20. Oktober 2019 / 00:08 Uhr

BG Göttingen rutscht in Crailsheim aus

BG Göttingen rutscht in Crailsheim aus

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Elias Lasisi (l.) im Duell mit Sebastian Herrera (M.), Terry Allen beobachtet die Szene.
Elias Lasisi (l.) im Duell mit Sebastian Herrera (M.), Terry Allen beobachtet die Szene. © PHILIPPREINHARD.COM
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Es läuft nicht rund für die BG Göttingen. Die Veilchen warten noch immer auf den ersten Sieg in der Basketball-Bundesliga. Auch bei den HAKRO Merlins Crailsheim hingen die Trauben wieder hoch.

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Die Serie ist gerissen: Die BG Göttingen hat in der Basketball-Bundesliga erstmals gegen die HAKRO Merlins Crailsheim verloren: 57:83 (26:34). Damit bleiben die Veilchen in dieser Saison weiterhin ohne Sieg in der Liga.

Eine Klammer hatte das Spiel: Elias Lasisi begann die Partie in der Arena Hohenlohe mit einem erfolgreichen Dreier und beendete diese auch mit einem erfolgreichen Distanzwurf. Was allerdings zwischen diesen beiden Würfen lag, war alles andere als rühmlich.

Wie einmal ein guter Beginn

Dabei verlief das erste Viertel noch recht verheißungsvoll, die BG führte zunächst, hatte viel Bewegung in ihrem Angriffsspiel, verteidigte konsequent und geriet erst gegen Ende dieses Abschnitts ins Hintertreffen (14:18). Auffällig war, dass es den Crailsheimern immer wieder gelang, nach Fehlern auf Seiten der Göttinger schnell umzuschalten und Kapital daraus zu schlagen.

Co-Trainer Hylke van der Zweep hatte im Vorfeld die Defensive in die Pflicht genommen. Die lieferte zunächst auch: 18 Gegenpunkte nach dem ersten Viertel waren nicht viel. 14 erzielte Punkte waren aber zu wenig. In Sachen Trefferquote war und blieb jede Menge Luft nach oben.

BG Göttingen verliert in Crailsheim

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Rutschpartie auf dem Parkett

Gleich bei einem ersten Anspiel auf Darius Carter, der insgesamt einen sehr schwachen Tag erwischt hatte, rutschte dieser aus. Eine Tatsache die sich im Verlauf der Partie immer wieder – auf beiden Seiten – zeigte. Auch wenn das glatte Hallenparkett während der Halbzeitpause akribisch trocken gerieben wurde, häuften sich die Ausrutscher nach der Pause, sodass BG-Coach Johan Roijakkers während des Schlussviertels offiziell Protest einlegte.

Als Entschuldigung für die erneute Niederlage kann der rutschige Boden allerdings nicht gelten. Da müssen sich die BG-Spieler an ihre eigene Nase fassen. Acht Punkte Rückstand zur Pause waren noch nicht die Welt, dann aber folgte – wieder einmal – ein schwaches drittes Viertel (10:24), in dem die Crailsheimer davon zogen und die Veilchen einige Male alles andere als gut aussehen ließen.

Schwache Quote aus der Distanz

Beide Mannschaften haben in Korbnähe viele Bälle liegen gelassen, allerdings steigerten sich die Gastgeber im Verlauf des Spiels erheblich bei ihrer Quote aus der Distanz. Bis zur Pause war diese Bilanz der Veilchen erschreckend: Nur ein Versuch (von 13) hatte das Ziel gefunden. Hinzu kamen viele Ballverluste, schon zur Pause hatte die BG mehr als im gesamten vorangegangenen Spiel gegen Vechta, am Ende waren es 19.

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Weil Terry Allen und Mihajlo Andric schon im kurz nach der Pause mit vier Fouls belastet waren, wurden beide nur noch dosiert eingesetzt. Für Allen war die Partie kurz vor Ende des dritten Viertels endgültig vorbei, auch Andric musste das Parkett vorzeitig verlassen. Mehr Spielzeit als zuletzt erhielt Kyan Anderson (14 Minuten). Etwa 30 Minuten standen Dominik Lockhart und Bennet Hundt auf dem Parkett. Sie waren auch die einzigen Spieler im lila Trikot, die zweistellig punkten konnten.

Mit einer 58:36-Führung gingen die Crailsheimer in das Schlussviertel, in dem dann noch einmal viele Punkte auf beiden Seiten fielen, allerdings mussten sich die Veilchen auch in diesem – wie in den anderen drei zuvor – den Gastgebern beugen (21:25).

Roijakkers mit Defensive zufrieden

Bei der Pressekonferenz sprach BG-Headcoach Johan Roijakkers von einem „verdienten Sieg“ der Crailsheimer. Der Niederländer war nicht unzufrieden mit der Leistung seines Teams: „Wir haben eine tolle Defense gespielt. Crailsheim erzielt durchschnittlich über 100 Punkte und wir haben sie bei einer Field Goal-Quote von 37 Prozent gehalten. Daher bin ich zufrieden, denn mit dem Personal, dass wir aktuell haben, ist es das Maximale.“ Sein Gegenüber, der Finne Tuomas Iisalo hat das erwartet intensive Match gesehen: „Gegen Göttingen ist es immer physisch und das Ergebnis fällt nicht so hoch aus.“