28. Januar 2021 / 17:35 Uhr

BG Göttingen: Ex-Trainer Johan Roijakkers tritt mit Bamberg in Sparkassen-Arena an

BG Göttingen: Ex-Trainer Johan Roijakkers tritt mit Bamberg in Sparkassen-Arena an

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Johan Roijakkers bei einer Ansprache als BG-Trainer. Hinter ihm mit der Nummer 50 Joanic Grüttner Bacoul.
Johan Roijakkers bei einer Ansprache als BG-Trainer. Hinter ihm mit der Nummer 50 Joanic Grüttner Bacoul. © Jan Huebner/Blatterspiel
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Johan Roijakkers kehrt zurück zur BG Göttingen – allerdings nur für ein BBL-Spiel: Der langjährige Veilchen-Headcoach tritt am Freitag um 20.30 Uhr mit seinem neuen Team Brose Bamberg in der Sparkassen-Arena an.

Der verlorene Sohn kehrt zurück: Johan Roijakkers, der acht Jahre lang Headcoach des Basketball-Bundesligisten BG Göttingen war, gastiert am Freitag in seiner neuen Eigenschaft als Trainer des Ligakonkurrenten Brose Bamberg in seiner alten Wirkungsstätte. Tipoff der Partie in der Sparkassen-Arena ist um 20.30 Uhr. Ein Wiedersehen gibt es auch für BG-Headcoach Roel Moors – nämlich mit seinem alten Arbeitgeber Brose Bamberg, bei dem der Belgier Moors der Vorgänger des Niederländers Roijakkers war. Die Göttinger Medien interessierten sich im Vorfeld sehr für das Gastspiel von Roijakkers, der viele BG-Spieler weitere Teammitglieder mit nach Bamberg genommen hatte, und so lud Brose am Donnerstagvormittag zur Zoom-Pressekonferenz mit dem Niederländer und dem ehemalige Veilchen-Akteur Joanic Grüttner Bacoul.

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Roijakkers ist am Donnerstag gut aufgelegt. Kein Wunder: Nach sechs Siegen in sechs Champions League-Spielen steht Brose so gut da wie kein anderes Team. Der Blick auf die BBL-Tabelle ist dagegen nicht so erfreulich: sechs Erfolge, acht Niederlagen, lediglich Platz acht. „Ich denke, dass wir in der Champions League vielleicht ein bisschen Extra-Motivation haben und jede Mannschaft im Gegensatz zur BBL die gleiche Zeit für die Vorbereitung hat“, sagt der Niederländer.

Das Spiel in Göttingen sei für ihn ein bisschen wie nach Hause zu kommen. „Deshalb ist es komisch, in Göttingen in einem Hotel zu schlafen.“ Er freue sich zwar auf Göttingen, „ich hätte mir nur eine andere Situation gewünscht, denn wir spielen ohne Zuschauer, und das ist schade. Das Hamburg-Spiel war für mich das letzte Spiel in Göttingen, und wir wussten noch nichts vom Abbruch, sodass ich mich eigentlich niemals von den Göttingern verabschiedet habe. Hoffentlich bekomme ich noch mal die Chance, in einer vollbesetzten S-Arena zu coachen.“

Johan Roijakkers bei der BG Göttingen

Johan Roijakkers (3) Zur Galerie
Johan Roijakkers (3) ©

Was vermisst Roijakkers an Göttingen? „Ich vermisse sehr viele Sachen, das ist der Grund, warum ich acht Jahre lang geblieben bin. Natürlich und vor allem vermisse ich die Leute.“ So habe er vor den Spielen immer sehr viel Spaß mit Betreuer Kai Winkler gehabt. „Mir ist immer langweilig vor dem Spiel. Das dauert immer so lange, bis es losgeht. Da war Kai immer da, um mit mir zu reden.“

Reicht es nach dem Spiel für ein Bierchen mit Winkler? „Mit Kai muss das gehen. In Göttingen hat immer die gleiche Mentalität vorgeherrscht, ob du gewonnen oder verloren hast. Ich versuche das hier in Bamberg ein bisschen reinzubekommen: dass du nicht durch Höhen und Tiefen gehst. Ich glaube, dass es langfristig hilft, bessere Ergebnisse zu erzielen.“ Winkler möge für die ganze Bamberger Mannschaft einen ausgeben, regte in diesem Zusammenhang Brose-Pressesprecher Thorsten Vogt an.

Johan Roijakkers am Donnerstag bei der Zoom-Pressekonferenz.
Johan Roijakkers am Donnerstag bei der Zoom-Pressekonferenz. © Screenshot

Grüttner, der noch mit Dennis Kramer und Mathis Mönninghoff zusammengespielt hat, sieht es ähnlich wie Roijakkers: „Es ist tough, dass man zurückkommt und keine Fans in der Halle sind, aber man freut sich trotzdem.“ Wie ist es, nach dem Bayreuther Intermezzo wieder Roijakkers als Trainer zu haben? „Er ist ein Trainer, der auf die richtigen Sachen Wert legt, uns offensiv sehr viel Freiheiten lässt und Spieler verpflichtet, die den Ball bewegen können und füreinander spielen wollen.“


Im Bamberg will Roijakkers wie in Göttingen „das Maximale aus dem Etat holen. Das mag ich, das ist ein Prozess, das macht mir Spaß. Ich will jeden Tag besser werden – das haben wir in Göttingen gut geschafft, und das will ich hier auch hinkriegen.“ Was sagt er über die aktuell schwierige Situation bei der BG? „Es ist ein großer Umbruch gewesen, das ist nicht einfach. Aber aber ich bin 100 Prozent davon überzeugt, dass Göttingen es in diesem Jahr schafft, in der Liga zu bleiben. Allein die Struktur ist zu stark, um in die zweite Liga zu gehen.“

Corona ist „eine schwierige Zeit für den Profibasketball“

Die Corona-Pandemie bedeute für den Profibasketball eine schwierige Zeit, findet Roijakkers: „Die Zuschauer können keinen Push geben, aber wir können froh sein, dass wir noch spielen. Nur kann ich mir vorstellen, dass das Alleinsein für viele Spieler aus den USA auch mental schwierig ist, das darf man nicht unterschätzen.“

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Der 40-jährige denkt noch oft an seine Zeit in Göttingen: „Ich habe acht tolle Jahre gehabt, und die Zuschauer haben uns wirklich viele Pushs gegeben. Wir haben München, Berlin und Oldenburg zu Hause geschlagen. Beim letzten Spiel gegen Hamburg war die Halle verrückt, als wir in der ersten Halbzeit mit 30 Punkten geführt haben. Ich hoffe einfach, dass ich mich noch mal bei den Zuschauern dafür bedanken kann.“