23. April 2022 / 10:41 Uhr

China, Premier League und Co.: Was Bielefeld-Assistent Henke nach seinen Erfolgen mit Hitzfeld machte

China, Premier League und Co.: Was Bielefeld-Assistent Henke nach seinen Erfolgen mit Hitzfeld machte

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Michael Henke ist zurück als Co-Trainer in der Bundesliga. Er übernimmt eine Aufgabe in Bielefeld. Zusammen mit Ottmar Hitzfeld hat der heute 64-Jährige viele Erfolge gefeiert. Doch wie sah sonst noch so die Karriere des Ostwestfalen aus?
Michael Henke ist zurück als Co-Trainer in der Bundesliga. Er übernimmt eine Aufgabe in Bielefeld. Zusammen mit Ottmar Hitzfeld hat der heute 64-Jährige viele Erfolge gefeiert. Doch wie sah sonst noch so die Karriere des Ostwestfalen aus? © dpa/IMAGO/ActionPictures (Montage)
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Michael Henke ist zurück auf der Bundesliga-Bühne. Als Co-Trainer kennt der inzwischen 64-Jährige die deutsche Eliteklasse bestens. Jetzt wartet bei Arminia Bielefeld eine besondere Mission auf den langjährigen Assistenten von Ottmar Hitzfeld. Doch wo war Henke in den vergangenen Jahren unterwegs? Ein Blick zurück.

Arminia Bielefeld setzt im Abstiegskampf auf ein neues Trainerteam – mit einem der erfolgreichsten Co-Trainer der Bundesliga-Geschichte. Michael Henke soll an der Seite des bisherigen Torwarttrainers Marco Kostmann den Klassenerhalt mit den Ostwestfalen schaffen. "Für die letzten Spiele ist es jetzt die bestmögliche Lösung für Arminia", befand DSC-Sportchef Samir Arabi. Eine Zusammenarbeit mit Henke über die Saison hinaus sei auch nicht ausgeschlossen. "Die Möglichkeit gibt es. Wir werden uns am Saisonende zusammensetzen", sagte Arabi. Die erste Aufgabe im Kampf gegen die Zweitklassigkeit steht am Samstag (15.30 Uhr, live mit Sky Ticket/Anzeige) beim 1. FC Köln an.

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Mit dem Kampf um den Liga-Verbleib kennt sich der inzwischen 64-Jährige aber längst nicht so gut aus wie mit großen Titeln in Deutschland und in internationalen Wettbewerben. Sieben deutsche Meisterschaften (1995, 1996, 1999, 2000, 2001, 2003, 2008), drei DFB-Pokal-Siege (2000, 2003, 2008) und zwei Champions-League-Triumphe (1997, 2001) - als Assistent von Ottmar Hitzfeld beim FC Bayern und Borussia Dortmund ging Henke bereits in die Geschichte ein. Doch nach diesen erfolgreichen Zeiten erlebte die Co-Trainer-Legende keine Glanzzeiten mehr auf den Bühnen des Welt-Fußballs.

An der Seite von Hitzfeld verabschiedete sich Henke am Ende der Saison 2007/2008 mit dem Meistertitel und Pokalsieg zunächst aus dem Rampenlicht. Erfolgstrainer Hitzfeld nahm seinen langjährigen Assistenten nicht mit zur Schweizer Nationalmannschaft. Henke blieb beim FC Bayern, arbeitete als Chef-Analytiker aber eher im Hintergrund neben den Trainern Jürgen Klinsmann und Jupp Heynckes. Im Sommer 2009 gab Henke den Posten in München auf – und wechselte als Co-Trainer zum 1. FC Köln .Die Zusammenarbeit mit dem damaligen Chef-Coach Zvonimir Soldo in Köln lief aber nur etwas mehr als ein Jahr.

Lockruf aus dem Iran

Henke nahm sich ein kleine Auszeit von Oktober 2010 bis Juli 2011. Dann folgte der Lockruf vom iranischen Rekordmeister Esteghlal Teheran. "Weil nichts Besseres kam, habe ich irgendwann doch zugesagt", sagte er vor knapp eineinhalb Jahren in einem Spox-Interview. Doch die Zeit im Iran blieb nicht die einzige Auslandserfahrung des langjährigen Hitzfeld-Assistenten. Nach seiner Aufgabe in Teheran ging der ehemalige Zweitliga-Spieler für lediglich etwas mehr als fünf Monate als Chef-Scout zum Premier-League-Klub Aston Villa. Seine bis dato letzte Station im Ausland hatte Henke zwischen Januar und Dezember 2018 in China. Dort übernahm er für knapp ein Jahr das Co-Trainer-Amt bei SH Shenhua aus Shanghai. Mit etwas Abstand stellte der heute 64-Jährige fest: "Wenn ich dem chinesischen Cheftrainer härteres Training empfohlen habe, hat er immer nur gesagt: 'Michael, das geht nicht, das sind wir nicht gewohnt. Chinesen müssen viel schlafen, gut essen und dürfen nicht zu viel trainieren.' Das halte ich für eine Ausrede."

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Henke machte sich in Deutschland in den vergangenen Jahren beim FC Ingolstadt wieder einen Namen - von der dritten bis zur ersten Liga. Er stand als Co-Trainer den damaligen Chefs Tomas Oral, Marco Kunz, Ralph Hasenhüttl, Maik Walpurgis und Stefan Leitl zur Seite. Zudem übernahm er bei den Schanzern den Posten als Interimstrainer und war Mitarbeiter zum Ausbau internationaler Beziehungen. Zuletzt fungierte Henke von Sommer 2019 bis Sommer 2021 als Sportdirektor in Ingolstadt, schaffte mit dem Klub sogar den Aufstieg in die 2. Liga. In Erinnerung bleibt aber besonders eine Szene aus dem Oktober 2020, als Henke Kaiserslauterns Trainer Jeff Saibene nach dem Schlusspfiff von hinten in die Beine trat.

Hitzfeld drückt Henke die Daumen

Nachdem sich die Wege im Juni vergangenen Jahres aufgrund "unterschiedlicher Auffassungen über die Ausrichtung des Vereins für die Zukunft" getrennt hatten, war Henke eher als Beobachter unterwegs. Die Retter-Mission in Bielefeld ist auch ein bisschen mit Heimatgefühlen verbunden. Henke wuchs im ostwestfälischen Büren auf und spielte unter anderem bei den Bielefelder Nachbarn TuS Paderborn und FC Gütersloh.

Und einen Unterstützer hat Henke bereits nach der Bekanntgabe seines Comebacks als Co-Trainer sicher - seinen Kumpel Ottmar Hitzfeld. "Dadurch, dass ich Michael so gut kenne, werde ich nun die Spiele von Bielefeld interessiert verfolgen. Ich drücke Bielefeld und Michael auf jeden Fall im restlichen Saisonverlauf und im Abstiegskampf die Daumen", sagte Hitzfeld der Bild: "Er weiß, wie eine Mannschaft funktioniert, kennt das Innenleben eines Teams. Er wird Bielefeld helfen, kann dort einen wichtigen sozialen und fachlichen Beitrag im Teamgefüge leisten."

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