11. Januar 2021 / 15:02 Uhr

BG Göttingen: Wo sind die Führungsspieler?

BG Göttingen: Wo sind die Führungsspieler?

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
BG-Headcoach Roel Moors während der Partie in Frankfurt.
BG-Headcoach Roel Moors während der Partie in Frankfurt. © Jan Huebner
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Die BG Göttingen erlebt bei der 63:81-Pleite in Frankfurt einen totalen Zusammenbruch im dritten Viertel. Vor allem von seinen Führungsspielern muss sich Headcoach Roel Moors im Stich gelassen fühlen.

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Das hatte sich Roel Moors, Headcoach des Basketball-Bundesligisten BG Göttingen, ganz anders vorgestellt: Noch zur Pause lagen seine Veilchen im Auswärtsspiel bei den Fraport Skyliners in Frankfurt vorn, doch dann lief so gut wie gar nichts mehr. Zu denken gab vor allem die Art und Weise, mit der sich die Göttinger eine am Ende deutliche 63:81-Niederlage eingehandelt hatten.

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„Obwohl wir nicht gut gespielt haben, waren wir in der ersten Halbzeit in der Partie. Dann hat Frankfurt einen 5:0-Lauf, und bei uns geht alles nach unten. Das ist die Realität“, sagte ein frustrierter Moors nach der Partie. Was er damit zum Ausdruck bringen wollte, ist, dass sein Team momentan nicht gerade vor Selbstbewusstsein strotzt.

MagentaSport-Highlights: FRAPORT SKYLINERS - BG Göttingen

Das war einmal anders, unter anderem zu Saisonbeginn, als im BBL-Pokal derselbe Gegner mit 79:64 geschlagen wurde. Freilich waren die Frankfurter noch nicht richtig in der Saison angekommen, was aber die Veilchen am Anfang der Spielzeit auszeichnete, war, dass sie immer wieder zurückkamen und vor allem am Viertelende zuzulegen vermochten. Aktuell reicht offenbar ein 0:5-Lauf, um es mit den Nerven zu bekommen.

Ein Spieler darf nicht den Unterschied machen

Die Partie hatte für die Göttinger zugegebenermaßen unter ungünstigen Vorzeichen begonnen, denn mit Luke Nelson fehlte ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann. Dass der Ausfall für sein Team ein deutlicher Nachteil ist, wies Moors jedoch bereits im MagentaSport-Interview vor der Partie vom Tisch – zu Recht: Das Fehlen eines Akteurs darf bei einem Team wie der BG Göttingen nicht zum großen Zittern führen, zumal frisch nachverpflichtet wurde.

Am Ende fehlte Nelson doch an allen Ecken und Enden, und das hing auch mit den beiden Pointguards zusammen, die eigentlich das Team anführen sollten. Weder Jorge Gutiérrez noch Deishuan Booker konnten den Zusammenbruch im dritten Viertel stoppen, und noch viel schlimmer: Was die beiden zum Teil in der Defense spielten, war, gelinde gesagt, nicht gut. Booker, erst seit eineinhalb Wochen beim Team, machte noch den besseren Eindruck, was Rückschlüsse auf die Leistung des Mexikaner Gutiérrez zulässt.

Fraport Skyliners - BG Göttingen, BBL 2020/21

Fraport Skyliners - BG Göttingen, BBL 2020/21 Zur Galerie
Fraport Skyliners - BG Göttingen, BBL 2020/21 © Huebner

Ein anderer, dem man in Frankfurt im Spiel bei seinem alten Team viel mehr zugetraut hatte, ist BG-Kapitän Akeem Vargas. Erst vor einiger Zeit hatte sich Moors enttäuscht über dessen Wurfstatistik und seine regelrechte Wurfhemmung geäußert. Prompt wurde es etwas besser. Was die Veilchen-Fans allerdings im Spiel gegen Frankfurt erlebten, war nichts weniger als ein Rückschritt: Am Ende hatte Vargas in etwas mehr als 14 Spielminuten keinen einzigen Wurf auf dem Konto. Die Ausbeute waren ein Rebound und zwei Assists.

BG kann Mobley nicht im Team verteidigen

Außerdem werden Moors noch zwei andere Aspekte der Partie in Frankfurt zu denken geben: Vor der Begegnung hatte der Belgier angekündigt, dass seine Spieler Frankfurts Shooter Matt Mobley als Mannschaft verteidigen werden: „Das ist ein Team-Job.“ Am Ende war Mobley mit 30 Punkten Topscorer des Spiels. Zweitens sagte Moors neulich einmal, es sage viel über die übrigen Akteure aus, wenn der reaktivierte Oldie Harper Kamp zu den besten BG-Spielern einer Partie zählt. Gegen Frankfurt war Kamp zusammen mit Tai Odiase erneut bester BGer...