27. September 2020 / 12:40 Uhr

Bezirkspokal: Darum treten der 1. FC und Hehlingen heute nicht an

Bezirkspokal: Darum treten der 1. FC und Hehlingen heute nicht an

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Nicht mehr am Start: Der 1. FC Wolfsburg (l. Bild r.) und der TSV Hehlingen (r. am Ball) haben zu große Personalsorgen.
Nicht mehr am Start: Der 1. FC Wolfsburg (l. Bild r.) und der TSV Hehlingen (r. am Ball) haben zu große Personalsorgen. © Boris Baschin/Britta Schulze
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Der TuS Neudorf-Platendorf hatte sich als erstes Team aus dem Bezirkspokal-Wettbewerb zurückgezogen. Auch der TSV Hehlingen und der 1. FC Wolfsburg sind zum Abschluss der Gruppenphase heute nicht mehr dabei. Die Trainer erläutern im SPORTBUZZER ihre Gründe.

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Drei Spiele abgesagt

Elf Spiele mit heimischer Beteiligung, drei Absagen wegen Nichtantretens - der letzte Spieltag in der Gruppenphase des Bezirkspokals hat sich ordentlich ausgedünnt.

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Der TuS Neudorf-Platendorf hatte sich bereits aus dem Fußball-Bezirkspokal zurückgezogen. TuS-Trainer Ralf Schmidt monierte die hohe Intensität nach der langen Pause: „Wir machen das einfach nicht mehr mit. Die Jungs haben ein Dreivierteljahr nicht gespielt, müssen dann sechsmal in kürzester Zeit ran. Das ist ein Kaltstart.“

Mit dem TSV Hehlingen (zweiter Nichtantritt) und dem 1. FC Wolfsburg (erster Nichtantritt) folgten die nächsten heimischen Vereine. Am vorletzten Spieltag hatte der TSV schon die Partie gegen den Staffelgefährten TSG Mörse abgesagt. Hehlingens Coach Artur Krause ahnte unter der Woche, dass auch die heutige Partie beim SV Barnstorf auf der Kippe steht („Weil alle auf der letzten Rille laufen“). Aus der Ahnung wurde nun Gewissheit. Verletzte, Angeschlagene, Urlauber, dazu die Zweitvertretung ebenfalls im Punktspiel-Einsatz - zu viele TSV-Partien für zu wenig Hehlinger Spieler. "Wir haben entschieden, dass das Ligaspiel Vorrang hat. Das ist schade, aber wir sind ja nicht die einzigen denen es so geht", sagt Krause.

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"Mit acht oder neun Mann treten wir nicht an"

Stimmt, auch Bezirksligist 1. FC Wolfsburg musste sich der schlechten Personalsituation beugen. Das Team von Mohammed Rezzoug konnte zwar das Nachholspiel am vergangenen Donnerstag beim Bezirksligisten VfB Fallersleben (2:2) noch bestreiten, doch zur letzten Partie beim Landesligisten SSV Vorsfelde tritt Wolfsburg heute nicht an. „Ich muss zum ersten Mal ein Spiel absagen. Aber die Personalmisere nimmt kein Ende." Beim Remis in Fallersleben verletzten sich nun auch noch Bessem Rebai (Sprunggelenk) und Emanuel Ganesalingam (Zerrung), der aufgrund der personellen Nöte wieder beim 1. FC eingesprungen war. Klar war zudem, dass zwei weitere FC-Spieler fürs Vorsfelde-Spiel verhindert waren. "Mit acht oder neun Mann treten wir nicht an", zog Rezzoug einen Schlussstrich.

Der FC-Trainer war anfangs ein Befürworter des aufgrund der Corona-Pandemie veränderten Wettbewerbs. Aber: „Das hat sich geändert, weil ich sehe, dass es für die Spieler einfach zu viel ist.“ Nach neun Monaten Pause stoßen die Amateurfußballer in den englischen Pokalwochen an ihre Grenzen - selbst der 1. FC Wolfsburg, ausgestattet mit einem satten 27-Mann-Kader (allerdings sind Gzim Mustafa, Orhan Shala und Yusef Murad - alles Zugänge von Lupo - erst ab dem 1. November spielberechtigt).

Finanziell haben die Nichtantritte für Platendorf, Hehlingen und den 1. FC Folgen. „Es sind Pflichtspiele, wenn die Vereine nicht antreten, dann haben sie auch die entsprechende Strafe zu zahlen“, sagt der Bezirksausschuss-Vorsitzende Jörg Zellmer. „Die Mannschaften hätten auch die Möglichkeit gehabt, die Spiele zu verlegen, das ist nicht geschehen.“

Wolfsburg wird die Strafe aus der Teamkasse begleichen. "Wir haben als Mannschaft entschieden, nicht anzutreten. Der Verein soll nicht damit belastet werden", so Rezzoug.