12. November 2020 / 13:15 Uhr

BG Göttingen gegen Braunschweig: Derby vor leeren Rängen

BG Göttingen gegen Braunschweig: Derby vor leeren Rängen

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Göttingens Luke Nelson (l.) und Kostja Mushidi standen sich schon im Testspiel im September gegenüber.
Göttingens Luke Nelson (l.) und Kostja Mushidi standen sich schon im Testspiel im September gegenüber. © Swen Pförtner
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Ist es Göttingen oder doch Braunschweig? Die beiden Bundesligisten streiten darum, wo sich die Basketball-Hochburg in Südniedersachsen befindet. Die sportliche Entscheidung fällt am Sonnabend in der Sparkassen-Arena – allerdings vor leeren Rängen.

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Heimpremiere gegen die Basketball Löwen Braunschweig. Das war auch schon in der vergangenen Bundesliga-Saison so, dass für die BG Göttingen in der ersten Heimbegegnung gleich das Südniedersachsen-Duell auf dem Spielplan stand. Im September 2019 waren allerdings mehr als 3000 Zuschauer in der Halle, im November 2020 werden die Ränge leer sein. Nach dem BBL-Finalturnier in München und der Pokal-Vorrunde in Vechta erleben die Veilchen am Sonnabend (20.30 Uhr) nun auch in der Sparkassen-Arena ihr erstes Geisterspiel.

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Im September waren die Braunschweiger schon einmal Gast in Göttingen – zum Testspiel im Basketball-Zentrum. 87:85 gewannen die Basketball Löwen diese Partie, waren in dieser frühen Phase der Vorbereitung das physisch überlegene Team. Das erneute Derby ist beim Blick auf die – nach einem Spieltag mit vielen Ausfällen noch wenig aussagekräftige – Tabelle ein Kellerduell. Beide Mannschaften sind mit deutlichen Niederlagen in die Saison gestartet.

Löwen zeigen zwei Gesichter

Im BBL-Pokal hatten die Basketball Löwen Braunschweig noch gegen die EWE Baskets Oldenburg gewonnen, zum BBL-Saisonauftakt konnten sie diese Leistung nicht bestätigten, zeigten stattdessen zwei Gesichter. Am Ende verlor die Mannschaft von Headcoach Pete Strobl mit 83:111 (50:50). Nach zwei Vierteln auf Augenhöhe mit den Oldenburgern riss bei Braunschweig der Faden in der zweiten Halbzeit.

Testspiel: BG Göttingen gegen Basketball Löwen Braunschweig

Göttingens Ron Jackson Jr. (r) spielt gegen Braunschweigs Luc van Slooten. Foto: Swen Pförtner Zur Galerie
Göttingens Ron Jackson Jr. (r) spielt gegen Braunschweigs Luc van Slooten. Foto: Swen Pförtner ©

Karim Jallow zeigte, nur wenige Tage nach einer Nasen-Operation, eine sehr engagierte Leistung und kam auf 21 Punkte, Spielmacher James Robinson machte 13 Punkte und lieferte acht Assists. Allerdings konnte der zuletzt stark aufspielende Bryon Allen kaum Akzente setzen. „Wir waren gut vorbereitet. Wir sind mit viel Energie, Kampfgeist, Herz und Leidenschaft ins Spiel gekommen. Im dritten Viertel haben wir zwar gute Würfe bekommen, aber als junge Mannschaft Fehler in der Offensive und Defensive gemacht, so dass Oldenburg uns sofort bestrafen konnte“, sagte Strobl nach der Auftaktpartie – im Ligaspiel eins nach Scott Eatherton und Thomas Klepeisz, die viel Erfahrung nach Spanien und zu ratiopharm ulm mitgenommen haben.

Beim Heimspiel gegen Oldenburg war NBA-Guard Dennis Schröder, Alleingesellschafter der Basketball Löwen, in der Volkswagen-Halle und verfolgte – wie schon bei den Pokalspielen – die Partie live. Mal abwarten, ob er sein Team auch nach Göttingen begleitet.

Drei Nationalspieler im Kader

Drei Braunschweiger Spieler werden Ende November bei Vorrundenspielen zur EM-Qualifikation dabei sein. Während Bundestrainer Henrik Rödl die beiden Löwen-Kapitäne Karim Jallow und Lukas Meisner in den vorläufigen Kader berufen hat, wurde Big Man Martin Peterka für die tschechische Nationalmannschaft nominiert.

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Löwen-Headcoach Pete Strobl sagt über die Berufung seiner drei Schützlinge: „Ich freue mich sehr für alle drei unserer Spieler. Es ist eine große Ehre für sie und natürlich auch für unsere Organisation. Ich bin besonders stolz auf die harte Arbeit, die Karim und Lukas investiert haben, um diese Stufe zu erreichen. Und ich denke, es ist ein Zeichen dafür, was wir hier noch erreichen können.“

Martin Peterka ist seit mehreren Jahren fester Bestandteil des tschechischen Herrenkaders, mit dem er bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr den sechsten Platz belegte. Sein Löwen-Teamkollege Karim Jallow kommt mittlerweile auf sieben Länderspiele für den deutschen A-Kader und hatte bereits im ersten „FIBA-Fenster“ Anfang des Jahres eine wichtige Rolle erhalten. Anders gestaltet sich das bei Lukas Meisner. Der Braunschweiger spielte in der Vergangenheit im deutschen A2-Kader und könnte nun zu seinem Debüt im DBB-Team von Bundestrainer Henrik Rödl kommen. Der Löwen-Forward will die kommenden BBL-Spiele mit guten Leistungen nutzen, um sich so für den 13er-A-Kader zu empfehlen. Der wird am 19. November nominiert.