25. September 2020 / 16:16 Uhr

Bier-Verkauf am Sportplatz bei mehr als 50 Zuschauern verboten: "Vereine stoßen an Grenzen"

Bier-Verkauf am Sportplatz bei mehr als 50 Zuschauern verboten: "Vereine stoßen an Grenzen"

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Neue Corona-Regeln: An das Mitbringen eigener Stühle haben sich schon die meisten Fußball-Fans gewöhnt. Doch jetzt gibt es auch bei vielen Spielen kein Bier mehr.
Neue Corona-Regeln: An das Mitbringen eigener Stühle haben sich schon die meisten Fußball-Fans gewöhnt. Doch jetzt gibt es auch bei vielen Spielen kein Bier mehr. © Roland Hermstein
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Die neue Corona-Verordnung in Niedersachsen verbietet Alkohol-Konsum und -Verkauf bei Sportveranstaltungen mit mehr als 50 Zuschauern. Das bedeutet für Amateur-Fußball-Klubs große Umsatzeinbußen.

Die Corona-Maßnahmen stellen die Amateur-Fußball-Klubs ohnehin schon vor eine große Herausforderung, doch jetzt kommt die nächste schwierige Aufgabe auf Vereine in ganz Niedersachsen zu: Ab diesem Spieltag greift landesweit eine neue Hygiene-Verordnung (gilt bis 8. Oktober). Die besagt unter anderem: Alkohol-Verkauf und -Konsum ist bei Fußball-Spielen mit über 50 Zuschauern verboten. Den ohnehin angeschlagenen Klubs gehen dadurch weitere wichtige Einnahmen verloren.

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"Die Vereine stoßen so langsam an ihre Grenzen", moniert René Wedekind, Spartenleiter von Bezirksligist FC Brome. Der Klub wolle aber auch keinen abweisen, nur 50 Zuschauer zu den Spielen der ersten Mannschaft zuzulassen, komme nicht infrage. "Deshalb müssen wir ja auf Alkohol verzichten, wir wollen ja keine Bußgelder riskieren." Aber von den Zuschauer-Einnahmen allein bleibe nicht viel übrigen, im Bezirkspokal ging zuletzt immer ein großer Teil davon für die Bezahlung des Schiedsrichter-Gespanns drauf.

Wedekind befürchtet, dass das Bier-Verbot den Sportplatz-Besuch unattraktiver macht. "Viele wollen ein Bierchen trinken und Fußball gucken. Wenn das nicht geht, bleiben sie vielleicht weg - und warten auf das nächste Heimspiel, in dem das wieder möglich ist." Doch der Spartenleiter sagt auch über die neuen Regelungen: "Das mag schon alles so richtig sein."

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Halten sich alle an die Regeln?

"Eher kritisch", sieht auch Patrick Gritzka, Spartenleiter des SV Reislingen/Neuhaus, die neue Regelung. Wie der FC Brome verkaufte auch der Landesligist bei seinen Heimspielen in dieser Saison bislang Alkohol. Damit wird aber auch bei den Wolfsburgern Schluss sein. "Wir werden da am Freitagabend noch mal im Verein drüber sprechen. Aber den Alkoholausschank sollte es - das ist meine persönliche Meinung - bei uns nicht geben."

Ob sich dann auch wirklich alle Vereine in Niedersachsen daran halten, glaubt Gritzka nicht. "Die Umsetzungen der Corona-Maßnahmen sind in jedem Verein anders, aber ich bin da sehr akribisch." Der SVR legt sehr viel Wert auf Hygiene: Getränke wurden bislang von Mitarbeitern, die Einmal-Handschuhe tragen, hinter Plexi-Scheiben in Plastik-Becher umgefüllt, doch das geschieht jetzt nur noch mit Softdrinks und Kaffee - das allerdings unfreiwillig. Gritzka: "Bier gehört im Amateur-Fußball einfach dazu."

Aber die Corona-Verordnung hat auch eine gute Nachricht für die Klubs in petto: Gäste-Fans sind ausdrücklich erlaubt, das Verbot bezieht sich in erster Linie auf den Profi-Sport. Wedekind pragmatisch: "Da muss ja nur einer in der Liste eine falsche Postleitzahl eintragen. Das können wir ja gar nicht nachvollziehen, wer zu welchem Klub gehört."