13. Mai 2020 / 14:48 Uhr

BG Göttingen verpflichtet Niederländer Leon Williams und Jito Kok 

BG Göttingen verpflichtet Niederländer Leon Williams und Jito Kok 

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Leon Williams (l.) könnte beim BBL-Turnier im Spiel gegen Bayern München wieder auf Maodo Lô (hier noch im Bamberg-Trikot) treffen.
Leon Williams (l.) könnte beim BBL-Turnier im Spiel gegen Bayern München wieder auf Maodo Lô (hier noch im Bamberg-Trikot) treffen. © (c) Swen Pfšrtner, +49 151 42566551, buero@swenpfoertner.com
Anzeige

Noch steht die Zustimmung der Behörden zum Hygiene- und Sicherheitskonzept aus. Allerdings wird bei den Basketball-Bundesligisten intensiv an den Kadern für das BBL-Turnier in München gearbeitet. Die BG Göttingen präsentiert eine komplette Mannschaft.

Anzeige
Anzeige

Die Zeit drängt: Bis Montag, 18. Mai, benötigen die Verantwortlichen der Basketball-Bundesliga (BBL) die Genehmigung der Behörden für das geplante BBL-Turnier in München, um die Saison noch fortsetzen und spätestens am 30. Juni beenden zu können. Inzwischen läuft auch bei den Vereinen die Vorbereitung, die BG Göttingen hat am Mittwoch ihren Kader für das „Final10“ präsentiert.

Zwei Nachverpflichtungen sind möglich

Zu den inzwischen veröffentlichten weiteren Details zum geplanten BBL-Turnier in München gehört auch die Nachverpflichtung von maximal zwei Spielern. Nachdem mit Dylan Osetkowski und Adam Waleskowski gleich zwei Center abgesagt hatten, hat BG-Headcoach Johan Roijakkers den Niederländer Jito Kok für diese Position verpflichtet. Mit Leon Williams kommt ein weiterer Spieler aus dem Nachbarland zurück nach Göttingen. Der Aufbauspieler ist kein Unbekannter bei den Veilchen, er trug bereits von 2016 bis 2018 das BG-Trikot. Der 28-Jährige übernimmt den Platz von Kyan Anderson, der Amerikaner hatte auf eine Rückkehr für das Turnier in München verzichtet hatte.

BG Göttingen - FC Bayern München, BBL 2019/20

BG Göttingen - FC Bayern München, BBL 2019/20 Zur Galerie
BG Göttingen - FC Bayern München, BBL 2019/20 © Pförtner

Auch Kok kennt die Veilchen. Der 26-jährige Center stand der BG in der Saison 2016/17 ein paar Wochen als Trainingsspieler zur Verfügung. „Da nicht alle Spieler, die in dieser Saison bei uns im Kader standen, für das Turnier in München zur Verfügung stehen werden, haben wir nach Möglichkeiten gesucht, dies zu kompensieren. Dabei lag der Fokus auf Akteuren, die ich bereits kenne und die schon für mich gespielt haben“, sagt BG-Headcoach Johan Roijakkers. „Ich freue mich, dass Leon und Jito sich für uns entschieden haben. Beide Spieler können eingesetzt werden, weil die Ligen in den Niederlanden und Belgien, für die sie in der vergangenen Saison aufgelaufen sind, ihre Saison inzwischen beendet haben.

59 BG-Spiele von Williams

Williams absolvierte in seinen zwei Spielzeiten 59 Erstliga-Spiele für die BG, in denen er im Schnitt rund 20 Minuten auf dem Parkett stand (5,0 Punkte/2,3 Assists). 2018 wechselte der niederländische Nationalspieler in die zweite spanische Liga zu TAU Castello. In der aktuellen Saison ging Williams in seinem Heimatland für Donar Groningen in der Dutch Basketball League (DBL) auf Korbjagd (12 Spiele/15 Minuten/3,8 Punkte/2,0 Assists) und besitzt dort auch einen Vertrag für die kommende Spielzeit.

Kok besuchte von 2012 bis 2016 die University of San Diego (Kalifornien, USA) und spielte dort für die San Diego Toreros in der NCAA, zwei Jahre davon zusammen mit Veilchen-Center Dennis Kramer. Seinen ersten Profivertrag unterzeichnete der Center in Griechenland bei Lavrio B.C. und wechselte während der Saison 2016/17 nach Estland zu AVIS Rapla. Zwischen diesen beiden Stationen hielt sich Kok, den Roijakkers bei der niederländischen U18-Nationalmannschaft trainiert hat, in Göttingen fit und half beim Training aus. Die Saison 2017/18 verbrachte der Center in der zweiten spanischen Liga bei CDC Valladolid. Danach startete der Niederländer in seinem Heimatland bei den Dutch Windmills in Dordrecht und wechselte dann nach Belgien zu den Kangoeroes Baskets Mechelen, wo er mit dem Bruder von Elias Lasisi zusammen spielte. Dort kam er auch in dieser Saison zum Einsatz (17 Spiele/28 Minuten/9,9 Punkte, 6,0 Rebounds pro Spiel) und unterschrieb im Mai einen Vertrag für die kommende Spielzeit.

Mehr vom Sport in der Region

Ruoff wird am Wochenende erwartet

Alle anderen Veilchen-Akteure, die zum Zeitpunkt der Saison-Unterbrechung im Kader standen, haben ihre Verträge für das Turnier verlängert. Alex Ruoff wird am Wochenende aus den USA nach Göttingen zurückkehren. Dominic Lockhart, Elias Lasisi, Dennis Kramer,Marvin Omuvwie, Mihajlo Andric, Mathis Mönninghoff, Terry Allen, Bennet Hundt und Kevin Bryant waren während der Liga-Pause in Göttingen geblieben und haben sich individuell fit gehalten.

Noch nichts sagen wollte Roijakkers zum Trainingsstart. „Da warte ich immer noch auf das Go“, sagt der Niederländer. Das Turnier „Final10“, an dem zehn der 17 Mannschaften der BBL teilnehmen wollen, soll am Wochenende 6./7. Juni beginnen und am 28. Juni mit dem Final-Rückspiel enden. Zwei Partien sollen täglich stattfinden, keine Mannschaft wird an zwei aufeinander folgenden Tagen auflaufen müssen.

Einteilung in „aktive“ und „passive“ Spielbeteiligte

Die Verantwortlichen der Basketball-Bundesliga ​haben ein 45 Seiten langes Hygiene- und Sicherheitskonzept zur Genehmigung des Spielbetriebs ausgearbeitet. Seit Donnerstag, 7. Mai, prüfen die Innenministerien des Bundes und des Landes Bayern, sowie die Berufsgenossenschaft VBG, ob die Sicherheit am Arbeitsplatz der Spieler gewährleistet ist. 

Das Konzept ​basiert auf zwei jeweils drei Wochen langen Phasen und zwei unterschiedlichen Personengruppen. In der ersten Phase trainieren die Klubs dezentral an ihren jeweiligen Heimatorten, in der zweiten treffen sie sich, um in München den Meister zu ermitteln. Während des Trainings werden die Spieler regelmäßig auf das Coronavirus getestet, dürfen aber zu Hause bleiben. Während des Turniers werden alle Profis, Trainer und Betreuer quasi in Quarantäne versetzt, dabei auch weiterhin getestet.

Insgesamt sollen rund 250 Menschen ​in einem Münchner Hotel untergebracht und isoliert werden (auch vom Hotelpersonal) – maximal 22 Personen pro Mannschaft, dazu zwölf Schiedsrichter, die sich zur Verfügung stellen wollen, und BBL-Mitarbeiter. Diese Personengruppe zählt zu den „aktiv Spielbeteiligten“ und wird in der Halle streng getrennt von den „passiv Spielbeteiligten“. Zu diesen zählen Kampfrichter, Zeitnehmer, Medienmitarbeiter und Ordner beispielsweise. Rund um die Begegnungen wären rund 130 Personen pro Spiel anwesend. Zwei Spiele pro Tag sollen stattfinden, wobei jedes Team immer einen vollen Tag Pause bekommen soll.