19. Juni 2020 / 12:02 Uhr

BG Göttingen: Ben Lemmer ist die rechte Hand des Trainerteams

BG Göttingen: Ben Lemmer ist die rechte Hand des Trainerteams

Filip Donth
Göttinger Tageblatt
Ben Lemmer (r.) jubelt in München beim Spiel gegen Crailsheim.
Ben Lemmer (r.) jubelt in München beim Spiel gegen Crailsheim. © R
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Ben Lemmer sammelt nach dem Abitur Erfahrung beim bei Basketball-Bundesligisten BG Göttingen. Dabei agiert der 20-Jährige als rechte Hand des Trainerstabs und ist stets nah dran an der Mannschaft – auch beim Final-Turnier in München.

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Seit rund zwei Wochen wohnt Ben Lemmer nun gemeinsam mit den Profis, Trainern und Betreuern der BG Göttingen im „Quarantäne-Hotel“ in der bayrischen Landeshauptstadt. „Dieses Turnier ist sehr besonders, das wird auf jeden Fall in Erinnerung bleiben“, sagt der Teambetreuer des Bundesligisten. „Es macht mir mega viel Spaß hier.“ Die Stimmung im Hotel, in dem alle zehn am Turnier teilnehmenden Mannschaften untergebracht sind, sei sehr gut. „Man hat auch bei anderen Teams nicht mitbekommen, dass es Zoff gab oder sowas“, berichtet der 20-Jährige.

Die freie Zeit im Hotel verbringt Lemmer, wie viele andere auch, in der „Gamers Lounge“, wo Tischtennis, Golf an einem Simulator und Darts gespielt werden können. Im Tischtennis habe er unter anderem Siege gegen Veilchen-Headcoach Johan Roijakkers oder Ex-BG-Spieler Dylan Osetkowski errungen, berichtet er. Am Golfsimulator habe er sich mit Bennet Hundt gemessen – beide konnten dort bereits gewinnen.

Mit Hundt gemeinsam zum Golf

Mit Hundt verbringt Lemmer auch abseits des Basketballfeldes Zeit. „Wir hängen viel zusammen ab“, sagt er. Die beiden haben auch schon vor dem Hotelaufenthalt in München zusammen Golf gespielt – natürlich nicht am Simulator, sondern unter freiem Himmel beim Golfclub Hardenberg. Doch nicht nur mit Hundt, sondern auch mit allen anderen Spielern versteht er sich gut.

Der gebürtige Göttinger hat im vergangenen Jahr sein Abitur an der IGS Geismar abgelegt, ehe er im August als Teambetreuer bei der BG Göttingen begann. „Basketball ist meine Sportart“, sagt Lemmer. Für die Nachwuchsmannschaften der Veilchen spielte er in der JBBL und der NBBL. Daher kannte er Roijakkers, Hylke van der Zweep, damals sein Trainer und nun Assistenztrainer bei den Profis, sowie Athletiktrainer Dominik Theodorou bereits vor seiner jetzigen Aufgabe. Schließlich war es auch Theodorou, der ihn gefragt hat, ob er sich vorstellen könne, als Teambetreuer bei der BG zu arbeiten. Lange musste Lemmer nicht darüber nachdenken.

Videos zusammenschneiden und Training vorbereiten

Seine Aufgabe beschreibt Lemmer so: „Ich unterstütze das Team, arbeite viel mit Dominik und Johan zusammen, von denen ich meine Aufgaben bekomme. Es fängt damit an, dass ich das Training in der Halle vorbereite, die Trikots in den Locker Room hänge und alles so aufbaue und hinstelle, dass die Spieler nur noch in die Halle kommen müssen, sich umziehen und trainieren können.“

Nach dem Training sei er damit beschäftigt, Videoclips zusammenzuschneiden, die bei der Vorbereitung auf den kommenden Gegner helfen sollen, berichtet Lemmer. Doch damit nicht genug: „Wenn Kaugummis oder Nahrungsergänzungsmittel gebraucht werden, fahre ich los und besorge das“, erklärt er. „Die Spieler sollen sich voll auf Basketball konzentrieren können.“ Und er kümmert sich um alles drumherum.

Am meisten Spaß machen die Spiele

Am meisten Spaß an seiner Arbeit, „das ist ganz einfach“, sagt der 20-Jährige, „machen die Spiele“. Auswärtsspiele mit Übernachtungen in Vier-Sterne-Hotels, Spiele in den Basketballhallen quer in der Republik verteilt, auf und neben dem Spielfeld hautnah dabei sein: „Das ist am coolsten“, so Lemmer.

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Die Spiele beim Finalturnier in München stehen nun unter anderen Vorzeichen. „Ohne Zuschauer zu spielen, macht schon einen Unterschied. Die Fans haben die Spiele in der S-Arena besonders gemacht, da war eine Megastimmung – das fehlt jetzt natürlich“, sagt er. „Aber die Spieler sagen, dass sie das gar nicht merken, sobald sie auf dem Spielfeld stehen.“ Die Freude, im Viertelfinale dabei zu sein, ist trotz Geisterkulisse im Audi Dome auch bei ihm groß: „Das wir überhaupt noch dabei sind, ist besonders.“

Lemmers Jahr bei der BG endet im August. Im Anschluss daran möchte er studieren. Als Nachwuchsspieler der Veilchen besaß er eine Dauerkarte, verfolgte die Spiele der Bundesligamannschaft schon lange entweder in der Sparkassen-Arena oder vor dem Fernseher. Doch seit einigen Monaten sitzt er nun direkt hinter der Bande, fährt im Mannschaftsbus mit – und ist als Betreuer zu einem wichtigen Bestandteil des Teams geworden.