28. April 2022 / 17:00 Uhr

"Ich bin enttäuscht": Jake Toolson verlässt die BG mitten im Saison-Endspurt

"Ich bin enttäuscht": Jake Toolson verlässt die BG mitten im Saison-Endspurt

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Sein letztes Heimspiel hat Jake Toolson gegen Würzburg Ende März bestritten.
Sein letztes Heimspiel hat Jake Toolson gegen Würzburg Ende März bestritten. © Swen Pförtner
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Im Endspurt der Hauptrunde in der Basketball-Bundesliga muss die BG Göttingen ohne Jake Toolson auskommen. Sein Vertrag mit den Veilchen wurde aufgelöst. Am Sonntagabend erwartet das Team von Headcoach Roel Moors die Gießen 46ers.

Der Kader der BG Göttingen ist kleiner geworden. Jake Toolson und der Basketball-Bundesligist gehen ab sofort getrennte Wege. Die Veilchen haben sich mit dem US-Guard auf eine Vertragsauflösung geeinigt. Der 26-Jährige, seine Frau und seine beiden Kinder haben Göttingen bereits verlassen, waren am Donnerstagvormittag schon von Amsterdam aus auf dem Weg in die USA.

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Toolson hatte sich beim Spiel in Braunschweig am 3. April nach einem Zusammenprall mit dem Kanadier Owen Klassen eine Gehirnerschütterung zugezogen, mit deren Folgen er immer noch zu tun hatte. Deshalb einigten sich Klub und Spieler auf ein vorzeitiges Saisonende und die damit verbundene Auflösung des Vertrags. „Wir hoffen, dass Jake schnell wieder gesund wird und wünschen ihm und seiner Familie für ihre Zukunft nur das Beste“, sagt BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen.

Natürlich komme diese Vertragsverlängerung zu diesem Zeitpunkt ungelegen. „Er fehlt uns schon sehr. Aber Gesundheit geht vor.“ Mit einer Gehirnerschütterung sei nicht zu spaßen, er kenne Beispiele, die – weil sie zu früh wieder eingestiegen sind – gar keinen Leistungssport mehr ausüben könnten. „Jake hatte jetzt ja auch schon drei Wochen nicht trainiert, es wäre für ihn ohnehin schwierig geworden, seine Rolle wieder einzunehmen“, sagt Meinertshagen.

Wichtiger Distanzschütze fehlt der BG Göttingen

Für Toolson, der im Sommer zu den Veilchen gewechselt war, war Göttingen die erste Auslandsstation nach dem College. Er hat sich zu einem der sichersten Drei-Punkte-Werfer der Liga entwickelt. Für die Göttinger absolvierte der US-Amerikaner 26 Liga-Spiele und eine Pokal-Partie. Im Schnitt stand der Familienvater rund 26 Minuten pro Partie auf dem Parkett, erzielte durchschnittlich 11,8 Punkte, traf 45 Prozent seiner Dreier-Versuche und gehörte zu den Leistungsträgern im Team von BG-Headcoach Roel Moors.

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Der Belgier wollte sich am Donnerstag zu der Vertragsauflösung mit Toolson nicht weiter äußern. „Ich bin enttäuscht. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“ Dass er in den letzten beiden Spielen gegen Gießen und den FC Bayern München nicht mehr auf den treffsicheren Distanzschützen zurückgreifen kann, bringt zumindest seine Vorbereitung auf die Spiele nicht durcheinander. „Ich musste ja auch schon die zurückliegenden sechs Spiele ohne ihn planen“, sagt Moors.

Natürlich könne man spekulieren, dass mit Toolson das eine oder andere enge Spiel, das zuletzt verloren ging, anders ausgegangen wäre. Wichtiger sei ihm aber, dass die Akteure, die jetzt zur Verfügung stehen, signalisieren, dass sie bereit sind, für die letzten Chancen im Kampf um die Playoffs alles zu geben. „Das habe ich beim Spiel in Crailsheim nicht bei allen gesehen.“

„Must-win-Spiele“ gegen Gießen und den FC Bayern

Am Donnerstag im Training haben der Headcoach und Assistenztrainer Olivier Foucart dem Team noch einmal das Szenario im Hauptrunden-Endspurt aufgezeigt. Beide Partien, gegen Gießen und den FC Bayern, seien „Must-win-Spiele“. Für den FC Bayern hofft Moors, dass der Klub ein fünftes Euroleague-Playoff-Spiel in Barcelona erreicht. Das würde die Chancen der Veilchen auf einen Überraschungserfolg in München erhöhen. Aber auch mit zwei Siegen könne man nicht sicher sein, den achten Playoff-Platz zu erreichen. „Wenn Crailsheim oder Gießen alle restlichen drei Spiele gewinnen, haben wir keine Chance.“

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Seine Spieler haben vier Tage Zeit zur Regeneration, ehe sie am Sonntagabend um 20.30 Uhr gegen Gießen in der Sparkassen-Arena zum letzten Heimspiel der Hauptrunde antreten. „Sie sind so fit, wie man in dieser Phase der Saison sein kann“, sagt Moors. Dass Crailsheim vor dem Nachholspiel am vergangenen Dienstagabend einen Tag länger Zeit hatte, sich zu erholen, möchte der BG-Headcoach nicht als Entschuldigung für die Niederlage gelten lassen. „Das ist keine Ausrede, wir waren einfach nicht gut genug und haben vor allem im dritten Viertel Sachen gemacht, die wir nicht machen müssen.“

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