16. April 2021 / 14:52 Uhr

BG Göttingen gilt als Außenseiter im Quartett der Final-Four-Teams

BG Göttingen gilt als Außenseiter im Quartett der Final-Four-Teams

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Auf die Durchsetzungskraft von Rihards Lomazs (M., hier im Ligaspiel gegen Malte Delow (l.) und Johannes Thiemann) kommt es bei der BG Göttingen auch an.
Auf die Durchsetzungskraft von Rihards Lomazs (M., hier im Ligaspiel gegen Malte Delow (l.) und Johannes Thiemann) kommt es bei der BG Göttingen auch an. © Swen Pförtner
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An diesem Wochenende stehen vier Mannschaften im Fokus der Basketball-Fans. Darunter auch die BG Göttingen, die sich nach einer souveränen Qualifikationsrunde für das Final Four im BBL-Pokal qualifiziert hat. Hier gibt es alles Wissenswerte zum Turnier in München.

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Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Die Basketballer der BG Göttingen können diesen Beweis am Sonnabend in München antreten, wenn sie im Halbfinale des BBL-Pokals auf Titelverteidiger Alba Berlin treffen. Alles Wissenswerte zum Wettbewerb gibt es hier:

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Der „normale“ Modus

Mit Gründung der Bundesliga 1966 stiftete der DBB einen Vereinspokal, sodass 1967 neben der Meisterschaft zum ersten Mal auch der deutsche Pokalsieger ausgespielt wurde. 1967 bis 1992 im klassischen K.o.-Modus oder im Finale mittels Hin- und Rückspiel ausgetragen, fand die Pokal-Endrunde von 1993 bis 2018 als Vierer-Turnier statt. Seit der Pokalreform zur Saison 2009/2010 war der Ausrichter des Top Four-Turniers automatisch mit von der Partie. Die restlichen drei Teilnehmer wurden in einer einzigen K.o.-Runde ermittelt. Seit der Saison 2018/19 spielen die 16 Erstligisten (ohne die beiden Aufsteiger) im BBL Pokal in vier Runden mit jeweils einem K.o.-Spiel den Pokalsieger aus. Alle Runden werden dabei neu gelost.

Der etwas andere Pokalwettbewerb

 In dieser von der Corona-Pandemie beeinflussten Saison war alles anders, das betraf auch den MagentaSport BBL Pokal. 16 Mannschaften waren in vier Gruppen aufgeteilt – zwei für die eher nördlich gelegenen Klubs, zwei für die im Süden. Die BG Göttingen wurde zum Spielort Vechta gelost und war das erste Team, das sich für das TOP FOUR-Turnier qualifizierte. In den anderen Gruppen lief es nicht so reibungslos, weil immer wieder Mannschaften in Quarantäne mussten. So konnte der eigentliche Termin für das Finalturnier nicht eingehalten werden. Unmittelbar vor dem Ligastart Anfang November sollte eigentlich schon der erste Titelträger der Saison feststehen. Dass dann auch der zweite Termin am 17./18. April ebenfalls gecancelt wurde, lag an zwei positiven Corona-Tests bei Spielern der BG Göttingen unmittelbar vor dem ersten Halbfinale. Daraufhin wurde das TOP FOUR um den MagentaSport BBL Pokal noch einmal auf den 15./16. Mai verschoben.

Der Zeitplan für das Top Four

Die Halbfinalspiele am Sonnabend beginnen um 16 Uhr und 19.30 Uhr. Zunächst stehen sich ratiopharm Ulm und der FC Bayern München gegenüber, das Abendspiel bestreiten dann die BG Göttingen und der amtierende Pokalsieger Alba Berlin. Das Finale beginnt am Sonntag um 15 Uhr. Gespielt wird im Münchener Audi Dome, Zuschauer sind – wie in der gesamten bisherigen Saison – auch bei diesem Turnier nicht zugelassen.

Der Sendeplan für das Turnier

MagentaSport zeigt die Spiele des Top Four live und als Free TV-Angebot, die Übertragungen der Halbfinals beginnen jeweils 15 Minuten vor dem Tipoff, am Finaltag wird schon eine halbe Stunde vorher – also ab 14.30 Uhr – gesendet. Zu den ausführlichen Analysen und Team-Features werden zusätzliche Interaktionen für die Fans auf den Social Media-Plattformen von MagentaSport angeboten.

Das Begleitprogramm

Die BBL wird das Top Four rund um den MagentaSport BBL Pokal auf der Streaming-Plattform Twitch parallel in voller Länge zeigen sowie ausführlich begleiten. Durch das Wochenende führt Sven Simon, Redaktionsleiter der BBL, und der ligabekannte Youtuber C-Bas. Andrej Mangold, der vor einigen Jahren bereits im Kader der BG Göttingen gestanden hatte, aufgrund einer Knieverletzung in der Saison dann aber nicht zum Einsatz kam, stößt am Sonntag zur Final-Berichterstattung dazu. Als "Bachelor" im RTL-Format hatte er 2019 für viel Aufmerksamkeit außerhalb des Basketball-Spielfeldes gesorgt.

Der Weg der Mannschaften ins Finale

Mit Alba Berlin ist der amtierende Pokalsieger dabei, der sich diese Saison in seiner Vorrundengruppe gegen Bonn (90:82) und Braunschweig (103:63) durchsetzte. Die abschließende Partie gegen Oldenburg wurde nicht ausgetragen, da Berlin bereits als Gruppensieger feststand. Die Albatrosse haben den 1967 zum ersten Mal ausgespielten Pokalwettbewerb zehn Mal gewonnen, könnten mit einem erneuten Erfolg den TSV Bayer 04 Leverkusen überholen und damit Rekordpokalsieger werden.

Der FC Bayern München hat die Chance den Pokal nach 1968 und 2018 zum dritten Mal zu gewinnen, Münchens Headcoach Andrea Trinchieri gewann den Pokal allerdings bereits 2017 mit Bamberg, damals durch ein 74:71 gegen seinen jetzigen Klub. Vom Münchener Pokaltriumph von 2018 (80:75 gegen Berlin) spielen mit Vladimir Lucic und Nihad Djedovic heute noch zwei Profis beim FC Bayern. In der Vorrunde verlor München die erste Partie überraschend gegen Bayreuth (89:95), schlug dann aber Weißenfels (97:60) und Crailsheim (80:63).

Mit ratiopharm Ulm ist ein Klub mit besonderer Pokal-Historie dabei: 1996 gewann Ulm den Pokal durch ein dramatisches 80:79 gegen Leverkusen, nachdem die beiden Jahre zuvor das Finale verloren gegangen war. Bei den beiden Final-Niederlagen 2013 (67:85) und 2014 (80:86) gegen Berlin war Per Günther bereits im Kader. In der Vorrunde dieser Saison setzte Ulm sich im Dreiervergleich gegen Bamberg (65:74) und Ludwigsburg (92:72) durch, da abschließend Würzburg mit 80:75 geschlagen wurde.

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Die BG Göttingen stand noch nie im Pokalfinale und ist damit der Außenseiter des diesjährigen Klub-Quartetts,. Aber die Stadt Göttingen feierte 1984 und 1985 die Pokalerfolge des ASC 1846 Göttingen mit Wilbert Olinde (Vater von Berlins Nationalspieler Louis Olinde). Zudem gewann BG-Kapitän Akeem Vargas 2014 und 2016 mit Berlin den Pokal. In der diesjährigen Vorrunde setzte Göttingen sich souverän mit drei Siegen gegen Frankfurt (79:64), Vechta (99:87) und Gießen (123:119) durch.