20. November 2020 / 15:19 Uhr

BG Göttingen fährt zum Aufsteiger, der mit „viel Intensität und Energie“ spielt

BG Göttingen fährt zum Aufsteiger, der mit „viel Intensität und Energie“ spielt

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Aubrey Dawkins (l., hier im Pokal gegen Rasta Vechta) war zum richtigen Zeitpunkt gegen Braunschweig hellwach und erzielte zwei Dreier in Folge.
Aubrey Dawkins (l., hier im Pokal gegen Rasta Vechta) war zum richtigen Zeitpunkt gegen Braunschweig hellwach und erzielte zwei Dreier in Folge. © imago images
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Für die BG Göttingen geht es am dritten Spieltag der Basketball-Bundesliga zum Aufsteiger Niners Chemnitz. Selbstbewusst treten die Veilchen die Reise nach Sachsen an, gewannen sie doch zuletzt das Südniedersachsen-Derby gegen Braunschweig.

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Die Aufsteiger werden nicht selten auch als Abstiegskandidaten gehandelt. Dass ihre Euphorie nach dem Sprung in Deutschlands höchste Basketball-Liga (fast) Berge versetzen kann, haben die Niners Chemnitz am Donnerstagabend in Bamberg bewiesen, wo sie nach einem starken Spiel nur mit 86:93 das Nachsehen hatten. Die BG Göttingen fährt also gewarnt nach Sachsen. Dort tritt sie am Sonnabend um 20.30 Uhr in der bis zu 5000 Zuschauer fassenden Halle „Messe Chemnitz“ gegen den Neuling an. Allerdings müssen die Chemnitzer auch auf ihre Fans verzichten, Zuschauer sind in der Halle nicht zugelassen.

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Wochenlang hatte das Gesundheitsamt Chemnitz die Mannschaft und Trainer in Quarantäne geschickt, sodass der Aufsteiger für die Konkurrenz – eben bis zum Donnerstagabend – ein unbeschriebenes Blatt blieb. Dazu hatte sich auch BG-Assistenztrainer Thomas Crab im Vorfeld geäußert: „Die Vorbereitung auf das Spiel ist nicht ganz einfach“, sagte er angesichts fehlendem aktuellen Videomaterial. „Aber wir haben ein paar Partien von ihnen gesehen und werden einen Weg finden.“

Auf intensive Gegenwehr eingestellt

Von der langen Corona-Zwangspause war gegen Bamberg nichts zu sehen. Entsprechend kann sich die BG Göttingen beim Antrittsbesuch darauf einstellen, über die vollen 40 Minuten auf intensive Gegenwehr zu stoßen. „Chemnitz hat solide Spieler auf jeder Position. Jeder kann seinen Beitrag leisten. Sie sind aggressiv in der Offensive und können den Korb attackieren – ein sehr solides Allround-Team“, analysierte der Göttinger Co-Trainer und fügte an: „Wie gegen Braunschweig wird es auch gegen Chemnitz wichtig sein, dass wir uns auf die einzelnen Akteure konzentrieren. Wir müssen wissen, wie sie spielen wollen, und das dann so gut wie möglich verhindern.“

In interessantes Duell kann das Aufeinandertreffen der beiden Guards Luke Nelson und Terrell Harris werden. Beide sind als Punktesammler gefährlich, haben aber auch immer ihren Mitspieler im Blick. Der 27-jährige Amerikaner Harris kam bei seinem BBL-Debüt für Chemnitz auf 17 Punkte und sechs Assists. Der Brite Nelson, der in der kommenden Woche auch für sein Nationalteam auflaufen wird, traf beim Derbyerfolg nicht nur den entscheidenden Dreier zum Sieg gegen Braunschweig, sondern war mit 21 Punkten treffsicherster BG-Spieler und mit seinen neun Assists auch noch bester Vorbereiter.

Offensiv starke Guards

Noch interessanter als Harris sind für Roel Moors, Headcoach der BG Göttingen, jedoch dessen Teamkameraden Marcus Thornton und der nachverpflichtete Wes Clark. „Das sind sehr kreative Guards, die ich offensiv sehr stark einschätze“, sagt der Belgier, nach Videostudien von drei Testspielen und der genauen Beobachtung der Partie gegen Bamberg am Donnerstagabend. Dieser Auftritt der Niners sei schon eine Überraschung gewesen. „Chemnitz hat ein gutes Spiel geboten und hatte eine echte Chance zu gewinnen. Die Mannschaft hat mir sehr viel Intensität und Energie gespielt“, fasste Moors seine Eindrücke zusammen. Aber auch Schwachstellen hat er ausgemacht: „Im Offensivrebound hatten sie Nachteile, das war am Ende spielentscheidend.“

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Nach dem Erfolg gegen Braunschweig sei die Stimmung im Team gut gewesen. „Das war ein gutes erstes Spiel. Ich hoffe nur, dass die Fans bald wieder dabei sein können“, sagt der Veilchen-Headcoach, für den es enttäuschend wäre, wenn leere Ränge in der Sparkassen-Arena zum Dauerzustand würden. „Ich hoffe, dass es schnell einen Impfstoff gibt und sich die Lage etwas entspannt.“

Am frühen Donnerstagnachmittag ist die Mannschaft im Teambus in Richtung Sachsen aufgebrochen. Einen Vorteil haben die Veilchen gegenüber ihrem Gastgeber: Sie hatten schon einige Male mehr den „Ernstfall“ bei drei Pokalspielen und zwei Bundesliga-Partien. Die Niners waren im Pokalwettbewerb nicht spielberechtigt (das sieht der Modus so vor). Sie haben deshalb und wegen der Corona-Zwangspause lediglich eine Begegnung, in der es wirklich zählte, ausgetragen. Eingespielter sind also eindeutig die Göttinger.