03. November 2019 / 19:29 Uhr

BG Göttingen schnuppert in Bamberg am Erfolgserlebnis, geht aber dennoch leer aus

BG Göttingen schnuppert in Bamberg am Erfolgserlebnis, geht aber dennoch leer aus

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Auch wenn die Bamberger Assem Marai (l.) und Louis Olinde (r.) eindeutige Größenvorteile haben, lässt sich Kyan Anderson in dieser Szene nicht von ihnen stoppen.
Auch wenn die Bamberger Assem Marai (l.) und Louis Olinde (r.) eindeutige Größenvorteile haben, lässt sich Kyan Anderson in dieser Szene nicht von ihnen stoppen. © Daniel Lšb, 0171-4157296, info@danielloeb.de
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Sechster Anlauf, sechstes siegloses Spiel: Nach der 82:89 (44:51)-Auswärtsniederlage bei Brose Bamberg bleibt die BG Göttingen Schlusslicht in der Basketball-Bundesliga. Erfreulich war der Auftritt von Kyan Anderson, der mit 19 Punkten bester Werfer der Veilchen war.

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Inzwischen sind die Veilchen das einzige Team der Liga, das noch ohne Erfolgserlebnis ist, nachdem am Sonnabend auch medi Bayreuth erstmals jubeln konnte – nach einem souveränen Sieg in Frankfurt.

Die Veilchen waren mit dem Plan angetreten, die großen Spieler der Bamberger in Korbnähe in Bedrängnis zu bringen. Dieses Vorhaben ging nur bedingt auf. Zwar hatten die Gastgeber unter den Körben nicht die Übermacht, dafür trafen sie aber aus der Distanz sehr gut, sodass der erste Abschnitt klar mit 29:17 an sie ging. Und das, obwohl Brose Bamberg erst am Donnerstag von einem Champions-League-Ausflug aus Südostanatolien zurückgekehrt war, wo die Mannschaft 76:66 bei Gaziantep BK nahe der syrischen Grenze gewonnen hatte.

BG Göttingen verliert bei Brose Bamberg

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BG Göttingen gegen Brose Bamberg ©
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Osetkowski rechtfertigt Roijakkers Vertrauen

Nach dem temporeichen ersten Viertel ging es im zweiten Abschnitt ebenso kurzweilig weiter: Schritt für Schritt arbeiteten sich die Veilchen heran. Inzwischen stand mit Dylan Osetkowski bei der BG schon der dritte Center auf dem Feld, nachdem Darius Carter und Dennis Kramer schwach begonnen hatte. Der nachverpflichtete Osetkowski hatte am Ende nicht nur die längste Einsatzzeit der drei Göttinger Big Men, sondern war mit elf Punkten auch einer von drei Spielern im Team von Johan Roijakkers, der zweistellig gepunktet hat. Da konnte ihm auch der eine oder andere Fehler im Zusammenspiel – beispielsweise mit Bennet Hundt – nachgesehen werden, wenn ein Pass mal nicht so verwertet wurde wie geplant. Mit 27:22 gewann die BG das zweite Viertel und hatte den Abstand zur Pause auf sieben Punkte verkürzt.

Das dritte Viertel, in das Mihajlo Andric – mit drei Fouls belastet – gegangen war, begann zäh auf beiden Seiten, wurde aber von Minute zu Minute besser. Vor allem aus Sicht der Südniedersachsen, denen es gelang, Bamberg aus dem Rhythmus zu bringen, zu Fehlern und unkonzentrierten Abschlüssen zu zwingen. Mit einem Dreier zum 57:64 eröffnete Osetkowski in der Schlussphase die Aufholjagd, Andric und Lasisi legten nach, sodass die Partie plötzlich ausgeglichen war (64:64) und Bamberg nur mit einem hauchdünnen Vorsprung in den Schlussabschnitt ging.

Kyan Anderson nimmt Heft in die Hand

Kyan Anderson, der in diesem Spiel endlich einmal gezeigt hat, was er leisten kann, hielt die BG mit Freiwürfen im Spiel (68:68). Seine Quote von der Linie betrug hundert Prozent, er stand nahezu 30 Minuten auf dem Feld (fast so lange wie Bennet Hundt und Dominic Lockhart), war am Ende Topscorer der Göttinger mit 19 Punkten und verpasste mit neun Assists nur knapp ein Double-Double. Dass es schließlich nicht zum ersten Saisonsieg und zum ersten Erfolg in Bamberg überhaupt reichte, war Pech. In der Schlussphase fielen einige Würfe nicht, da wirkten die Gastgeber abgeklärter und setzten sich von 74:73 Stück für Stück ab.

Als Fazit bleibt: Die BG hat mit Bamberg wieder einmal ein Spitzenteam der Liga geärgert, es in Bedrängnis gebracht, aber nicht bezwungen. Die Veilchen haben Kampfgeist bewiesen. Immerhin lagen sie mit ihrer erreichten Punktzahl weit über ihrem bisherigen Schnitt von 71,8 Punkten. Es ist ein Aufwärtstrend zu erkennen.

BG kann physisch nicht mithalten

„Wir haben ein kleines Team und konnten physisch nicht dagegen halten. Aber wir haben uns zusammen gerauft und zurück ins Spiel gekämpft. Das ist alles, was ich von meiner Mannschaft erwarten kann“, sagte Roijakkers bei der anschließenden Pressekonferenz. Er nannte Bambergs Sieg verdient, gab aber zu, froh über die Leistung seines Teams zu sein, „auch wenn ich natürlich gerne gewonnen hätte“. Sein Gegenüber, Broses belgischer Coach Roel Moors, sagte, dass Göttingen besser sei als der Tabellenstand aussagt – „unterschätzt haben wir sie auf jeden Fall nicht“.

Statistik BG

BG Göttingen: ​Lockhart (10 Punkte/2 Dreier/6 ­Rebound/3 Assist), ­Anderson (19/2/2/9), Lasisi (8/2/3/1), Kramer (4/0/1/1), Carter 2/0/ 4/0), Andric (9/1/5/1), Mönninghoff (3/0/0/0), Osetkowski (11/1/2/0), Allen (9/1/1/1), Hundt (7/1/2/4). – Teamwerte: Feldwürfe 41,4% (29/ 70), Dreier 29,4% (10/ 34), ­Rebounds 28 (10 off./18 def.), Fouls 20, Turnover 12, Assists 20.

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