23. Dezember 2021 / 14:02 Uhr

BG Göttingen: Unverständnis über Spielausfall in Chemnitz

BG Göttingen: Unverständnis über Spielausfall in Chemnitz

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
BG-Chef Frank Meinertshagen ist durchaus verärgert über den Spielausfall.
BG-Chef Frank Meinertshagen ist durchaus verärgert über den Spielausfall. © Swen Pförtner
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Frust gibt es beim Basketball-Bundesligisten BG Göttingen wegen des Ausfalls der Partie in Chemnitz. Das zuständige Gesundheitsamt hatte Quarantäne für sechs Niners-Spieler angeordnet – eine Vorgehensweise, die BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen nicht ganz nachvollziehen kann.

Eine gelungene Weihnachtsüberraschung sieht anders aus: Weil das zuständige Gesundheitsamt intervenierte, musste am Mittwoch die Auswärtspartie des Basketball-Bundesligisten BG Göttingen bei den Niners Chemnitz verlegt werden. Hintergrund war ein weiterer Coronafall in den Reihen der Sachsen. Die Entscheidung zur Spielverlegung konnten die Veilchen allerdings nicht so ganz nachvollziehen.

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„Am Spieltag sind ja alle anderen Chemnitzer Spieler getestet worden. Dass die Partie dann trotzdem ausfällt, ist für uns natürlich ärgerlich, aber auch ein Stück weit verwunderlich“, kommentierte BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen die Absage. Das Vorgehen des Gesundheitsamts, unterstrich der Veilchen-Chef, entspreche schließlich nicht der Empfehlung des Robert Koch-Instituts (RKI).

Bereits am Dienstagabend hatte die Liga über einen weiteren Coronafall informiert. Die BG, deren Tross schon in Chemnitz eingetroffen war, hatte sich somit schon auf eine mögliche Absage eingestellt, zumal bereits vor Wochenfrist eine Corona-Erkrankung eines Niners-Spieler bekannt geworden war. Von der Maßnahme des zuständigen Gesundheitsamtes jedoch, sechs Chemnitzer Akteure in Quarantäne zu schicken, war die BG regelrecht überrascht.

Das RKI empfehle aktuell in solchen Fällen, dass kein geimpfter Mitspieler in Quarantäne müsse, unterstrich Meinertshagen. Ausnahme: Es werde die Omikron-Variante nachgewiesen. In seiner Begründung argumentiert das Gesundheitsamt, dass wegen der „erhöhten Kontaktsituation eine Absonderung der engen Kontakte, unabhängig vom Impfstatus, erforderlich“ sei. „Es ist ein anderes Vorgehen, als bisher gehandhabt. 99 Prozent der Fälle wurden anders gehandhabt“, sagt Meinertshagen.

Fader Beigeschmack bleibt für die BG Göttingen

Das Gesundheitsamt weißt außerdem auf die „besorgniserregende Variante Omikron“ hin – für die BG bleibt jedoch ein fader Beigeschmack: „Chemnitz hatte viele Verletzte, und es wäre für uns ein guter Zeitpunkt gewesen, gegen die zu spielen“, verdeutlicht Meinertshagen. Ein Ersatztermin für die Partie steht noch nicht fest.

Gemäß der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen, die am Donnerstag veröffentlicht wurde, darf die BG bei Heimspielen, so auch beim Derby gegen die Basketball Löwen Braunschweig am 2. Januar, zumindest 500 Zuschauer einlassen. Das bestätigte Meinertshagen am Donnerstagnachmittag. Generell sind nach der Beschlusslage von Bund und Ländern Zuschauer bei Großveranstaltungen vorerst nicht erlaubt, die niedersächsische Verordnung weicht in diesem Punkt etwas von der vereinbarten Linie ab.


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Im Hinblick auf die Kosten für den Aufbau sei es ganz klar „ein Minusgeschäft“ und schlechter, als ohne Fans zu spielen, räumte Meinertshagen ein. Der BG-Chef stellte aber auch klar, dass man das in Kauf nimmt: „Andernfalls entwöhnen wir die Zuschauer.“ Zudem gingen ohne Anhänger mittelfristig Sponsoringeinnahmen zurück, und gegebenenfalls müssten Rückforderungen von Sponsoren erstattet werden. Im Hinblick auf eine teilweise Kompensation der wegfallenden Einnahmen aus dem Ticketverkauf hofft Meinertshagen, dass die Fortführung der Corona-Hilfe Spitzensport ins kommende Jahr verlängert wird.

Für die Spieler steht über Weihnachten Training an, denn bereits am Montagabend spielt die BG in Würzburg, und am Donnerstag sind die Veilchen in Ulm zu Gast. Eins ist klar: Beide Spiele finden ohne Zuschauer statt.