11. Mai 2021 / 20:52 Uhr

BG Göttingen muss sich offensivstarken Oldenburgern geschlagen geben

BG Göttingen muss sich offensivstarken Oldenburgern geschlagen geben

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Tai Odiase (M.), hier gegen Philipp Schwethelm, zeigte im Spiel bei den EWE Baskets Oldenburg ein gutes Spiel.
Tai Odiase (M.), hier gegen Philipp Schwethelm, zeigte bei den EWE Baskets Oldenburg ein gutes Spiel. © nph / Rojahn via www.imago-images.de
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Die Generalprobe für das Pokal-Halbfinale verlief nicht nach Wunsch: Basketball-Bundesligist BG Göttingen unterlag am Dienstagabend im Auswärtsspiel beim Tabellendritten EWE Baskets Oldenburg 77:98 (43:54).

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Die erwartet deutliche Niederlage hat am Dienstagabend in der Basketball-Bundesliga die BG Göttingen im Auswärtsspiel beim Tabellendritten EWE Baskets Oldenburg kassiert: Die Veilchen, die das Spiel auch nutzen wollten, um sich für das Pokal-Halbfinale am Sonnabend gegen Alba Berlin einzuspielen, unterlagen mit 77:98 (43:54).

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Die Ausgangsposition war klar: Oldenburg konnte mit einem Sieg von Platz drei aus in die Playoffs starten, für die BG ging es nur noch um Platz elf – und darum, vor dem Pokal-Halbfinale gegen Alba in den Rhythmus zu finden. Im MagentaSport-Interview vor dem Tipoff wies BG-Headcoach Roel Moors noch mal darauf hin, dass man es immerhin mit dem besten Offensivteam der Liga zu tun bekommt.

Aubrey Dawkins fehlt wohl auch gegen Berlin

Aubrey Dawkins, der gegen Bayreuth umgeknickt war, fehlte gegen Oldenburg, und auch für die Partie gegen Berlin sieht es schlecht aus mit einem Einsatz des US-Amerikaners. Die BG begann trotzdem furios: Nelson Weidemann zog zum Korb, passte auf Harper Kamp, und der traf zur ersten Führung des Spiels.



EWE Baskets Oldenburg - BG Göttingen, BBL 2020/21

EWE Baskets Oldenburg - BG Göttingen, BBL 2020/21 Zur Galerie
EWE Baskets Oldenburg - BG Göttingen, BBL 2020/21 © imago-images

In der Folge machte sich Rickey Paulding an die Arbeit – und wie: Der Altmeister steuerte innerhalb von wenigen Augenblicken drei Dreier zur 13:3-Führung des Gastgebers bei, und erst ein freier Dreier von Rihards Lomazs stoppte den kleinen Baskets-Lauf.

Wie so oft gegen Ende der Saison war ein Offensivspektakel zu sehen, Freunde der gepflegten Defense kamen eher nicht auf ihre Kosten. Trotz der teilweise offensichtlichen Abwehrschwächen ließen sich die Veilchen jedoch nicht abhängen und schlugen immer wieder zurück. Gegen Ende des ersten Durchgangs wurde aus allen Lagen geschossen, und den Schlusspunkt setzte für Oldenburg Braydon Hobbs, der für Drei zum 33:25 traf.

Rasta Vechta bewirbt sich um Wildcard

Schlusslicht Rasta Vechta, wird sich für die am Montag von der Basketball-Bundesliga ausgeschriebene Wildcard bewerben, um auch in der kommenden Saison in der BBL zu spielen. Die dafür notwendige Erhöhung des Etats würde bei Erhalt zu hundert Prozent durch eine weiter auszubauende Partnerschaft mit Rastas Hauptsponsor getragen werden.

Der Platz war frei geworden, weil aus der ProA mit den MLP Academics Heidelberg wohl nur ein Team sowohl sportlich als auch lizenzrechtlich den Aufstieg schafft. „Dass nun noch ein Platz frei ist, ist ein großes Glück für alle, die auf eine Wildcard hoffen. Wir jedenfalls würden sehr gern beweisen, dass wir BBL-tauglich sind. Die letzte Saison war eine furchtbare für den gesamten Klub: Erst der Zuschauerausschluss, dazu die unglaubliche Verletzungsmisere und dann die unter anderem daraus resultierenden Niederlagenserien. Wir sind sicher, dass wir es besser können“, so Klubchef Stefan Niemeyer, der gleichzeitig auch Unternehmens-Inhaber des Hauptsponsors ist. Er betont, dass es weder für Rasta als auch für seine Firmen ein unternehmerisches Harakiri geben werde, nur um weiter in der Liga zu spielen.

Von der Basketball Bundesliga wird für die kommende Saison eine Gebühr von 350.000 Euro für die Wildcard verlangt. Gelingt dem Wildcard-Team dann der Klassenerhalt, werden für die Saison 2022/23 noch einmal 350.000 Euro fällig. Steigt der Klub hingegen nach der Saison 2021/22 ab, entfällt die zweite Rate. Bis zum 20. Mai können sich weitere Wildcard-Interessenten bewerben.

Im zweiten Viertel erarbeitete sich Oldenburg einen Zehn-Punkte-Vorsprung, der nicht schmolz, aber auch nicht größer wurde. Angesichts der großen Anzahl an Ballverlusten in den vergangenen Partien mutete es fast schon sensationell an, dass den Veilchen erst in der 15. Minute der erste Turnover unterlief.

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Gegen Ende des Viertels lief dann Tai Odiase heiß: Der BG-Center markierte sieben Veilchen-Punkte in Folge und hielt seine Mannschaft damit zur Halbzeit bei einem Elf-Punkte-Rückstand – in die Kabine gegen die EWE Baskets mit einer 54:43-Führung.

Center Dennis Kramer spielt groß auf

In den ersten Minuten des dritten Durchgangs sah es dann erneut so aus, als könne Oldenburg den Gästen entfleuchen, doch ein 14-Punkte-Rückstand wurde flugs in den einstelligen Bereich zurückgeholt. Gegen Ende des Viertels war es Center Dennis Kramer, der für die BG groß aufspielte und damit seine aktuell gute Form unter Beweis stellte: Erst versenkte der oft geschmähte Big Man einen Dreier, dann gelang ihm ein Drei-Punkte-Spiel zum 61:72 aus BG-Sicht. Vor dem Schlussviertel lagen die Veilchen mit 64:77 zurück.

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Ein Sieben-Punkte-Lauf des Gastgebers auf 84:64 sorgte zu Beginn des letzten Viertels dann für den ersten 20-Punkte-Vorsprung des Spiels und damit die Vorentscheidung (33.). Die letzten Punkte waren Andrew Onwuegbuzie vorbehalten, der für Drei zum 77:98-Endstand traf. – Beste Werfer BG: Lomazs (16), Odiase (15), Kramer (12). – Beste Werfer Oldenburg: Hornsby (25), Paulding (20), Hobbs (11).

*Stimmen zum Spiel  *

Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Wir konnten die Offensive der Oldenburger nicht stoppen. Mit unserer offensiven Leistung in der ersten Halbzeit war ich sehr zufrieden, da hatten wir 15 Assists und nur zwei Ballverluste. Danach hat ein wenig die Konstanz gefehlt. Dennoch beenden wir das Spiel mit 24 Assists bei 77 Punkten – das ist in Ordnung. In der zweiten Halbzeit hatten wir dann wieder acht Ballverluste. Um gegen ein Team wie Oldenburg eine kleine Chance auf den Sieg zu haben, muss man ein perfektes Spiel abliefern.“

Mladen Drijencic (Headcoach EWE Baskets Oldenburg): „Wir haben sehr engagiert gespielt, intensiv und physisch. Im Verlauf der ersten Halbzeit haben wir jedoch neun Ballverluste produziert, ohne dass das unbedingt an der Defensive lag. Dadurch haben wir ein wenig den Rhythmus verloren und den Gästen die Gelegenheit gegeben mit Fastbreaks zu punkten. In der zweiten Halbzeit haben wir das dann besser gemacht, unsere Offense besser gespielt und da noch 15 Assists draufgelegt und am Ende 27 gehabt. Die Rebounds haben wir deutlich gewonnen, was mir zeigt, dass die Jungs heute sehr konzentriert waren.“

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