24. Januar 2022 / 12:33 Uhr

Bierdeckel-Anekdote und ein neuer Plan: Jennerich bleibt Trainer in Rühen

Bierdeckel-Anekdote und ein neuer Plan: Jennerich bleibt Trainer in Rühen

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Planänderung: Rühens Spartenleiter René Boße (v. l.), Chefcoach Jörg Jennerich, Co-Trainer Christopher Ramolla und Kapitän Fynn Jennerich arbeiten über die aktuelle Kreisliga-Saison hinaus zusammen.
Planänderung: Rühens Spartenleiter René Boße (v. l.), Chefcoach Jörg Jennerich, Co-Trainer Christopher Ramolla und Kapitän Fynn Jennerich arbeiten über die aktuelle Kreisliga-Saison hinaus zusammen. © Lea Behrens/Facebook SV Rühen
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Er sprang als Notnagel ein, doch für den SV Rühen war Jörg Jennerich von Beginn an viel mehr. Trotzdem sagte er zuerst nur für eine Kreisliga-Saison zu. Aber Pläne können sich ändern. Einen Bierdeckel und eine schnell beantwortete Frage später hat sich beim Spitzenreiter einiges getan. Und: Verstärkt hat sich der SV in der Winterpause auch noch.

Der dem Coach heimlich in die Jackentasche gesteckte Bierdeckel-Vertrag nach dem letzten Spiel vor der Winterpause war letztlich nicht ausschlaggebend für die Planänderung bei Jörg Jennerich. Doch er zeigt, wie sehr das Team des SV Rühen wollte, dass aus einer ursprünglichen Stippvisite nun eine Dauerlösung wird. Jennerich erweitert sein Engagement beim Spitzenreiter der Kreisliga Staffel A bis Sommer 2023: "Es macht Spaß, wir sind auf einem guten Weg." Das sieht auch SV-Spartenleiter René Boße so: „Besser kann es nicht laufen. Ich bin grundsätzlich ein Freund von langfristiger Zusammenarbeit, wenn es passt. Dann darf das gern auch mehrere Jahre so laufen.“ Und hier passe es. Wichtig: Auch Co-Trainer Christopher Ramolla hat seinen Vertrag im gleichen Rahmen verlängert. Wichtig: Auch Co-Trainer Chris Ramolla hat seinen Vertrag im gleichen Rahmen verlängert.

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„Ein Jahr Vollgas“, hatte Jennerich bei seinem Start in Rühen versprochen. Ein Jahr? Und dann ist wieder Schluss? „So lautet der Plan. Damit der Verein in Ruhe einen Nachfolger suchen kann“, so der Coach damals. Hätte er im Sommer 2021 nicht zugesagt, hätten sein Sohn Fynn und Chris Ramolla auch die Trainerrolle übernommen. Aber wenn man selbst spiele, sei das keine gute Lösung. „Deshalb bin ich für eine Saison dabei.“ Wie gesagt: Dass war im vergangenen Sommer. Eine Halbserie später zeigt sich: Rühen und Jennerich - das passt! Das bleibt!

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Wie erwartet benötigten Mannschaft und Trainer keine Anlaufzeit. „Er kennt das Team, das Team kennt ihn. Jörg hat ja häufig zugeschaut“, so Boße damals. Jetzt überwintert der SV im Pokalviertelfinale und in der Staffel A ungeschlagen auf Platz eins. Nur in der quasi allerletzten Minute des letzten Punktspiels vor der Pause ließ Rühen Punkte liegen. Top-Verfolger SV Groß Oesingen (drei Punkte zurück) traf in der Nachspielzeit zum 1:1-Endstand.

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An der positiven Stimmung beim SV ändert das nichts. Und die "immer schon aufkommende Frage: Wie geht es denn weiter?", so Jennerich, wurde nach einem Treffen schnell beantwortet. "Aus einem werden jetzt zwei Jahre. So können sich Pläne ändern", schmunzelt der Coach. Offiziell dem Team mitgeteilt wurde die frohe Kunde nun bei einer Online-Teamsitzung. Der Spartenleiter zum Feedback nach der Verkündung: „Man hat gehört und gesehen, wie sehr sich die Mannschaft darüber freut.“

Und: Diese Mannschaft hat sich in der Winterpause vergrößert: Stürmer Darius Delau (SV Osloß), Außenbahnspieler Marec Brinkmann und Verteidiger Thomas Löwen (aus Koblenz nach Rühen gezogen) sorgen für Verstärkung auf fast allen Positionen, auch Verteidiger Jan-Niklas Schildwächter kehrt nach berufsbedingter halbjähriger Pause wieder zurück.

Klingt so, als ob Rühens Erfolgsgeschichte mit Jennerich weitergeht. Nächster Halt Staffelsieg, Aufstiegsrelegation und Rückkehr in den Bezirk? "Wir wollen erst einmal gut starten, danach können wir über die Ziele reden", sagt der Coach.

Bliebe da noch die Sache mit dem Bierdeckel-Vertrag, den ihm Florian Harries und Kai Weidig nach dem letzten Spiel im vergangenen Jahr in die Jackentasche geschmuggelt hatten. "Eine schöne Anekdote", schmunzelt Jennerich. "Ich habe ihn erst zu Hause gesehen. Er hat vielleicht auch einen minimalen Anteil daran, dass ich meinen Vertrag verlängert habe. Aber die Jungs haben es mir auch nicht schwer gemacht, es macht mir riesengroßen Spaß mit ihnen zu arbeiten."

Text aktualisiert um 19.32 Uhr