11. Januar 2019 / 21:36 Uhr

Biathlon in Oberhof: Ungeliebter Sieger aus Russland

Biathlon in Oberhof: Ungeliebter Sieger aus Russland

Uwe Köster
Johannes Thingnes Boe aus Norwegen winkt bei der Siegerehrung in Oberhof. Boe wird Zweiter beim Biathlon-Weltcup-Sprint über zehn Kilometer.
Johannes Thingnes Boe aus Norwegen winkt bei der Siegerehrung in Oberhof. Boe wird Zweiter beim Biathlon-Weltcup-Sprint über zehn Kilometer. © Martin Schutt/dpa
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Alexander Loginow war zwischen 2014 und 2016 zwei Jahre wegen Dopings gesperrt. Er gewann den Weltcup-Sprint von Oberhof vor dem Norwegens Johannes Boe, der mit einem Schießfehler den Sieg verpasste, und dem Schwede Sebastian Samuelsson als Dritter.

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Oberhof. Erik Lesser ist ein Athlet, der nie kneift. Auch zu heiklen Themen hat der 30-Jährige eine Meinung – und tut sie auch öffentlich kund. Am Freitag wieder, als mit Alexander Loginow ein überführter Doper (Epo) den Weltcup-Sprint von Oberhof gewann. Der Russe war zwischen 2014 und 2016 zwei Jahre gesperrt und gehört aktuell auch zu jenen fünf russischen Biathleten, gegen die in Österreich die Staatsanwaltschaft wegen möglicher Verstöße gegen die Anti-Doping-Regeln bei der WM 2017 in Hochfilzen ermittelt. Sollte sich der Verdacht bestätigen, droht die nächste Sperre.

Sein Sieg am Freitag war der erste Weltcup-Erfolg des 26-Jährigen. Von den über 12 300 Besuchern in der Rennsteig-Arena gab es verhaltenen Beifall. Lesser applaudierte nicht. Für überführte Doper habe er, da spricht er für viele Athleten, jeglichen Respekt verloren. „Auch wenn es schwer fällt, man muss damit leben. Es ist die Maximalstrafe von zwei Jahren ausgesprochen worden, die hat er abgesessen. Jetzt ist er wieder dabei. Und wenn keine positive Dopingprobe in der nächsten Zeit kommt, dann müssen wir das so hinnehmen. Ob wir ihn auf der Strecke respektieren, ist wieder etwas anderes“, sagte der Thüringer.

Anders als bei der WM 2017 in Hochfilzen (da gaben sich Martina Fourcade und Loginow nicht die Hand) gab es bei der Siegerehrung am Freitag keine Auffälligkeiten. Die Platzierten (Norwegens Johannes Boe, der mit einem Schießfehler den Sieg verspielte und der Schwede Sebastian Samuelsson als Dritter) gratulierten kühl. Loginow bekommt die Skepsis von Konkurrenz und Publikum mit, sagte: „Ich möchte nur laufen und mich nicht mit der Vergangenheit beschäftigen.“ Er bestreitet jede Form des Missbrauchs. „Ich lade alle ein, mich im Training zu besuchen und zu sehen, wie ich arbeite.“

Biathlon am Sonnabend (ZDF und Eurosport) 12.45 Uhr: Verfolgung Damen; 15 Uhr: Verfolgung Herren.

Gut gearbeitet haben die deutschen Biathlon-Herren. Am Tag nach dem historischen Debakel der Damen machten sie es besser. Mit den Plätzen vier (Doll/1 Schießfehler), fünf (Peiffer/1) und 17 (Lesser/1) sorgten sie für ein passables Manschaftsergebnis. Der erhoffte Podestplatz blieb ihnen jedoch versagt, auch schoss keiner der DSV-Starter fehlerfrei. Bitter verlief der Tag für Simon Schempp (3 Fehler), der als 70. sogar die Qualifikation für die Verfolgung am Samstag verpasste. Johannes Kühn (4) wurde 39., Lucas Fratzscher (4) 93.

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Doch das waren alles Nebenschauplätze – Thema des Tages war Loginow. „Wir müssen das so hinnehmen“, sagte Lesser x-mal. „Jedes Mal sagen, der war doch mal positiv und der hat doch eventuell – das bringt nichts. Wenn ich mich jeden Tag damit beschäftigen würde, dann komm ich doch gar nicht zur Arbeit.“ Es gab aber auch lustigere Themen in Oberhof. Tausendsassa Michael Rösch, als 66. verpasste auch er die Quali für die Verfolgung, versprach, den Birxsteig (steil, steil!) in Unterwäsche hochzulaufen, wenn die belgische Staffel am Sonntag NICHT in den Top Ten landet. Ein spannendes Wochenende steht also an.

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