21. November 2021 / 17:38 Uhr

BG Göttingen scheitert an individueller Klasse des FC Bayern

BG Göttingen scheitert an individueller Klasse des FC Bayern

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Bayern-Star Deshaun Thomas (r.), hier gegen Mathis Mönninghoff, spielte gegen die BG Göttingen seine ganze Klasse aus.
Bayern-Star Deshaun Thomas (r.), hier gegen Mathis Mönninghoff, spielte gegen die BG Göttingen seine ganze Klasse aus. © Swen Pförtner
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Nichts war es mit dem nächsten Coup gegen ein Top-Team der Basketball-Bundesliga: Die BG Göttingen unterlag am Sonntag vor 3313 Zuschauern in der Sparkassen-Arena dem FC Bayern München mit 66:80 (33:34) – und scheiterte ab Ende des dritten Viertels vor allem an den individuellen Fähigkeiten des Deutschen Pokalsiegers.

Der FC Bayern München war am Sonntag für die BG Göttingen eine Nummer zu groß: Der Deutsche Pokalsieger siegte in der Basketball-Bundesliga vor 3313 Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften Sparkassen-Arena mit 80:66 (34:33). Die Bayern hatten der leidenschaftlich kämpfenden BG zuvor Ende des dritten Viertels in ihrer besten Phase den Zahn gezogen.

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BG Göttingen - FC Bayern München, BBL 2021/22

BG Göttingen - FC Bayern München, BBL 2021/22 Zur Galerie
BG Göttingen - FC Bayern München, BBL 2021/22 © Swen Pförtner

In Abwesenheit des Bayern-Headcoaches Andrea Trinchieri, der erkrankt zu Hause blieb und für den Co-Trainer Slaven Rimac an der Seitenlinie agierte, verpasste zwar Kamar Baldwin zu Beginn einen freien Korbleger, die ersten Punkte gehörten aber trotzdem dem Gastgeber: Philipp Hartwich war per Tip-in erfolgreich und brachte damit eine schöne Aktion von Stephen Brown zu Ende.

Beim 5:0 sind die BG-Fans bereits in Feierlaune

Beim 5:0 waren die BG-Fans bereits das erste Mal in Feierlaune, denn Mathis Mönninghoff war aus der Ecke erfolgreich. Mönninghoffs besondere Motivation: Zehn Punkte hätte er am Sonntag benötigt, um seinen 1500. BBL-Zähler zu erzielen. Am Ende wurden es drei.

BG – FC Bayern 66:80 (15:20, 18:14, 14:26, 19:20)

BG​: Toolson (6 Punkte/2 Dreier/2 Rebounds/2 Assists), Bryant (6/0/1/4), Roberson (4/0/6/0), Vargas (4/1/4/0), Hartwich (3/0/4/1), Mönninghoff (3/1/2/0), Kamp (4/0/3/2), Dickey (4/0/7/0), Brown (15/2/1/0), Baldwin (17/2/0/2). – Teamwerte: Feldwürfe 23/64 (36%), Dreier 8/24 (33%), Freiwürfe 12/19 (63%), Rebounds 36 (14 off./22 def.), Assists 11, Ballverluste 12, Fouls 24.

Bayern​: Weiler-Babb (7/1/5/5), Thomas (18/2/4/4), Walden (0/0/0/1), Obiese (0/0/0/0), Jaramaz (4/0/3/2), George (2/0/2/0), Obst (11/3/4/0), Djedovic (15/1/4/0), Rubit (10/0/7/3), Ogunsipe (0/0/0/0), Hilliard (6/2/2/3), Schilling (7/0/4/2). – Teamwerte: Feldwürfe 29/55 (53%), Dreier 20/33 (61%), Freiwürfe 13/24 (54%), Rebounds 39 (9 off./30 def.), Assists 20, Ballverluste 13, Fouls 23.

Es folgte die Antwort der Gäste, die nach den beiden Siegen in der EuroLeague unter der Woche zwar rotierten, aber trotzdem qua tiefem Kader eine starke Truppe aufs Parkett brachten – und Tempobasketball, dem die BG zunächst nicht gewachsen war. Nach einer 13:0-Serie und Würfen der BG-Guards, die nicht fallen wollten, führte der Deutsche Pokalsieger mit 13:5, und Veilchen-Headcoach Roel Moors nahm die Auszeit (7.).

Der Winkelzug ging auf, und BBL-Topscorer Kamar Baldwin traf für Drei. Doch weiterhin bekam Göttingen keinen richtigen Zugriff in der Defense, was zu einfachen Gegenpunkten führte. Wieder einmal war es Punktegarant Jake Toolson, der für Drei punktete, und ins zweite Viertel ging die BG mit einem schon wieder etwas moderateren 15:21-Rückstand.

Als Hartwich zu Beginn von Durchgang zwei den ersten Freiwurf versemmelte, setzte kollektives Kopfschütteln ein – aber nicht wegen Hartwich, der den zweiten traf, sondern weil an der Linie hüben wie drüben so gut wie gar nichts ging. Die Veilchen stellten sich immer besser auf die Bayern ein, und am Ende des Durchgangs nach spektakulären Aktionen unter anderem von Baldwin, Zack Bryant und James Dickey stand es nur noch 33:35 – dachte man: Das Schiedsgericht korrigierte eine Entscheidung aus der Anfangsphase, und es hieß nur noch 33:34.


Im dritten Abschnitt ging die BG durch Zack Bryants Kunstschuss sogar mit 38:37 in Führung(25.), aber weil Deshaun Thomas für die Bayern im Anschluss seine Weltklasse unter Beweis stellte, blieb es eine Episode. Als Gaven Schilling in einer super Bewegung ein letztlich erfolgreichen „and one“ zur 50:42-Führung der Gäste herausholte, schien die Partie wieder zu Gunsten des Pokalsiegers gekippt zu sein, zumal die BG zu viel liegen ließ (18.). Doch ein Dreier von Baldwin und zwei erfolgreiche Freiwürfe von Routinier Harper Kamp nach unsportlichem Foul von Schilling ließen die Veilchen wieder auf 47:50 herankommen.

Scharfschütze Andi Obst trifft drei Dreier in Folge

Dann jedoch spielten die Bayern ihre individuellen Fähigkeiten aus, insbesondere Scharfschütze Andi Obst, der drei Dreier in Folge versenkte. Auch den Schlusspunkt hinter das dritte Viertel setzten die Bayern, die sich in ihrer besten Phase bis zum Ende des Durchgangs auf 60:47 verabschiedeten. Es war noch nicht das Ende des Laufs: 15:0 Punkte erzielten die Münchener zum 65:47, bevor Brown dem Spuk per Korbleger zum 49:65 ein Ende setzte (34.).

Mitte des Schlussabschnitts hieß es nach weiteren Punkten des starken Thomas 67:49 für die Bayern, und die Fans wussten: Diese Partie ist gelaufen – zu souverän agierten die Gäste, die beim 72:51 erstmals mit mehr als 20 Punkten führten und Moors zur Auszeit zwangen (37.). Am Ende setzte sich der Favorit dank seiner starken Einzelspieler, die in engen Situationen auftrumpften, verdient durch.

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Als ein „Sieg des Teams“ bezeichnete hinterher Rimac den Erfolg. Und: „Am Ende hatten wir die bessere Qualität und eine gute Energie.“ Demgegenüber konstatierte ein frustrierter Moors: „Wir haben nie wirklich an unsere Chance geglaubt.“ Letztlich sei der Unterschied in der Qualität sehr groß gewesen – auch die Wurfquote ärgerte den Belgier. „Wir haben schlechte Entscheidungen getroffen, außerdem kennen wir eigentlich die Qualitäten von Obst.“

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