04. Januar 2021 / 17:10 Uhr

BG Göttingen: Erneut Pause für britischen Nationalspieler Luke Nelson

BG Göttingen: Erneut Pause für britischen Nationalspieler Luke Nelson

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
BG-Trainer Roel Moors muss erneut auf Luke Nelson verzichten.
BG-Trainer Roel Moors muss erneut auf Luke Nelson verzichten. © Pförtner
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Zumindest im Training muss Luke Nelson, britischer Guard in Diensten des Basketball-Bundesligisten BG Göttingen, nach Aufbrechen seiner alten Verletzung erneut pausieren. Ein anderer BG-Akteur hat dagegen offenbar keine Zukunft mehr bei den Veilchen.

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Basketball-Bundesligist BG Göttingen muss erneut auf seinen britischen Nationalspieler Luke Nelson verzichten – zumindest im Training: In der ersten Partie nach seinem Muskelfaserriss im Oberschenkel am vergangenen Sonnabend bei den Jobstairs Giessen 46ers hatte sich Nelson gegen Mitte der Begegnung mit neuerlichen Beschwerden abgemeldet. Offenbar erfolgte der Einsatz für den Guard zu früh, wie Veilchen-Headcoach Roel Moors am Montag einräumte.

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„Er hat vielleicht ein bisschen zu früh wieder gespielt. Wir wussten, dass es früh war, haben es aber zusammen so entschieden, auch mit dem Spieler, der unbedingt auflaufen wollte, weil es ein wichtiges Spiel war“, sagte Moors. Nelson sei für die BG ein wichtiger Akteur, der mitunter entscheidend sein könne. „Er kann treffen“, so Moors.

Jobstairs Giessen 46ers - BG Göttingen

Jobstairs Giessen 46ers - BG Göttingen Zur Galerie
Jobstairs Giessen 46ers - BG Göttingen © Pförtner

Bevor sich beim Briten die alte Verletzung bemerkbar machte, hatte er mit drei versenkten Drei-Punkte-Versuchen allein im ersten Viertel sein Team in Gießen auf die Siegerstraße geführt. Wie es nun weitergeht, war am Montag noch unklar. Moors: „Wir müssen jetzt abwarten. Es scheint nicht so schlimm zu sein wie das letzte Mal, aber er kann im Moment nicht trainieren.“

Umso wichtiger erscheint vor diesem Hintergrund die kurzfristige Verpflichtung von Deishuan Booker, der bei seiner Premiere im Auswärtsspiel bei den 46ers neben acht Punkten auch sieben Assists auf der Habenseite verzeichnete. „Wir können ihn auch dann gebrauchen, wenn Luke fit ist, er hat extra Kreativität gebracht“, urteilt Moors. „Er ist eine Woche hier, und ich fand, dass er es dafür nicht schlecht gemacht hat. Aber ich erwarte natürlich mehr“, unterstrich der Belgier. „Er hatte einige doofe Ballverluste und war in der Defensive nicht so gut.“


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Was auffiel, war die Eleganz, mit der Booker auf dem Parkett agierte – das sah auch Moors so: „Alles geht bei ihm sehr einfach, aber das bringt auch immer die Gefahr mit sich, dass er nonchalant spielt.“ Tatsache sei, dass er sich „pushen muss, um mehr zu bringen“.

In anderer Hinsicht stellt sich für Moors mit der Verpflichtung von Booker ein sportliches Problem ein: Es herrscht ein Überangebot an ausländischen Spielern. Weil Harper Kamp in Gießen spielte, mussten Galen Robinson jr. und Will Rayman pausieren. Eine Dauerlösung ist das nicht – das weiß auch der Headcoach.

„Die Situation ist nicht einfach und darf nicht eine längere Zeit dauern“, unterstreicht Moors. Eigentlich sind im Kader lediglich sieben Ausländer ausgewiesen, aber weil der reaktivierte Oldie Kamp einen derart guten Job macht, kommt man bei der BG nun sogar auf acht. Während Kamp in Gießen sogar in der Starting Five stand, erhielt Rayman offenbar eine Denkpause verordnet. „Ich war in der letzten Woche nicht zufrieden mit ihm“, sagt Moors.

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Immerhin dürfte der nachverpflichtete Rayman aber eine Zukunft bei der BG haben – im Gegensatz zum nachverpflichteten Robinson jr.: „Er hat bereits einen Schritt gemacht, aber momentan reicht das noch nicht“, stellt BG-Headcoach Moors klar. In sportlicher Hinsicht sei eine solche Situation für keinen Spieler gut. „Wir können das zwei bis drei Wochen so praktizieren, schließlich hilft er uns ja auch im Training. Aber ein Spieler will spielen.“

Moors wünscht sich mehr Kontinuität

Die zusätzliche finanzielle Belastung durch Booker spiele in diesem Zusammenhang keine Rolle: „Wir sind bisher nie über den Etat gegangen, gehen kein Risiko ein“, unterstreicht Moors, dem vielmehr die schwankenden Leistungen einiger Akteure Kopfzerbrechen bereiten. „Wir haben Januar und noch kein festes Bild vom Team. Das hängt auch mit vielen Spielern zusammen, die nicht das bringen, was sie müssen“, klagt der Belgier. Lediglich drei bis vier Akteure lieferten kontinuierlich Leistung ab. „Ein großer Teil der nötigen Energie wird immer auch durch die richtige Mentalität bereitgestellt. Und wir müssen einfach mit mehr Intensität spielen.“

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