09. Januar 2020 / 07:11 Uhr

Zwischenbilanz der deutschen Wintersportler: Biathlon in der Krise, Alpine und Bobfahrer top

Zwischenbilanz der deutschen Wintersportler: Biathlon in der Krise, Alpine und Bobfahrer top

Stefan Döring
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die deutschen Biathletinnen und Biathleten um Denise Herrmann (links) stecken in der Krise, während Thomas Dreßen bei den Alpinen derzeit alles überstrahlt.
Die deutschen Biathletinnen und Biathleten um Denise Herrmann (links) stecken in der Krise, während Thomas Dreßen bei den Alpinen derzeit alles überstrahlt. © imago images/Hartenfelser/Sammy Minkoff
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Während die deutschen Wintersport-Athleten ausgerechnet im Biathlon bisher eine Durststrecke erleben, überzeugen Alpine und Bobfahrer. Der SPORTBUZZER zieht eine Zwischenbilanz.

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Dass die deutschen Biathleten in dieser Saison besonders im Fokus stehen würden – das war klar. Schließlich mussten sie das Karriere-Ende der Überfigur der vergangenen Jahre kompensieren. Jeder, ob Sportler, Trainer oder Experte, erwartete, dass es nicht einfach werden würde. Doch dass es noch keinen einzigen Podestplatz bei den Frauen gab, überrascht. Immerhin schafften das die Männer schon. Der Schatten Laura Dahlmeiers liegt wie ein bleierner Mantel über Denise Herrmann, Arnd Peiffer und Co. - doch das soll sich ändern. Schließlich beginnen ab Donnerstag mit dem Sprint der Frauen (14.30 Uhr, ARD und Eurosport) die Heim-Wettbewerbe in Oberhof. In der kommenden Woche geht es dann nach Ruhpolding – und Mitte Februar beginnt die WM in Antholz.

„Die Mädels spüren den Druck von außen und haben auch an sich selbst einen anderen Anspruch“, sagte Frauen-Coach Florian Steirer. Eine Ansage kam vom deutschen Disziplin-Trainer Kristian Mehringer: „Wir wollen den Rückstand auf die internationale Spitze verringern.“

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Mittendrin in der Spitze sind aktuell die alpinen Skirennläufer- und -rennläuferinnen. Die deutschen Technikerinnen fuhren in den letzten Wochen regelmäßig in die Top Ten, und auch die Männer haben das Karriere-Ende von Felix Neureuther gut verkraftet. Linus Straßer etwa überraschte bei seinem Comeback nach einer Handverletzung am vergangenen Wochenende in Zagreb mit Platz sieben. Beim Sieg des Schweizers Daniel Yule am Mittwoch im Nachtslalom von Madonna di Campiglio konnte er diese Leistung mit Platz 22 aber nicht bestätigen. Sein zweiter Lauf war zu fehlerbehaftet.

Thomas Dreßen überstrahlt die deutschen Alpinen

Doch einer überstrahlt im deutschen Team derzeit alle: Abfahrer Thomas Dreßen. In seiner Comebacksaison nach Kreuzbandriss gewann er sogar gleich zum Auftakt in Lake Louise ein Rennen. Jetzt im Januar liegen die absoluten Klassiker vor ihm. Am nächsten Wochenende fahren die Männer im schweizerischen Wengen die legendäre Lauberhornabfahrt, bevor eine Woche später der Saisonhöhepunkt auf der Streif in Kitzbühel wartet. Spätestens dann soll auch Dreßens zuletzt in Bormio vor dem Jahreswechsel etwas beleidigtes Knie wieder komplett funktionstüchtig sein.

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Schon an diesem Wochenende will Viktoria Rebensburg bei den Frauen nach Möglichkeit ihr nächstes Weltcup-Podium in einem ­Speedrennen einsammeln, wenn die Frauen in Altenmarkt-Zauchensee ihre Abfahrt und einen Super-G bestreiten.

Bobfahrer um Francesco Friedrich top unterwegs

Überragend unterwegs - und scheinbar nicht zu stoppen - sind die deutschen Bobfahrer und Bobfahrerinnen. Johannes Lochner, Francesco Friedrich und Nico Walther dominierten vergangene Woche die EM auf der Heim-Bahn in Winterberg. Die einzigen Probleme sind hausgemacht: Cheftrainer René Spies nominierte Junioren-Weltmeister Richard Oelsner für die Rennen am Wochenende in La Plagne – und verordnet Lochner eine Pause.

Von so vielen Sieg-Kandidaten können die Biathleten derzeit nur träumen. Aber vielleicht ändert sich das ja an diesem Wochenende.

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