14. Februar 2022 / 15:45 Uhr

BG Göttingen: Team hat Neuzugang Harald Frey die Eingewöhnung leicht gemacht

BG Göttingen: Team hat Neuzugang Harald Frey die Eingewöhnung leicht gemacht

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Harald Frey (r.) spielt im Duell mit Ulms Sindarius Thornwell.
Harald Frey (r.) spielt im Duell mit Ulms Sindarius Thornwell. © Swen Pförtner
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Das war mal ein Einstand: Harald Frey war in seinem ersten Spiel für den Basketball-Bundesligisten BG Göttingen Topscorer und erhielt Lob von allen Seiten. Der Norweger stellt das Team aber vor seine persönliche Leistung.

Es hat eine Weile gedauert bis Headcoach Roel Moors fündig geworden war, aber die Geduld scheint sich ausgezahlt zu haben. Nachdem Zack Bryant den Basketball-Bundesligisten BG Göttingen auf eigenen Wunsch Ende November in Richtung Finnland verlassen hatte, waren die Veilchen auf der Suche nach einer Neuverpflichtung für die Guard-Position gewesen – idealerweise sogar mit Spielmacher-Qualitäten. Erst am 26. Januar war Harald Frey verpflichtet worden, am vergangenen Wochenende stand der Norweger gegen Ulm erstmals im BG-Trikot auf dem Spielfeld der Sparkassen-Arena und überzeugte auf ganzer Linie.

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Das belegen auch seine Statistiken: Mit 21 Punkten in gut 22 Minuten Spielzeit war der 24-Jährige Topscorer der Gastgeber. 50Prozent (2/4) seiner Würfe aus dem Zwei-Punkte-Bereich fanden das Ziel, aus der Distanz waren es sogar 60 Prozent (3/5). Alle acht Freiwürfe versenkte der norwegische Nationalspieler, fünf Assists gab er seinen Mitspielern, kein einziger Ballverlust stand am Ende zu Buche. Traumwerte des Guards, der aus der zweiten spanischen Liga nach Südniedersachsen gewechselt war. Die sind ihm – nach eigenem Bekunden – aber gar nicht so wichtig: „Wichtig ist ein Sieg und dass ich dem Team helfe“, sagte Frey zwei Tage nach seinem Einstand. Ein wenig nervös sei er gewesen, hatte aber nach einer „großartigen Trainingswoche“ ein gutes Gefühl, zumal es ihm die Mannschaft sehr einfach gemacht habe sich einzuleben.

Erkundungstour durch Göttingen gefällt Frey

In den ersten Tagen in Göttingen ist der Norweger hauptsächlich zwischen seinem neuen Domizil an der Von-Ossietzky-Straße und dem Basketball-Zentrum am Schützenplatz hin und her gependelt. Ein wenig Zeit hat er sich aber auch genommen, um die „sehr schöne Stadt“ zu erkunden. In der Fußgängerzone sei er schon gewesen und freue sich darauf, die Restaurants und Geschäfte näher kennenzulernen.

BG Göttingen - Ratiopharm Ulm 2021/22

Nichts für schwache Nerven: Die BG Göttingen gewinnt auch das Rückspiel gegen Ratiopharm Ulm. Zur Galerie
Nichts für schwache Nerven: Die BG Göttingen gewinnt auch das Rückspiel gegen Ratiopharm Ulm. © Swen Pförtner

Die Entscheidung, vom nordspanischen Zweitligisten Oviedo nach Göttingen zu wechseln, hat Frey auch mit seiner Familie besprochen und getroffen. Die Gelegenheit, in der Bundesliga zu spielen, hatte für den jungen Spieler einen großen Reiz. Göttingen sei für ihn persönlich zwar unbekannt gewesen. „Jetzt bin ich glücklich, hier zu sein. Es ist alles schon sehr aufregend“, gibt Frey zu.

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Seine Mitspieler hätten es ihm sehr leicht gemacht sich einzugewöhnen, ihm die Strukturen zu erklären und ihm auch Tipps für das Leben in Göttingen außerhalb der Trainingshalle zu geben. „Ich habe mich sehr willkommen gefühlt. Das sind alles nette Jungs, die sehr hilfsbereit sind“, fasst der 24-Jährige zusammen.

Auch den Klub hat er als „sehr professionell“ kennengelernt. Alle seien sehr fürsorglich und versuchen schnell, Lösungen zu finden, wenn einmal ein Problem auftauche. Das alles habe es ihm leicht gemacht, schnell und letztlich auch erfolgreich Fuß zu fassen.

Auf dem besten Weg, sich in die Fan-Herzen zu spielen

Kein Wunder, dass auf seine Leistung gegen Ulm ausnahmslos positive Reaktionen folgten: „Was für ein Debüt von Harald Frey! ... Willkommen in der easyCredit BBL!“, hieß es im Nachbericht auf der BBL-Seite. MagentaSport-Kommentator Stefan Koch gingen – nach eigenem Bekunden – während des Spiels „die Superlative aus“.

Auch die Fans kommentierten den Sieg auf Facebook zufrieden. „Was für ein Spieler. Im ersten Spiel schon über 20 Punkte….herausragend. Ich bin begeistert“, schrieb Sascha Schmidt. „Ein sehr gutes Spiel und super Einstand von Harald Frey, Wahnsinn! Jetzt gerne noch ein guter Powerforward, der variabel auf 4/5 eingesetzt werden kann. Dann sind die Playoffs in greifbarer Nähe“, äußerte sich Manu Ko. „BeFREYungsschlag! Anscheinend liegt der BG einfach der small ball besser als das klassische Centergame!“, begann Lettis Dirk seine Einzelkritik.

Frey selbst war begeistert von der Stimmung in der Halle. „Das hat sich nach mehr als nur 500 Fans angehört. Ich habe den Eindruck, dass die Fans ihr Team lieben. Und ich freue mich schon darauf, wenn noch mehr Zuschauer kommen dürfen.“

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Am Mittwoch zu Gast in Ludwigsburg

In Chemnitz kann man verlieren – diese Erfahrung hat auch die BG Göttingen schon gemacht. Allerdings mussten sich die Veilchen dort nicht so deutlich geschlagen geben wie ihr kommender Gegner (Auswärtsspiel am Mittwoch, 20.30 Uhr): 56:74 verloren die MHP Riesen Ludwigsburg am Sonnabend in Sachsen. Vor allem deren starke Defensive hat das Team von Ex-BG-Trainer John Patrick ausgebremst. Eine umkämpfte Partie war erwartet worden, schließlich begegneten sich zwei Mannschaften auf tabellarischer Augenhöhe. Auch gegen Göttingen ist die Konstellation ähnlich. Beide Teams sind Tabellennachbarn, die Riesen haben bei zwei mehr ausgetragenen Spielen auch zwei Siege mehr auf dem Konto als die BG, liegen auf Platz sechs einen Rang vor den Südniedersachsen.

Nicht ein einziges Mal führten die Ludwigsburger, bei denen Neuzugang Tekele Cotton mitwirkte, in Chemnitz. Lediglich 16 Prozent der Distanzwürfe fielen für die Riesen, die nur vier ihrer 25 Versuche im gegnerischen Korb unterbrachten. Da sie sich auch bei den Rebounds mit 31:44 geschlagen geben mussten, gab es für sie nichts zu holen.

Schon ein paar Tage zuvor hatten die Ludwigsburger in der Champions League ein Low-Score-Match verloren, mussten sich Holon mit 51:69 geschlagen geben. Auch in Israel lag ihre Dreierquote nur bei 16,9 Prozent. In der laufenden BBL-Saison liegen die Süddeutschen auf Rang 13 im Dreier-Ranking (34 Prozent), das die BG anführt (40,4). Gegen Ulm (43,3) bewiesen gleich vier der fünf erfolgreichen Distanzschützen mit jeweils drei Treffern unter Beweis, dass ihre Treffsicherheit keine Glückswürfe sind. 

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