20. November 2020 / 09:02 Uhr

BFV-Chef Neumann: „Fusion mit Budissa Bautzen ist illusorisch“

BFV-Chef Neumann: „Fusion mit Budissa Bautzen ist illusorisch“

Jürgen Schwarz
Dresdner Neueste Nachrichten
Bischofswerdas Präsident Jürgen Neumann ist skeptisch, dass die Regionalliga in Kürze wieder startet.
Bischofswerdas Präsident Jürgen Neumann ist skeptisch, dass die Regionalliga in Kürze wieder startet. © Steffen Manig
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Jürgen Neumann, Chef des Bischofswerda FV, spricht im Interview mit dem SPORTBUZZER über die Auswirkungen der Coronakrise und die verworfene Überlegung, mit Budissa Bautzen eine Spielgemeinschaft zu gründen.

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Bischofswerda. Alle 20 Mannschaften der Fußball-Regionalliga Nordost haben das Mannschaftstraining wieder aufgenommen. Der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) ist bemüht, mit Unterstützung der Politik zeitnah den Spielbetrieb, unter strikter Einhaltung der Hygienevorschriften, wieder aufzunehmen. Rechtsanwalt Jürgen Neumann, Präsident des Tabellenletzten Bischofswerdaer FV, glaubt nicht mehr an Punktspiele in diesem Jahr.

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Herr Neumann, wird ab 25. November wieder um Regionalliga-Punkte gespielt?

Ich halte den Re-Start für wenig realistisch. Ich war überrascht, dass bei der gemeinsamen Videokonferenz der Vereine mit dem NOFV niemand die Gesundheit der Spieler im Kopf hatte. Wir haben es aber am eigenen Leib gespürt, als sich an die Quarantäne noch zwei Wochen Sportverbot anschlossen, denn unser Spieler war nicht nur positiv getestet worden, sondern auch tatsächlich krank.

Also doch erst ein Neustart am 15. Januar 2021?

Den halte ich ebenfalls für nicht realistisch, denn es wird im Januar nicht anders sein als jetzt. Zuschauer werden erst im Frühjahr wieder in die Stadien dürfen. Frau Merkel sprach davon, dass Lockerungen ausgeschlossen seien, sie will die Zügel anziehen. Ich bin der Meinung, wir werden die Hinrunde im Frühjahr zu Ende bringen und anschließend eine Auf- und Abstiegsrunde spielen.

Heimspiele ohne Fans generell ein Minusgeschäft

Sind „Ihre“ Spieler Profis oder Semi-Profis?

Unsere Spieler sind Vertragsspieler, wie rund 88 Prozent aller Regionalliga-Kicker. Vertragsspieler bedeutet, dass sie mindestens ein Einkommen 250 Euro im Monat haben müssen. Profis haben wir nicht.

Im Sommer war der Rückzug in die NOFV-Oberliga ein Thema. Bereuen Sie es, diesen Schritt nicht vollzogen zu haben?

Darüber mache ich mir jetzt keine Gedanken mehr. Wir werden in Kürze eine Klausurtagung im Präsidium abhalten und über die Zukunft entscheiden. Danach informieren wir, wie es in der Saison 2021/22 weitergehen soll.

Die Heimspiele in Bautzen sind für den Verein sicher ein Minusgeschäft, oder?

Heimspiele ohne Fans sind generell ein Minusgeschäft. Wir hatten im Schnitt mit 400 Zuschauern gerechnet, da hätten besser besuchte Heimspiele wie gegen Jena oder Cottbus mit dazu beigetragen. Spielen wir ohne Fans, fehlen uns zu jedem Heimspiel rund 5.000 Euro, da Catering-Einnahmen auch entfallen.

Trainingslager fällt aus

Wird der BFV 2021 in den heimischen Wesenitzsportpark zurückkehren?

Nein, glaube ich nicht. Der Rasen müsste gemacht werden, sonst kann da in der kalten Jahreszeit nicht gespielt werden. Zudem befindet sich die Stadt Bischofswerda mit einer Baufirma im Rechtsstreit, und der muss erst entschieden sein, bevor die Mängel-Beseitigung beginnen kann.

Wird es Neuzugänge in der Winterpause geben und was wird aus dem Türkei-Trainingslager?

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Personelle Veränderungen wird es kaum geben, es sei denn, unsere Spieler aus Kanada oder Lettland können oder wollen nicht mehr nach Deutschland zurück. Dann müsste wohl noch etwas passieren. Das Camp fällt aus.

Stimmt es, dass eine Spielgemeinschaft mit Budissa Bautzen geplant war?

Ja, zumindest waren wir mit den Verantwortlichen von Budissa im Gespräch und haben auch den Sächsischen Verband informiert. Beim SFV hieß es aber, es käme nur eine Fusion infrage. Dazu wäre die Zustimmung von 75 Prozent der Mitglieder notwendig – aus meiner Sicht illusorisch.