22. November 2020 / 00:08 Uhr

BG Göttingen wieder nervenstark: Auswärtssieg in der Verlängerung

BG Göttingen wieder nervenstark: Auswärtssieg in der Verlängerung

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Jorge Gutiérrez trifft in der Verlängerung seinen ersten Dreier in dieser Saison überhaupt – gutes Timing.
Jorge Gutiérrez trifft in der Verlängerung seinen ersten Dreier in dieser Saison überhaupt – gutes Timing. © Jan Stimpel
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Das war wieder einmal keine Partie für schwache Nerven: Die BG Göttingen musste in die Verlängerung, um das Bundesliga-Spiel beim starken Aufsteiger Niners Chemnitz für sich zu entscheiden.

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Wenn Sieg, dann muss es aber auch spannend sein. Nach dem Last-Minute-Heimerfolg gegen Braunschweig in der Vorwoche brauchte die BG Göttingen in der Basketball-Bundesliga am späten Sonnabendabend sogar die Verlängerung, um bei den Niners Chemnitz mit 103:99 (47:47) zu gewinnen.

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Starke Spieler der Starting Five

Erstes Heimspiel für den Aufsteiger aus Sachsen, der in der vergangenen ProA-Saison im Schnitt 3500 Zuschauer hatte. In der leeren Halle "Messe Chemnitz" hatten die Veilchen nach 45 Minuten das bessere Ende für sich – vielleicht auch, weil sie den sechsten Mann nicht gegen sich hatten. In jedem Fall aber war es ein verdienter Sieg, weil es gleich einige Spieler in den Reihen von BG-Headcoach Roel Moors gab, die stark spielten.

BG Göttingen gegen Niners Chemnitz

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Harper Kamp ©

Allen voran Jorge Gutiérrez. Der Mexikaner drehte in der Schlussminute der Verlängerung nicht nur die Partie mit seinem ersten erfolgreichen Dreier der Saison (im 15.Versuch) überhaupt, am Ende hatte er auch ein Double-Double stehen mit elf Punkten und 13 Assists. Entsprechend zufrieden war der NBA-erfahrene Pointguard anschließend. Es sei sein bisher bestes Spiel für Göttingen gewesen. „Mein Team hat mich gebraucht. Am Ende waren wir alle müde, aber mental sehr stark“, äußerte er sich zufrieden. Die Defense und die Rebounds seien der Schlüssel zum Erfolg gewesen.

Einer der in Sachen Rebounds glänzte war Mathis Mönninghoff. Der Starting-Five-Spieler stand am Ende nicht nur 33 Minuten auf dem Platz, sondern hatte sich zehn Rebounds gesichert. Mit den zehn erzielten Punkten wurde auch ihm ein Double-Double gut geschrieben. Dass er inzwischen viel Selbstbewusstsein besitzt, bewies er in der Schlussphase der regulären Spielzeit, als er zum 88:87 traf und damit die BG im Spiel hielt.

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Knapp vorbei am Double-Double schrammte Aubrey Dawkins, der mit 24 Punkten einer der Topscorer im Team der BG war und immerhin neun Rebounds „abfischte“. Er war derjenige, den Gutiérrez und Galen Robinson immer wieder bei ihren Anspielen suchten. Im dritten Viertel stopfte er drei Dunkings in Folge in den gegnerischen. Und wenn die Aufbauspieler ihn fanden, punktete er zuverlässig hatte eine mehr als 80-prozentige Erfolgsquote. Auf die kam auch Luke Nelson (ebenfalls 24 Punkte), der in diesem Spiel wieder die Nerven behielt als es eng wurde und sechs Sekunden vor dem Ende der Verlängerung zwei Freiwürfe zum 101:98 traf. Gut bedient wurde auch Tai Odiase am Brett, der seinen Körper erneut effizient einsetzte, in der Offensive erneut überzeugte, auf 17 Punkte kam und mit acht Rebounds weit über dem Schnitt aus den ersten Spielen lag.

Jeder Punkt am Ende wichtig

Die fünf Starting-Five-Spieler hatten schließlich alle mehr als 30 Minuten Einsatzzeit, während die anderen Spieler es schwerer hatten zu überzeugen. Aber auch jeder ihrer Punkte war am Ende dieses engen Spiels wichtig – ob es Nelson Weidemanns beiden Dreier in Folge zu Beginn des Schlussviertels waren, Harper Kamps sicher verwandelte Freiwürfe oder Akeem Vargas’ mutiger Drei-Punkte-Wurf. Grund zum Jubel hatten alle, Zeit zum Regenerieren haben fast alle. Bis auf Luke Nelson, der mit der britischen Nationalmannschaft um die Qualifiakation für die EM 2022 in der kommenden Woche spielt, bleiben alle anderen Spieler in Göttingen und trainieren weiter gemeinsam.

Highlights Chemnitz - BG 2020 21

Mit Marcus Thornton ist ein Spieler der Niners den Göttingern gefährlich geworden. Den aus Frankreich zum Aufsteiger gewechselten Amerikaner hatte Moors schon vor dem Spiel im Visier gehabt. Mit 25 Punkten war der 27-Jährige am Ende der erfolgreichste Werfer auf dem Platz mit einer 60-Prozent-Quote bei den Drei-Punkte-Würfen.

Wieder ein stolzer Roel Moors

„Ich bin extrem froh über den Sieg, weil das ein sehr schweres Spiel war. Ich denke, dass viele Teams hier Probleme haben werden. Ich habe großen Respekt vor unserem Gegner, der vor zwei Tagen ein sehr anstrengendes Spiel hatte und heute mit viel Intensität und Herz gespielt hat", sagte Moors während der anschließenden Pressekonferenz. Es sei nicht leicht, in Chemnitz zu gewinnen, denn der Aufsteiger habe viel individuelles Talent und ist ein gutes Erstliga-Team. "Ich bin stolz auf meine Jungs. Wir hatten das Momentum, als wir mit zehn Punkten geführt haben, haben das aber zu leicht wieder abgegeben. Trotzdem haben wir gekämpft und uns aus dieser schwierigen Situation befreit, um zu gewinnen", so der Belgier.

Statistik

BG: Weidemann (6 Punkte/2 Dreier/2 Rebounds/0 Assists), Nelson (24/3/2/6), Gutiérrez (11/1/3/13), Vargas (3/1/1/0), Kramer (0/0/1/0), Omuvwie (2/0/1/0), Odiase (17/0/8/0), Mönninghoff (10/2/10/1), Kamp (4/0/1/0), Dawkins (24/2/9/1), Robinson jr. (2/0/1/4). – Teamwerte: Feldwürfe: 27/42 (64,3 %), Dreier: 11/33 (33,3 %), Freiwürfe: 16/22 (72,7 %), Rebounds: 41 (7 Off/34 Def), Assists: 25, Ballverluste: 8, Fouls: 22.

Chemnitz: Harris (9 Punkte/1 Dreier/2 Rebounds/4 Assists), Ziegenhagen (2/0/0/0), Matthews (4/0/3/3), Richter (4/0/6/1), Wimberg (13/1/6/3), Johnson (3/1/0/0), Mike (7/1/7/2), Thornton (25/6/2/5), Clark (15/1/5/5), King (17/4/5/1). – Teamwerte: Feldwürfe: 20/46 (43,5 %), Dreier: 15/29 (51,7 %), Freiwürfe: 14/19 (73,7 %), Rebounds: 40 (8 Off/32 Def), Assists: 24, Ballverluste: 15, Fouls: 21.

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