02. März 2021 / 13:35 Uhr

BG Göttingen: In Braunschweig auf den richtigen Weg zurückfinden

BG Göttingen: In Braunschweig auf den richtigen Weg zurückfinden

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Luke Nelson traf im Hinspiel den entscheidenden Dreier gegen Braunschweig.
Luke Nelson traf im Hinspiel den entscheidenden Dreier gegen Braunschweig. © Swen Pförtner
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Nicht ganz ohne Sorgenfalten machen sich Roel Moors und die Spieler der BG Göttingen am Mittwoch auf zum nahen Auswärtsspiel in der Basketball-Bundesliga nach Braunschweig. Zwei Veilchen-Akteure sind verletzungsbedingt angeschlagen.

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Der kürzeste Weg vom Sartorius Basketball Lab am Göttinger Schützenplatz bis zur Volkswagen-Halle in Braunschweig sind 104 Kilometer. Näher als zu den Löwen Braunschweig hat es die BG Göttingen in der Basketball-Bundesliga zu keinem anderen Gegner. Beide Mannschaften stehen sich am Mittwoch um 19 Uhr im Südniedersachsen-Derby gegenüber. Normalerweise wäre dieses Duell eine stimmungsvolle, ausverkaufte Partie mit vielen Göttinger Zuschauern auf den Rängen, aber auch diese Begegnung wird erneut ohne Zuschauer gespielt.

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Das letzte Pflichtspiel der Veilchen liegt schon eine Weile zurück. Am 14. Februar verloren sie deutlich mit 81:109 in der eigenen Halle gegen die Hakro Merlins Crailsheim. 17 Tage später steht nun die Begegnung in Braunschweig an – gegen einen Gegner, den die Mannschaft von Headcoach Roel Moors in der Hinrunde mit einer knappen Niederlage auf die kurze Heimreise geschickt hat. Der Brite Luke Nelson war es, der mit einem erfolgreichen Dreier rund sieben Sekunden vor dem Ende für die Entscheidung sorgte.

„Chemnitz hat das auch nicht gewollt“

Die Tatsache, dass am vergangenen Wochenende das Heimspiel gegen die Niners Chemnitz abgesagt werden musste, nimmt Moors relativ gelassen hin. „Natürlich hätten wir gern gespielt, alles war vorbereitet. Aber man kann es nicht ändern, Chemnitz hat das auch nicht gewollt“, spielt der Belgier auf den Grund für die Absage – ein positiv auf den Corona-Virus getesteter Niners-Akteur – an.

BG Göttingen - Basketball Löwen Braunschweig (Saison 2020/21)

14.11.2020, Basketball-Bundesliga easyCredit-BBL, Saison 2020 / 2021, Hauptrunde, 2. Spieltag, BG Göttingen - Löwen Braunschweig. Göttingens Spieler klatschen nach Spielende. Foto: Swen Pförtner Zur Galerie
14.11.2020, Basketball-Bundesliga easyCredit-BBL, Saison 2020 / 2021, Hauptrunde, 2. Spieltag, BG Göttingen - Löwen Braunschweig. Göttingens Spieler klatschen nach Spielende. Foto: Swen Pförtner ©

Mit seinem Team hat er in den vergangenen Wochen gut trainiert, Luke Nelson und Rihards Lomazs, die zwischenzeitlich mit den Nationalteams ihrer Heimatländer an der EM-Qualifikation teilgenommen hatten, sind gesund von diesen Einsätzen in Montenegro und Lettland zurückgekommen und nach den obligatorischen Corona-Tests am vergangenen Donnerstag wieder ins Training eingestiegen. Allerdings stehen jetzt vor dem Spiel in Braunschweig Fragezeichen hinter dem Einsatz von zwei Spielern, deren Namen Moors nicht nennen wollte. „Ihr Einsatz ist zweifelhaft. Sie haben kleine Verletzungen, fallen nicht länger aus.“ Mehr verrät der BG-Headcoach nicht, fügt dann aber an: „Mit jedem verletzten Spieler haben wir weniger Optionen. Verletzungen sind immer ein Problem, wir brauchen jeden Spieler. Jeder Verletzte ist einer zu viel.“

Ein anderes Team als im November

Im Rückblick auf die Hinrundenpartie gegen Braunschweig sagt Moors: „Das war ein schwieriges Spiel, es hätte auch anders für uns enden können.“ Was für eine Begegnung es am Mittwochabend werden könnte, vermag der 42-Jährige nicht zu sagen. „Wir sind ein anderes Team als im November. Die haben auch Spieler abgegeben und neue hinzu bekommen. Meisner fehlt ihnen“, spielt er auf das Saison-Aus des Nationalspielers nach einer Schulterverletzung an. Zwei Quarantäne-Zwangspausen haben es den Braunschweigern nicht leichter gemacht, ihren Rhythmus zu finden.

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Von seinen Spielern verlangt Moors mehr Konstanz. „Nach den Siegen gegen Würzburg und Bayreuth hatte ich gedacht, dass wir endlich auf dem richtigen Weg sind. Dann folgten aber die schwachen Spiele gegen Ulm und Crailsheim, die man verlieren kann – aber eben nicht so, wie es geschehen ist.“ Der Belgier beobachtet aber auch, dass es „vielen Teams in dieser ungewöhnlichen Saison so geht“.

Anders als bei anderen Auswärtsspielen machen sich die Veilchen erst am Spieltag auf den Weg zum nahen Auswärtsspiel. Am Mittwochvormittag wird es noch ein Shootaround in der heimischen Trainingshalle am Schützenplatz geben, nachmittags gegen 15.30 Uhr fährt der Teambus dann von dort aus ab in Richtung Braunschweig.

20. Spieltag erstreckt sich über vier Wochen

Kaum ein Spieltag im Verlauf der Saison 2020/21 ist so zerteilt wie dieser 20. Spieltag. Er erstreckt sich insgesamt über knapp vier Wochen. Der Grund hierfür ist das Länderspiel-Fenster, das in der zweiten Februar-Hälfte auf der Agenda stand. Die Basketball-Bundesliga hat im Saisonverlauf ihre Sicherheits- und Hygienestandards erhöht, sodass von der Nationalmannschaft zurückkehrende Spieler nicht binnen kürzester Zeit wieder ins Geschehen eingreifen müssen. Mit aller Seriosität konnten die abstellenden Klubs die notwendigen PCR-Testungen durchführen, der ursprünglich für Mitte vergangener Woche vorgesehene 20. Spieltag wurde deshalb verlegt. 

Die Partien des 20. Spieltags finden nun in dieser und der kommenden Woche statt. Aufgrund der Belastungen der Champions League und der Euroleague wurde das Duell zwischen Bamberg und München allerdings schon am 7. Februar gespielt. 93:92 hatten sich die Münchener bei den Franken durchgesetzt. – Die weiteren Spiele: Dienstag, 2. März: Telekom Baskets Bonn – medi Bayreuth. Mittwoch, 3. März: ratiopharm Ulm – Hamburg Towers, Basketball Löwen Braunschweig – BG Göttingen, Hakro Merlins Crailsheim – s.Oliver Würzburg, Syntainics MBC – JobStairs Giessen 46ers. Donnerstag, 4. März: Fraport Skyliners – Rasta Vechta. Dienstag, 9. März: Alba Berlin – EWE Baskets Oldenburg, MHP Riesen Ludwigsburg – Niners Chemnitz.