25. September 2020 / 18:12 Uhr

Bierverbot auf niedersächsischen Fußballplätzen ab 50 Zuschauern

Bierverbot auf niedersächsischen Fußballplätzen ab 50 Zuschauern

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Hat sich was: Auf niedersächsischen Fußballplätzen ist der Bierausschank ab 50 Zuschauern verboten.
Hat sich was: Auf niedersächsischen Fußballplätzen ist der Bierausschank ab 50 Zuschauern verboten. © dpa
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Fußball ohne Bier und Bratwurst? Kaum vorstellbar. Auf Bier müssen die niedersächsischen Zuschauer allerdings zukünftig verzichten, denn die neue Corona-Verordnung sieht ab einer Zuschauerzahl von 50 Besuchern ein Verbot des Alkoholausschanks vor.

Die Nachricht schlug am Freitagnachmittag ein wie ein Blitz aus heiterem Himmel: Der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) teilte mit, dass zwar theoretisch wieder mehr als 500 Zuschauer zugelassen sind, dafür aber ab einer Zuschauerzahl von 50 kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden darf. Die Verantwortlichen vor allem auch der kleineren Klubs, zu deren Haupteinnahmequellen der Bierausschank gehört, verstehen die Welt nicht mehr.

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„Für die Vereine ist es schon schlimm genug, sie haben ausreichend Probleme mit den bisherigen Corona-Beschränkungen. Nun denkt man, dass es vielleicht besser wird, und da wird einem so ein Knüppel zwischen die Beine geworfen“, sagt Thorsten Tunkel, Abteilungsleiter des Fußball-Oberligisten SVG Göttingen und Mitglied des Bezirksspielausschusses. Man wolle nicht als Alkoholiker-Klub wahrgenommen werden, „aber für unseren Vereinswirt ist das ein Rieseneinnahmeverlust“ – ganz zu schweigen vom Bier, dass für das Heimspiel am Sonntag um 15 Uhr gegen Lupo Martini Wolfsburg bereits geordert worden ist. Tunkels Fazit: „Das ist blödsinnig und irgendwo am Reißbrett entwickelt worden. Die können nicht ganz dicht sein!“

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Auch Bernd Deppe, Vorsitzender des Bezirksligisten Germania Breitenberg, der am Sonntag um 15 Uhr im Bezirkspokal den Bezirksligisten SG Bergdörfer zu Gast hat, ist schockiert: „Das ist sehr schade. Man denkt, es geht aufwärts, und dann kommt so eine Aktion“, sagt er. Bei 100 bis 200 Zuschauern würden mindestens 600 Euro an Bier umgesetzt werden. „Das ist ein ganz schöner Einnahmeverlust“ – und sei auch sehr schade im Hinblick auf die anstehenden Heim-Derbys gegen die SG Bergdörfer und den SV Rotenberg.