10. Januar 2021 / 18:59 Uhr

BG Göttingen geht bei Fraport Skyliners nach der Pause unter

BG Göttingen geht bei Fraport Skyliners nach der Pause unter

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Matt Mobley (M.), hier gegen Deishuan Booker (l.) und den Ex-Frankfurter Akeem Vargas, ist gegen die BG nicht zu stoppen.
Matt Mobley (M.), hier gegen Deishuan Booker (l.) und den Ex-Frankfurter Akeem Vargas, ist gegen die BG nicht zu stoppen. © Jan Huebner
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Was für ein Desaster in der zweiten Hälfte: Die BG Göttingen hat in der Basketball-Bundesliga ihre Partie bei den Fraport Skyliners nach einer Halbzeitführung noch deutlich mit 63:81 verloren.

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Was für ein enttäuschender Auftritt der BG Göttingen: Die Veilchen unterlagen am Sonntagnachmittag im Auswärtsspiel bei den Fraport Skyliners in Frankfurt sang- und klanglos mit 63:81 (38:36) – und das, obwohl sie vor der Pause das bessere Team gewesen waren.

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Fraport Skyliners - BG Göttingen, BBL 2020/21

Fraport Skyliners - BG Göttingen, BBL 2020/21 Zur Galerie
Fraport Skyliners - BG Göttingen, BBL 2020/21 © Huebner

Die Göttinger mussten in der Fraport Arena auf ihren Punktegaranten Luke Nelson verzichten, für den ein Einsatz nach seiner wieder aufgebrochenen Verletzung im Oberschenkel offensichtlich zu früh gekommen wäre. Damit war klar, dass Will Rayman die begehrte sechste Ausländer-Position der Auswahl einnimmt, denn die BG hatte am Spieltag die Trennung von Raymans US-amerikanischem Landsmann Galen Robinson jr. bekanntgegeben: „Galen hat ein Angebot von einem anderen Klub erhalten, bei dem er deutlich mehr Spielzeit bekommen würde, als bei uns“, wurde BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen in der Mitteilung zitiert. „Darum haben wir seinem Wunsch entsprochen und den Vertrag einvernehmlich aufgelöst.“

Zu Beginn dominiert einmal mehr Tai Odiase

Den Beginn der Partie dominierte aus Göttinger Sicht einmal mehr Center Tai Odiase, der bis zum Viertelende auf zehn Punkte kam und für die ersten sechs Zähler der Veilchen allein verantwortlich zeichnete. Für die Veilchen galt es, die Frankfurter Offensiv-Power zu stoppen, und das gelang zunächst auch ganz gut.

Ein Dunk von Odiase brachte eine 11:10-Führung, kurze Zeit später legte der gerade erst eingewechselte Neuzugang Deishuan Booker per Dreier zum 14:11 nach (7.). Zwar verpatzte Dennis Kramer ausgerechnet an seinem 29. Geburtstag mit seiner ersten Aktion einen Korbleger, aber ein Tip-in von Odiase und zwei verwandelte Freiwürfe von Booker führten zu einer 19:13-Führung nach dem ersten Viertel.


Skyliners – BG 81:63 (13:19, 23:19, 25:9, 20:16)

Frankfurt: ​Konga (5 Punkte/1 Dreier/1 Rebounds/0 Assist), Mobley (30/3/4/2), Keesens (12/0/7/2), Rahon (3/1/1/5), Moore (10/0/7/4), Murphy (3/0/4/1), Robertson (7/2/11/4), Gudmundsson (11/3/3/4), Völler (0/0/0/0). – Teamwerte: Feldwürfe: 27/63 (43 %), Dreier: 10/26 (38 %), Freiwürfe: 17/22 (77 %), Rebounds: 43 (14 Off/29 Def), Assists: 22, Ballverluste: 15, Fouls: 22.

BG: ​Booker (5/1/4/2), Weidemann (6/0/3/4), Gutierrez (6/0/2/5), Vargas (0/0/1/2), Onwuegbuzie (3/1/0/0), Kramer (5/0/0/0), Omuvwie (0/0/0/0), Mönninghoff (3/1/2/1), Kamp (10/0/0/0), Rayman (5/1/1/0), Odiase (12/0/10/0), Dawkins (6/2/1/0). – Teamwerte: Feldwürfe: 20/57 (35 %), Dreier: 6/23 (27 %), Freiwürfe: 17/19 (89 %), Rebounds: 30 (9 Off/21 Def), Assists: 15, Ballverluste: 16, Fouls: 22.

Im zweiten Viertel agierten die Gastgeber agiler, doch die BG riss die Führung durch einen passgenauen Dreier von Mathis Mönninghoff zum 22:19 (23.) wieder an sich. Frankfurts Star Matt Mobey fand bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht ins Spiel, was sich später ändern sollte.

Gegen Ende des Durchgangs leisteten sich die Veilchen dann den ersten Wackler: Innerhalb von Sekunden zogen die Hausherren auf 36:31 davon, und wäre nicht Harper Kamp gewesen, hätte bei den Gästen bereits zur Halbzeit ein Rückstand zu Buche gestanden: Kamp markierte neun Punkte in Folge und sorgte damit im Alleingang für eine 38:36-Führung zur Pause.

MagentaSport-Highlights: FRAPORT SKYLINERS - BG Göttingen

Es folgte ein Drittel, das die BG-Fans wahrscheinlich am liebsten aus dem Gedächtnis löschen würden und in dem der Grundstein für den letztlich deutlichen Frankfurter Sieg gelegt wurde. Die Veilchen verpennten den Viertelbeginn total, es gelang kaum etwas, und nach einem 15:2-Lauf führten die Skyliners mit 52:40 (26.).

Mobley hatte immer mehr Platz und machte, was er wollte – am Ende war er mit 30 Punkten Topscorer der Partie. Und was sich bereits im zweiten Viertel angedeutet hatte, war nach der Partie in der Statistik nachzulesen: Die Göttinger bekamen unter dem Korb keinen Stich und zogen letztlich bei den Rebounds mit 30:43 den Kürzeren. Außerdem fanden ganze sechs BG-Dreier ihren Weg durch den Korb, und bezeichnend war, dass Mobley mit einem sensationellen Versuch von Downtown zum 61:47 für Frankfurt ein Viertel beschloss, das aus Sicht der BG mit 9:25 verloren ging.

Nelson wird an allen Ecken und Enden vermisst

Nelson wurde nun an allen Ecken und Enden vermisst, auch weil Booker noch nicht in der Lage war, das Team anzuführen und für die zweite Luft zu sorgen. Spätestens beim 52:71-Rückstand in der 35. Minute war klar, dass die Veilchen nicht mehr zurückkommen. Das sah auch BG-Headcoach Roel Moors so und gab Trainingsspieler Andy Onwuegbuzie zum ersten Mal in der laufenden Saison Einsatzzeit.

Während Matchwinner Mobley zu Recht betonte, dass Frankfurt aktiver und aggressiver aufgetreten sei („Das war der Unterschied“), fand Kamp im Interview deutliche Worte: „Wir müssen Energie und Fokus über 40 Minuten bringen, den Ball besser bewegen, besser stoppen und auch rebounden. Heute waren wir wirklich schlimm“, sagte der US-Amerikaner

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„Wir haben das Gegenteil von guter Energie und gute Körpersprache gezeigt“, klagte BG-Headcoach Moors. „Da beginnen viele unserer Probleme. Frankfurt hat mit viel mehr Energie gespielt, viel aggressiver“ – in der kommenden Woche dürfte es bei der BG nicht nur Trainings-, sondern auch Redebdarf geben.

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