14. April 2021 / 17:57 Uhr

BG Göttingen hat Klassenverbleib sicher und im Pokal-Halbfinale nichts zu verlieren

BG Göttingen hat Klassenverbleib sicher und im Pokal-Halbfinale nichts zu verlieren

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Dennis Kramer, Aubrey Dawkins, Rihards Lomazs, Deishuan Booker und Harper Kamp zeigten gegen Weißenfels eine gute Leistung.
Dennis Kramer, Aubrey Dawkins, Rihards Lomazs, Deishuan Booker und Harper Kamp zeigten gegen Weißenfels eine gute Leistung. © Swen Pförtner
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Mit einem 99:85-Erfolg beim Syntainics MBC hat Basketball-Bundesligist BG Göttingen endgültig den Klassenverbleib festgemacht. Weil die Playoff-Plätze der BBL in weiter Ferne liegen, gilt nun die volle Konzentration dem Pokal-Halbfinale gegen Alba Berlin.

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Klassenverbleib gesichert, Generalprobe fürs Pokal-Halbfinale gelungen – so lässt sich der Dienstagabend des Basketball-Bundesligisten BG Göttingen zusammenzufassen. Auf ein mäßiges Viertel folgten beim 99:85 (42:40)-Erfolg in Weißenfels drei gute Durchgänge. Nun liegt der Fokus auf dem BBL-Pokal, denn mit dem Einzug in die Playoffs rechnet bei den Veilchen keiner ernsthaft.

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„Das erste Viertel war sehr schwer, wir waren defensiv nicht da. Danach war es viel besser“, resümierte BG-Headcoach Roel Moors nach der Partie beim Syntainics MBC. „In der zweiten Halbzeit haben wir nicht immer gut gespielt, aber trotzdem war es ein guter Sieg mit einer unglaublichen Dreierquote.“

Lomazs erzielt am 25. Geburtstag 25 Punkte

Angeführt wurden die Veilchen erneut von einem treffsicheren Rihards Lomazs, der am 25. Geburtstag 25 Punkte erzielte. Aber nicht nur Lomazs glänzte, auch Deishuan Booker und Luke Nelson spielten groß auf. „Es war ein Spiel zwischen Guards“, urteilte Moors. „Große Spieler haben auch ein gutes Spiel gemacht, aber wir hatten einfach eine gute Trefferquote.“

Tai Odiase hatte mit 16 Rebounds eine gute Quote unter den Körben. „Er war in der Defensive ein guter Faktor, auch bei den Rebounds, aber er hat grundsätzlich eine schwierige Zeit und in der Offensive viele Probleme, einfache Sachen, die er bereits gemacht hat, zu wiederholen“, sagt Moors über den Center. „Wir hoffen, dass er in der Offensive wieder besser wird.“

Lob gab es für einen, der oftmals viel Kritik einstecken muss: Dennis Kramer. Für ihn sei es „keine einfache Saison“, der Center habe keine einfachen Match-Ups (Zuordnungen), sagt Moors. „Er hat am Dienstag einen guten Job gemacht. Dennis ist immer positiv, er weiß immer, was er machen muss. Manchmal fehlt ihm das Selbstbewusstsein, aber er arbeitet immer, und er ist schlau im Spiel.“

MBC – BG 85:99 (23:19, 17:23, 21:25, 24:32)

MBC​: Krstanovic (3 Punkte/1 Dreier/2 Rebounds/0 Assists), Kerusch (0/0/ 5/0), Hill (11/0/ 3/1), Pantelic (2/0/1/0), Hartwich (9/0/7/0), Washington (0/0/1/1), Hooker (26/1/2/4), Michalak (25/1/8/5), Rogic (9/0/2/2). – Teamwerte: Feldwürfe 30/66 (45 %), Dreier 3/26 (12 %), Freiwürfe 22/27 (81 %), Rebounds 33 (11 off./22 def.), Assists 13, Ballverluste 11, Fouls 20

BG​: Booker (17 Punkte/3 Dreier/0 Rebounds/6 Assists), Weidemann (5/1/2/0), Nelson (16/3/2/10), Kramer (6/0/2/0), ­Lomazs (25/6/2/2), Mönninghoff (5/1/4/0), Kamp (2/0/5/1), Odiase (9/0/16/0), Dawkins (14/3/3/0). – Teamwerte: Feldwürfe 32/66 (48 %), Dreier 17/27 (63 %), Frei­würfe 18/20 (90 %), Rebounds 39 (12 off./ 27 def.), Assists 19, Ballverluste 13, Fouls 26.

Was geht noch in einer Saison, in der die Playoffs theoretisch noch zu erreichen sind? „Wir wollen einfach so viele Spiele wie möglich gewinnen und das so hoch wie möglich“, sagt Moors, und BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen ergänzt: „Wir versuchen jetzt, tabellarisch so gut, wie es geht, abzuschneiden, mit vollem Einsatz.“

An die Playoffs wird jedoch kein ernsthafter Gedanke verloren: „Ich halte das eigentlich nicht für möglich. Dafür haben wir zu viele Spiele verloren, die wir eigentlich gewinnen mussten“, sagt Moors. „Normalerweise ist das nicht möglich, es sei denn, Bamberg performt extrem schlecht, was sehr unwahrscheinlich ist“, sagt Meinertshagen. „Für Bamberg ist es überlebensnotwendig, in die Playoffs zu kommen.“

Bilder vom BG-Spiel in Weißenfels:

Syntainics MBC - BG Göttingen, BBL 2020/21

Syntainics MBC - BG Göttingen, BBL 2020/21 Zur Galerie
Syntainics MBC - BG Göttingen, BBL 2020/21 © Pförtner

Moors ist etwas frustriert, dass die Playoffs in weiter Ferne liegen. „Unser Ziel war eigentlich höher angesiedelt, nämlich um die Playoffs zu kämpfen. Und es war möglich, aber du hast in jeder Saison zwei, drei Spiele, die den Unterschied ausmachen: Frankfurt und Vechta zu Hause – da lagen wir mit vielen Punkten vorn und haben trotzdem verloren. Das ist ein bisschen schade und frustriert manchmal.“

Meinertshagen attestiert dem Team eine „sehr gute Saison. Das war angesichts der Rahmenbedingungen nicht zu erwartet: Es gab einen späten Trainerwechsel, es kam Corona dazwischen, die Mannschaft wurde später zusammengestellt, und es stand weniger Geld zur Verfügung. Das Team des vergangenen Jahres wäre nicht mehr finanzierbar gewesen.“

Moors, Lomazs und Vargas haben Verträge bis 2022

Der „hochkarätige Trainer“ Moors sei eine „gute Wahl“ gewesen, unterstreicht Meinertshagen. Der Coach hat bis 2022 Vertrag, genauso wie Lomazs und Kapitän Akeem Vargas. Gespräche mit anderen Akteuren liefen, „aber noch nichts Konkretes“. Nur so viel: „Bei einigen wird es schwer werden, sie zu halten.“

MagentaSport-Highlights: SYNTAINICS MBC - BG Göttingen

Sponsorengespräche seien momentan „grundsätzlich schwierig, weil keiner so richtig weiß, wie es weitergeht“, sagt der BG-Chef. „Wir brauchen eine Perspektive, dass wir Leute in die Halle lassen können, sonst wird es immer schwieriger.“

Nun geht es erst mal nach München zum Pokal-Halbfinale gegen Alba Berlin. In der laufenden Saison hat die BG im Pokal 80 000 Euro verdient, der Finaleinzug und der Pokalsieg würden noch mal mit jeweils 70 000 Euro vergütet. Der verletzte Vargas wolle am Donnerstag laufen gehen, berichtet Moors. „Ich denke, das Spiel kommt für ihn zu früh, er denkt, er will unbedingt dabei sein. Aber wir müssen sehen, dass das Risiko nicht zu groß wird.“

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Was ist gegen Berlin möglich? „Es ist gut, dass wir nicht auf dem 15. Platz liegend ins Pokalspiel gehen. Dann hätten wir nur den Klassenerhalt im Kopf. Deshalb gehen wir aber nicht entspannt ins Spiel, sondern versuchen alles zu machen, was wir machen können“, sagt Moors. „Wir sind Außenseiter und haben nicht den Riesendruck“, sagt Meinertshagen. „Aber in einem Spiel ist immer alles möglich.“

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