31. Januar 2021 / 08:49 Uhr

DFB-Direktor Bierhoff erneuert Kritik am deutschen Nachwuchs: "Lage sieht nicht gut aus"

DFB-Direktor Bierhoff erneuert Kritik am deutschen Nachwuchs: "Lage sieht nicht gut aus"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Oliver Bierhoff fordert wesentliche Reformen, um den deutschen Nachwuchs zurück in die Spur zu bringen.
Oliver Bierhoff fordert wesentliche Reformen, um den deutschen Nachwuchs zurück in die Spur zu bringen. © 2020 Getty Images
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DFB-Direktor Oliver Bierhoff hat erneut kritisiert, dass Deutschland im Vergleich mit anderen Top-Nationen nicht ausreichend herausragende Talente hervorbringt. Der 52-Jährige fordert umfassende Reformen in der Nachwuchsarbeit, um die Nationalmannschaft in der Weltspitze zu halten.

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Beim Deutschen Fußball-Bund zeichnet Oliver Bierhoff als Direktor Nationalmannschaften und Akademie auch für die langfristige Entwicklung verantwortlich. Und in dieser Rolle hat der 52 Jahre alte ehemalige Top-Stürmer nun erneut vor einer Fehl-Entwicklung im deutschen Fußball gewarnt: "Wenn wir dauerhaft mit unserer Nationalmannschaft an der Weltspitze mitspielen wollen - und das ist unser Anspruch und erklärtes Ziel - müssen wir kontinuierlich auf einen Pool von starken Talenten und damit Nationalspielern von morgen zurückgreifen können. Hier sieht die Lage aktuell nicht gut aus", schrieb Bierhoff in einem Gastbeitrag in der Welt am Sonntag.

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Bierhoff zufolge hat die Dichte deutscher Top-Talente seit der Generation der Weltmeister von 2014 zu stark abgenommen: "Wir haben immer noch Ausnahmetalente - wie etwa Kai Havertz, Florian Wirtz oder Youssoufa Moukoko", glaubt Bierhoff. "In allen Jahrgängen finden sich vereinzelt diese Talente, aber eben nur vereinzelt - und nicht mehr in einer Vielzahl wie noch vor Jahren." Dass bei den Bundesliga-Klubs vermehrt auf ausländische Talente gebaut werde – etwa bei Borussia Dortmund mit Erling Haaland (Norwegen), Jadon Sancho (England) und Co. – sehe er mit "großer Beunruhigung".

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Bierhoff fordert zügige Reformen im Nachwuchsbereich

Bierhoff sieht die Lösung des Problems vor allem in einer Anpassung der Ausbildung im Jugendbereich: "Wir brauchen mehr Spieler mit Bolzplatzmentalität", meint er. Die individuelle Klasse der Dafür brauche es unter anderem kleinere Spielformen, "die das freie Spielen und mehr Ballkontakte fördern". Zudem sollten im Jugendbereich Wettbewerbsformen gefördert werden, "die es den Vereinen erlauben, die individuelle Entwicklung der Spieler über den Mannschaftserfolg zu stellen."

Diese Erkenntnisse seien aus einer umfassenden Analyse der DFB-Verantwortlichen hervorgegangen. Es gehe darum, mit den Landesverbänden die Umsetzung konkreter Maßnahmen zu beschließen, stellte Bierhoff klar und forderte Eile: "Wenn wir jetzt nicht handeln, verspielen wir die Zukunft des deutschen Fußballs. Das klingt nicht nur dramatisch - so ist es tatsächlich." Ein Meilenstein steht der Entwicklung steht beim DFB Ende des Jahres an: Dann soll die Akademie in Frankfurt eröffnen, an der Innovationen erarbeitet und an die Trainer weitergegeben werden sollen.