nahm der Verein Kontakt mit dem Gesundheitsamt auf, ein FSV-Spieler, der bei den Johannitern ist, hakte bei der Hilfsorganisation nach. "Beide Stellen haben die Empfehlung ausgesprochen, nicht zu spielen, bis das Ergebnis der PCR-Tests feststeht", so Lippe.

Allerdings: "Vom Verband hieß es, dass wir genügend gesunde Spieler haben. Diese Meinung kann ich mittlerweile nicht mehr nachvollziehen", so der Vorsitzende. Denn da das betroffene Duo (beide übrigens Geimpfte) beim Training und in der Kabine war, "bestand die Gefahr, dass sich weitere angesteckt haben könnten." Das Team besprach sich. "Es haben Spieler klar gesagt, dass sie gern nach Hause fahren würden. Da haben wir als Mannschaft entschieden, dass wir niemanden ausschließen, der sich unwohl mit der Situation fühlt und nicht antreten werden", sagt Lippe. In den Nachrichten werde doch "rauf- und runtergebetet, vernünftig zu sein. Man soll Infektionsketten eindämmen - und auch für uns stehen Gesundheit und gesellschaftliche Verantwortung über den drei Punkten."

Nur zwei Tage nach dem Nichtantritt kam die Unterbrechung des Spielbetriebs seitens des Verbands. Für Adenbüttel/Rethen zwei Tage zu spät. Zum Glück bestätigten sich die Corona-Verdachtsfälle nicht - doch das war ja am Sonntag nicht absehbar. Lippe: "Da hältst du dich an die Hotline des Gesundheitsamts und wirst am Ende dafür bestraft. Ich finde das ziemlich schwach..." Trotzdem nimmt der Verein die Spielwertung hin. Auch die Geldstrafe. Nur um das Heimrecht kämpft Adenbüttel/Rethen weiter: "Das Spiel bei Lupo wird doch gegen uns gewertet - warum die Dreifach-Bestrafung?" Jetzt wartet die FSV auf Antwort.

Übrigens: Dass Problem werde im neuen Jahr nicht verschwunden sein, glaubt Lippe: "Das Signal, das der Verband damit sendet ist doch, dass trotz Verdachtsfällen gespielt werden soll. Ich finde aber gut, wenn Teams mit Vorsicht handeln. Was macht der Verband aber, wenn sich die Nichtantritte mehren? Mit sportlicher Fairness hat das dann nichts mehr zu tun. Und wie viele Spieler sagen dann: 'So habe ich keinen Bock mehr auf Fußball?'"

Sein Verein habe sich jedenfalls nichts vorzuwerfen. "Ich bleibe dabei: Wir haben richtig gehandelt, würden immer wieder so entscheiden. Selbst wenn es dreimal in Folge ist und wir abgemeldet werden müssen!"

Unter 2G - so wie zuletzt in der Fußball-Oberliga angewandt - würde die FSV nicht antreten. Lippe: "Es gibt Leute, die lassen sich nicht Impfen. Das ist meiner Meinung nach zu akzeptieren. Trotzdem wollen wir diese Menschen, unsere Freunde und Teamkollegen nicht ausschließen. Wir haben als Team entschieden: Sobald jemand nicht mehr mitmachen darf, macht die ganze Mannschaft nicht mehr mit. Ich finde als Vorsitzender und als Kapitän, dass dies den guten Charakter der Mannschaft zeigt."