11. August 2021 / 16:11 Uhr

BG 74 Veilchen Ladies: Zwei hochkarätige Neuzugänge und viel Kontinuität

BG 74 Veilchen Ladies: Zwei hochkarätige Neuzugänge und viel Kontinuität

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Kat Tudor, hier noch im Trikot der Oregon State Beavers, tritt zukünftig für die Veilchen Ladies an.
Kat Tudor, hier noch im Trikot der Oregon State Beavers, tritt zukünftig für die Veilchen Ladies an. © Bryan Lynn/Icon Sportswire
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Mit viel personeller Power gehen die BG 74 Veilchen Ladies in die kommende Saison der Damenbasketball-Bundesliga: Leistungsträgerinnen des Kaders der vergangenen Saison konnten gehalten werden, außerdem gelang dem Göttinger DBBL-Team die Verpflichtung von zwei vielversprechenden Akteurinnen.

Die BG 74 Veilchen Ladies sind bei der Suche nach einem Shooter fündig geworden. Von der Oregon State University stößt der 23-jährige Shooting Guard Kat Tudor zum Göttinger Damenbasketball-Bundesligisten.

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Bereits in ihrem zweiten Jahr am Oregon State startete Tudor in allen 34 Spielen und stand im Schnitt knapp 30 Minuten auf dem Feld. Mit durchschnittlich zwölf Punkten und 4,5 Rebounds gehörte sie zu den Leistungsträgerinnen. Ihr drittes Jahr war dann allerdings von Verletzungen geprägt. Erst in ihrem Senior Year kam sie zurück und erzielte in 21 Spielen durchschnittlich 7,8 Punkte.

Drittbeste Drei-Punkt-Werferin am Oregon State

Dennoch hat sie ihre College-Karriere als drittbeste Drei-Punkt-Werferin am Oregon State abgeschlossen und dabei zweimal am Sweet16, der klassischen nationalen Meisterschaftsrunde der College-Mannschaften, teilgenommen. Die 1,83 Meter große Tudor hat im vergangenen Jahr an ihrer Fitness gearbeitet und fühlt sich nun topfit für eine neue Herausforderung in Europa.

„Wir freuen uns, dass Kat sich entschieden hat, nach Göttingen zu kommen“, sagt Ladies-Geschäftsführer Richard Crowder. „Auch wenn der Wurf von Downtown ihre Spezialität ist, hat sie eine gute Athletik und verteidigt auch sehr gut“, ergänzt Headcoach Goran Lojo. „Sie wird uns in der Offensive weitere Optionen geben.“ Am kommenden Wochenende wird Tudor in Göttingen erwartet – rechtzeitig zum Trainingsauftakt am nächsten Montag.

U20-Nationalspielerin Reichert stößt zum Team

Außerdem haben sich die Veilchen Ladies die Dienste der U20-Nationalspielerin Marie Reichert gesichert. Seit Februar gehört Reichert zum Team, wenngleich sie in der vergangenen Saison nicht spielberechtigt war.

Manchmal sind es Zufälle, die zu einer hochkarätigen Verpflichtung führen, heißt es dazu in einer Mitteilung der Veilchen Ladies. „Anfang Februar bekam ich einen Anruf vom DBB“, berichtet Geschäftsführer Crowder. „Da Maries College-Saison pandemiebedingt nicht stattfand, wurde gefragt, ob sie bei uns mittrainieren könnte, um für das U20-Nationalteam wieder fit zu werden. Natürlich haben wir zugesagt.“


Reichert hat als Zehnjährige mit dem Basketball begonnen

Die Kasselanerin hatte als Zehnjährige mit dem Basketball begonnen und wurde sehr schnell in die Talentförderungsprogramme der Region aufgenommen. Im Alter von 16 Jahren wechselte sie nach Grünberg und spielte dort bereits in der 2. Liga Nord sowie für das Team Mittelhessen in der WNBL.

Nach dem Abitur wechselte die 1,85 Meter große Spielerin auf die Old Dominion University in Norfolk/Virginia und erzielte bereits in ihrer ersten Saison im Durchschnitt in rund 18 Minuten Spielzeit 4,8 Punkte, 3,7 Rebounds und 1,3 Blocks. Reichert hat sämtliche Jugend-Nationalteams durchlaufen und zuletzt bei einem Trainingslehrgang in Göttingen in drei Spielen gegen Tschechien 22, 23 und 27 Punkten erzielt. Beim internationalen Challenge-Turnier im Sommer schaffte sie fast in jedem Spiel ein Double-Double.

„Marie wird sich ohne extremen Druck bei uns weiter entwickeln können und hat riesiges Potenzial. Andererseits könnte es durchaus passieren, dass sie von Beginn an starke Leistungen und Statistiken abliefert“, sagt Headcoach Lojo. „Wir freuen uns sehr, dass sie sich entschieden hat, ihre Karriere in Göttingen in Verbindung mit einem Studium fortzusetzen.“ Sie freue sich auf das „Abenteuer erste Liga“ und fühle sich im Team bereits „extrem wohl“, sagt Reichert, die auf den Positionen vier und fünf eingesetzt werden soll.

Karambatsa, Azinovic und Dzankic bleiben Veilchen Ladies

Darüber hinaus setzen die Veilchen Ladies auf Kontinuität: Neben Kapitän Jenny Crowder wurden gleich sechs Spielerinnen des bisherigen Kaders für die kommende Saison verpflichtet. Außerdem bleibt Jonas Fischer Co-Trainer von Headcoach Lojo.

„Dass Jonas in der vergangenen Saison diese Aufgabe übernahm, war ein großer pandemie-bedingter Zufall“, sagt Geschäftsführer Crowder. „Als FSJler des Vereins war er während des Lockdowns zur Tatenlosigkeit verdammt. Er hat dann bei unseren Damen Aufgaben übernommen, und im Nachhinein kann man sagen: Es war eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“

Lena Wenke war nach einer Corona-Infektion und Handgelenksbruch im vergangenen Januar zum Team gestoßen. „Nach dem Wechsel konnte man fast wöchentlich ihre Fortschritte verfolgen“, erläutert Fischer. „Wir hoffen natürlich, dass diese Entwicklung weiter geht.“

Auch Annika und Meike Oevermann bleiben den Veilchen Ladies erhalten. „Unseren Twins gehört die Zukunft“, sagt Crowder. „Annika hat bereits in der letzten Saison deutlich mehr Spielzeit erhalten als in der Vorsaison. Meike hat sich fast über die gesamte Saison mit einer Verletzung herumgeplagt. Wir wünschen uns sehr, dass beide nun fester Bestandteil der Rotation werden und den Schritt zur Stammspielerin bewältigen.“ Gleichzeitig müsse Lojo den Mut haben, die jungen Spielerinnen auch in allen Spielphasen einzusetzen.

Mehr zu den Veilchen Ladies

Viki Karambatsa geht bei den Veilchen Ladies in ihre fünfte Saison und ist aus dem Team kaum wegzudenken. „Viki ist als junge Spielerin zu uns gewechselt und macht Jahr für Jahr Fortschritte. Sie ist eine athletische Kämpferin unter den Körben und eine absolute Teamspielerin“, sagt Geschäftsführer Roland Emme-Weiß.

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Zurückkehren ins Team wird auch Sandra Azinovic, die nun bereits in ihre dritte Saison in Göttingen geht. „Auch Sandra ist noch sehr jung und hat unheimlich viel Potenzial“, unterstreicht Emme-Weiß. „Ihr soll nun der Sprung zur beständigen Leistungsträgerin gelingen“ – das sei auch die Hoffnung des Coaches.

Die Kroatin Ruzica Dzankic gehörte in der vergangenen Saison auf Anhieb zu den Leistungsträgerinnen und war so etwas wie der ruhende Pol auf dem Spielfeld. „Ruza hat sich sehr schnell integriert und macht viele Sachen auf dem Feld, die in Statistiken nicht wahrgenommen werden. Sie ist eine Spielerin auf die wir nicht gern verzichten wollen“, sagt Lojo.

Heimrechttausch des Pokalspiels

Derweil wurde bekannt, dass das Pokalspiel gegen die Gisa Lions SV Halle in Göttingen ausgetragen wird. Ausgelost wurde am vergangenen Donnerstag eigentlich ein Spiel in Halle, dort steht jedoch am vorgesehenen Termin die Halle nicht zur Verfügung, worauf ein Heimrechttausch vereinbart wurde. Gespielt wird nun am Sonnabend, 18. September, um 19 Uhr in der FKG-Halle.