14. August 2020 / 17:40 Uhr

BFC Dynamos Steinborn vor Chemie-Spiel: "Bisschen Derby ist es immer noch für mich"

BFC Dynamos Steinborn vor Chemie-Spiel: "Bisschen Derby ist es immer noch für mich"

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Mattias Steinborn (l. mit Chemie-Kapitän Stefan Karau) kommt am Sonnabend mit dem BFC nach Leutzsch.
Mattias Steinborn (l. mit Chemie-Kapitän Stefan Karau) kommt am Sonnabend mit dem BFC nach Leutzsch. © Petzsche/PICTURE POINT
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Ex-Lok-Stürmer Matthias Steinborn gastiert mit den Berlinern vom BFC Dynamo zum ersten Regionalligaspieltag bei der BSG Chemie Leipzig. Trotz seines Abgangs aus Probstheida diesen Sommer ist der 31-Jährige hoch motiviert für das Duell gegen die Leutzscher.

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Leipzig. 23 Wochen nach dem letzten Punktspiel geht es für Chemie Leipzig wieder zur Sache: 161 Tage oder fünfeinhalb Monate nach dem 2:4 gegen Altglienicke steht das erste Punktspiel der neuen Saison an. Zu Gast ist der BFC Dynamo (Samstag, 16 Uhr, aufgrund der Corona-Regeln ausverkauft), der ein neues Gesicht hat – so wie die BSG auch.

Auf die Frage, wie seine erste Elf zum Anstoß aussehen wird, lacht Trainer Miro Jagatic: „Das wüsste ich auch gern!“ Der letzte Trainingseindruck entscheidet, endlich hat er durch die gewachsene Breite im Kader die Möglichkeit, ausschließlich auf hundertprozentig fitte Spieler zu setzen. „Wir haben qualitativ zugelegt“, meint der Coach, „es kommt Konkurrenzkampf in die Mannschaft. So können wir den nächsten Schritt gehen.“ Das bedeutet eine offensivere Ausrichtung, zuletzt waren Treffer Mangelware – nur 20 in 23 Spielen. „Das Gerüst steht, ansonsten sind wir vielleicht bei der Hälfte dessen, was wir uns vorstellen“, so der ehrgeizige Trainer.

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„Sauer über das Pokal-Aus“

Für das erste Punktspiel geht es ihm darum, „die Angst, etwas verkehrt zu machen, aus den Köpfen zu bekommen“. Als sicher gilt, dass die Neuzugänge Stephané Mvibudulu und Benjamin Luis in der Spitze auflaufen, da der Tscheche Tomas Petracek noch Trainingsrückstand hat. Morgan Faßbender und Max Keßler könnten auf den Flügeln spielen, wo auch Alex Bury und Philipp Wendt zu Hause sind. Es wird spannend.

Der BFC hat eine neue Mannschaft aufgebaut und stellt eine der besten Angriffsreihen. Steinborn, Förster und Bolyki sind gestandene Stürmer. Mit Matthias Steinborn kommt heute nicht nur einer der gefährlichsten Angreifer der Liga, sondern ein alter Bekannter nach Leutzsch. Mit dem 1. FC Lok misslang ihm der Drittliga-Aufstieg, danach heuerte er zum dritten Mal beim BFC an. Enttäuschung über den geplatzten Aufstiegstraum verspüre er nicht mehr: „Sauer sind wir über das Pokal-Aus letzte Woche. Das andere ist abgehakt. Ich bin zu 100 Prozent beim BFC und verschwende keinen Gedanken mehr an die Vergangenheit.“

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<b>Benjamin Bellot</b> (29 Jahre), Torwart, im Verein seit 2019, Vertrag bis 2022. Zur Galerie
Benjamin Bellot (29 Jahre), Torwart, im Verein seit 2019, Vertrag bis 2022. ©

„Die Wahrheit liegt auf dem Platz!“

Das Match bei Chemie will der Knipser gewinnen, auch wenn es immer intensive und spannende Spiele waren: „Ein kleines bisschen Derby ist es immer noch für mich. Es war immer ein Highlight für mich, in jedem Zweikampf ging es um alles.“ Man wolle Chemie unter Druck setzen und mit einem Sieg perfekt in die Saison starten. Mit Stephané Mvibudulu und Pascal Pannier trifft er auf zwei ehemalige Mannschaftskameraden, die jetzt bei der BSG Chemie spielen. „Steph und Passi werde ich vor dem Spiel guten Tag sagen, aber vor dem Spiel gibt es keine alten oder neuen Kollegen, da gibt es nur Gegner. Nach dem Spiel kann man sich austauschen. Das sind gute Jungs, und ich freue mich, dass ich auf die treffe.“

Einen BFC-Sieg verhindern wollen die Leutzscher auf jeden Fall. Auf ein Resultat festlegen möchte sich Jagatic aber nicht: „Wir werden alles raushauen, aber der Respekt verbietet, irgendein Ergebnis vorherzusagen. Wir tun alles für den Erfolg, aber vom Quatschen hat noch keiner drei Punkte geholt. Es gilt wie immer: Die Wahrheit liegt auf dem Platz!“