05. November 2020 / 16:28 Uhr

BG Göttingen: Roel Moors attestiert seinem Team „erwachsene Spielweise“

BG Göttingen: Roel Moors attestiert seinem Team „erwachsene Spielweise“

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Leitwolf und Ideengeber: Von Jorge Gutiérrez’ Erfahrung profitiert die gesamte Mannschaft.
Leitwolf und Ideengeber: Von Jorge Gutiérrez’ Erfahrung profitiert die gesamte Mannschaft. © Swen Pförtner
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Die BG Göttingen und MHP Riesen Ludwigsburg eröffnen die 55. Saison in der Basketball-Bundesliga. Am Donnerstag haben sich die Veilchen auf den Weg in Richtung Süddeutschland gemacht, Freitagabend wird – ohne Zuschauer – in der Kreisstadt nahe Stuttgart gespielt.

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Drei Spiele, drei Siege – die Auftaktbilanz der BG Göttingen in der Saison 2020/21 kann sich sehen lassen. Vor knapp zwei Wochen hat sich das Team von BG-Headcoach Roel Moors souverän den Einzug ins Top Four-Turnier um den BBL-Pokal gesichert. Jetzt wollen die Veilchen nachlegen – im Eröffnungsspiel der 55. Saison in der Basketball-Bundesliga bei den MHP Riesen Ludwigsburg am Freitagabend (20.30 Uhr).

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Die Erfolgsserie fortzusetzen, wird für die Gäste aus Göttingen beim Vizemeister der vergangenen Spielzeit aber alles andere als leicht. „Wie jede Saison verteidigt Ludwigsburg sehr physisch und intensiv“, sagt BG-Assistenztrainer Thomas Crab. „Zudem haben sie in der Offensive talentierte Scorer.“

Vorschau auf das Spiel der BG Göttingen in Ludwigsburg

Das Ludwigsburger Team vom ehemaligen Veilchen-Headcoach John Patrick hat einen durchwachsenen Start in den Pokal-Wettbewerb erlebt. Dem 78:67-Auftaktsieg gegen s.Oliver Würzburg folgte eine herbe 72:92-Niederlage gegen ratiopharm Ulm. Im letzten Gruppenspiel gegen Brose Bamberg steigerten die Schwaben ihre Leistung zwar enorm, doch der 99:72-Erfolg reichte nicht aus, um den Gruppensieg und den damit verbundenen Einzug ins Top Four-Turnier zu sichern. „Gegen Bamberg haben sie von der ersten Minute an das Spiel kontrolliert und diese Kontrolle nicht mehr abgegeben. Das war der Ausschlag für den Sieg“, analysiert Crab. „Defensiv müssen wir die Eins-gegen-eins-Situationen und ihre Blöcke verteidigen“, nennt Crab einen Schlüssel zum Erfolg gegen Ludwigsburg. „Außerdem müssen wir mit ihrem Druck klar kommen. Sie werden uns vom ersten Moment an unter Druck setzen. Da müssen wir durchspielen.“



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Diesen Druck hat auch Headcoach Roel Moors angesprochen, bevor sich die Mannschaft am Donnerstagnachmittag in kompletter Besetzung auf den Weg in Richtung Ludwigsburg gemacht hat. „Wir müssen ein Mittel gegen deren Aggressivität finden und von Beginn an versuchen, unser Spiel zu machen“, verlangt der Belgier.

Erstes Ziel ist erreicht

Sein Fazit nach knapp sechs Wochen Vorbereitung, vielen Testpartien und drei gewonnenen Pokalspielen fällt positiv aus. „Natürlich hatten wir Höhen und Tiefen, das ist bei einer komplett neuen Mannschaft mit so vielen jungen Spielern aber auch normal. Unser erstes Ziel, die Pokalgruppe zu gewinnen, haben wir erreicht und dabei gegen Frankfurt stark gespielt und gegen Vechta zumindest eine starke Halbzeit gezeigt.“ Der 41-Jährige ist mit der Entwicklung des Teams sehr zufrieden. „Die Mannschaft hat sich gut gefunden, das sieht man an der Zahl der Assists pro Spiel. Die spielen gut zusammen. Aber natürlich wartet noch viel Arbeit auf uns – vor allem in der Defensive.“

Dass seine Mannschaft über weite Phasen „schon sehr erwachsen“ gespielt habe, macht der BG-Headcoach an der Person Jorge Gutiérrez fest. Der erfahrene Mexikaner hat bewiesen, dass immer dann, wenn er auf dem Feld steht, das Spiel in geordneten Bahnen verläuft. „Ohne ihn ist es ein anderes Spiel. Er bringt die Erfahrung auf der Position eins mit. Galen Robinson ist ein anderer Spielertyp, und ihm fehlt natürlich diese Erfahrung“, sagt Moors über den 23-jährigen Guard, der Ende September nachverpflichtet worden war, nachdem Christian Vital um die Auflösung seines Vertrages gebeten hatte.

Gute Stimmung und harte Arbeit

Die gute Stimmung, die das Team in den Pokalspielen vermittelt hat, will der Trainer nicht überbewerten: „Das liegt natürlich auch an den guten Ergebnissen im Pokal. Einen Teil des Erfolgs macht die gute Stimmung aus, der Rest ist harte Arbeit.“ Und die verlangt Moors täglich im Training, bei dem auch regelmäßig Harper Kamp dabei ist. Der Routinier und Trainer der Regionalliga-Herren des ASC 46 hatte zuletzt im Testspiel gegen den Syntainics MBC einen Einsatz und punktete zuverlässig. „Er hat nicht nur gespielt, um den Fans eine Freude zu machen. Wer weiß, wofür wir ihn noch gebrauchen können“, lässt sich Moors nicht weiter in die Karten schauen.