02. März 2021 / 13:49 Uhr

Bielefeld-Bosse verteidigen Neuhaus-Aus nach Fan-Kritik: Darum setzen wir auf Kramer

Bielefeld-Bosse verteidigen Neuhaus-Aus nach Fan-Kritik: Darum setzen wir auf Kramer

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Arminias kaufmännischer Geschäftsführer Markus Rejek (links) Sportgeschäftsführer Samir Arabi (rechts) sind vom neuen DSC-Trainer Frank Kramer überzeugt.
Arminias kaufmännischer Geschäftsführer Markus Rejek (links) Sportgeschäftsführer Samir Arabi (rechts) sind vom neuen DSC-Trainer Frank Kramer überzeugt. © dpa (Montage)
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Nach der überraschenden Trennung von Uwe Neuhaus ist bei Arminia Bielefeld schnell ein Nachfolger gefunden. Frank Kramer hat bereits am Dienstag sein erstes Training geleitet und wurde im Anschluss vorgestellt. Arminias Bosse Samir Arabi und Markus Rejek erklären den überraschenden Trainer-Wechsel sowie die Ziele mit Kramer.

Bundesligist Arminia Bielefeld hat Frank Kramer als neuen Cheftrainer verpflichtet. Der 48-Jährige erhält bei den Ostwestfalen einen Vertrag bis zum 30. Juni 2023, wie der Verein am Dienstag mitteilte. Kramer leitete bereits am Vormittag sein erstes Training mit der Mannschaft. Anschließend wurde er bei einer Online-Pressekonferenz offiziell vorgestellt. "Warum die Wahl Frank Kramer? Wir verfolgen den Weg von Frank schon recht lang. Vor der Verpflichtung von Uwe Neuhaus hatten wir schon einmal Kontakt. Wollten ihn damals schon gerne für uns gewinnen aber er war zum dem Zeitpunkt vertraglich gebunden", sagte DSC-Sportgeschäftsführer Samir Arabi in der Medienrunde.

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Kramer folgt auf Aufstiegstrainer Uwe Neuhaus, von dem sich die Arminia am Montag nach fünf Spielen ohne Sieg getrennt hatte. Die Trennung von Neuhaus war für viele überraschend gekommen und auch von einigen Fans teils heftig kritisiert worden. "Es ist natürlich schwierig, wie die Sicht von außen ist. Wir haben eine Verantwortung und eine Überzeugung dem Klub gegenüber – nach diesem Schema handeln wir. Ich habe Verständnis für den Unmut einiger Fans, aber es wird immer im Sinne des Klubs gehandelt", sagte Arabai. Bielefelds kaufmännischer Geschäftsführer Markus Rejek ergänzte: "Wir können die Fans nachvollziehen, weil sie nicht den Einblick in das Innere haben. Wir haben die Entscheidung einstimmig getroffen, weil wir der festen Überzeugung sind, dass es zu 100 Prozent der richtige Schritt ist."

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Mit Rang 16 sahen die meisten Fans ihre Arminia, die vor zwei Wochen noch beim 3:3 in München überrascht hatte, im Soll. Dennoch vollzogen die Ostwestfalen den Wechsel. "Wir wollten die Strategie, den Weg eines Ausbildungs- und Entwicklungsvereins zu sein, mit Frank gehen, weil er der absolute Wunschkandidat war", sagte Arabi. Der neue Trainer ist im Abstiegskampf der Bundesliga beim Tabellen-16. direkt gefordert. Am Sonntag steht für Bielefeld das wichtige Heimspiel gegen den 1. FC Union Berlin an. "Es kann natürlich auch immer so sein, dass in der höchsten Liga Deutschlands ein Gegner kommt, der es etwas besser macht. Union wird gleich zu Beginn eine schwere Aufgabe. Der Fokus muss immer auf der nächsten Aufgabe - und wie wir punkten können - liegen", betonte Kramer. Drei Tage später nach seinem Debüt als Arminia-Coach folgt das Nachholspiel gegen Werder Bremen. Es müssen Punkte her im Kampf gegen den Abstieg.

Kramer erklärt Plan mit Arminia Bielefeld

"Die Mannschaft ist super spannend & noch nicht am Ende der Entwicklung. Ich habe totale Lust auf diese Aufgabe. Jeder hat eine Chance - es ist wichtig, sich zu präsentieren und zu zeigen. Wir werden diese Woche sehr intensiv arbeiten und Eindrücke verschaffen. Ich habe gewisse Vorstellungen, was man intensivieren und wo man Impulse setzen kann. Wir werden jetzt hier nichts revolutionieren. Der Weg muss weiterhin klar sein, aber kleine Abstecher nach links oder rechts sind durchaus möglich", erklärte der neue DSC-Coach.

Kramer hatte in der Bundesliga 2012 für zwei Spiele interimistisch die TSG 1899 Hoffenheim trainiert und 2013 die SpVgg Greuther Fürth, in der 2. Liga 2015 für knapp fünf Monate Fortuna Düsseldorf. Von 2016 bis 2019 coachte er diverse Nachwuchsteams des Deutschen Fußball–Bundes. Zuletzt leitete der 48-Jährige das Nachwuchsleistungszentrum des österreichischen Meisters RB Salzburg. Auf die Arbeit mit Talenten legt der Arminia-Coach viel Wert. "Wichtig ist, für die jungen Spieler ein Umfeld zu schaffen, in dem sie jeden Tag lernen und Neues erfahren können. Wir werden natürlich Eindrücke sammeln und wenn sich die Gelegenheit ergibt, dann kommt auch ihre Zeit."