26. März 2020 / 11:51 Uhr

"Bin quasi einkommenslos": Badminton-Trainer tut die Pause doppelt weh

"Bin quasi einkommenslos": Badminton-Trainer tut die Pause doppelt weh

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Badminton, Regionalliga, BV Gifhorn - SG Luckau Blankenfelde, Cheftrainer Hans Werner Niesner, Foto: Cagla Canidar
Sonst oft in der Halle: BVG-Coach Hans Werner Niesner darf momentan kein Training geben. © Cagla Canidar
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Seit etlichen Jahren arbeitet er als Badminton-Coach beim BV Gifhorn und unterstützt auch andere Vereine aus der Region, aber sowas wie jetzt hat Hans Werner Niesner in seiner langen Trainerlaufbahn noch nicht erlebt. Wegen der Corona-Pandemie darf er seiner Tätigkeit, die gleichzeitig seine größte Leidenschaft ist, nicht nachgehen – und das stellt ihn auch vor finanzielle Probleme.

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Damit wird es Niesner genauso gehen wie vielen anderen Kleinunternehmern und Selbstständigen, die wegen der Corona-Krise nicht wissen, wie es für sie weitergeht. Die Hiobsbotschaft für Niesner war ausgerechnet am Freitag, den 13. März, eingetrudelt. An jenem Tag hatten der Landkreis Gifhorn und die Stadt Wolfsburg entschieden, die Sportstätten vorerst zu schließen. „Dieser Tag hat sich für mich und den BVG als Desaster-Tag herausgestellt“, sagt Niesner.

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Seitdem darf der 72-Jährige kein Training mehr geben – ein großes Problem für Niesner. „Ich bin quasi einkommenslos“, bedauert der Coach. Wie lange diese Situation anhält, ist offen. Niesner ist darauf angewiesen, dass die Sportstätten schnellstmöglich wieder geöffnet werden, damit er sowohl beim BVG als auch beim VfL Wolfsburg und beim MTV Vorsfelde wieder Training geben darf – und Geld verdient. Niesner: „Wir müssen es so akzeptieren wie es gerade ist, auch wenn es schwerfällt. Die Experten sind sich grundsätzlich einig, die Politik wurde zum Handeln gezwungen. Die Frage, die sich nun sicher alle stellen, ist nur, wann kommen wir da wieder raus?!“

Der BV Gifhorn gewann das Derby in der Regionalliga gegen die SG Vechelde/Lengede mit 6:2.

Karen Radke und Lea Dingler vom BV Gifhorn. Zur Galerie
Karen Radke und Lea Dingler vom BV Gifhorn. © Michael Franke

So ist die Lage im Badminton

Der Sport und die Corona-Krise: Viele Probleme betreffen alle Aktiven – und doch hat jeder Verband auch seine eigenen Sorgen. AZ/WAZ-Sportredakteur Henning Kampen hat mit den Funktionären gesprochen. So sieht Regina Wendt, Ansprechpartnerin für Badminton im Stadtsportbund Wolfsburg, die Situation.

Frau Wendt, wie hart trifft die Corona-Krise den Spielbetrieb im Badminton?

Für unsere Region Gifhorn/Helmstedt/Wolfsburg, wo wir gerade dabei sind, die Kids wieder zum Badminton in die Hallen zu bekommen, ist das ein Rückschlag, wenn wir keinen Wettkampfbetrieb anbieten können. Unsere Punktspielsaison geht dagegen von September bis Ende Februar, deshalb trifft uns das im Punktspielbetrieb nicht so hart. Auch die Kreis- bis deutschen Meisterschaften sind schon gelaufen. Neben Punktspielen und Meisterschaften finden übers Jahr noch Ranglistenturniere statt. Eines für den Jugend- und Schülerbereich sollte eigentlich am 14. und 15. März in Fallersleben steigen.

Wie haben Sie die Situation als Spartenleiterin beim VfB Fallersleben wahrgenommen?

In der Jugendarbeit haben wir gerade einen sehr guten Zulauf und in der letzten Saison haben zwei Jugendmannschaften erstmalig am Punktspielbetrieb teilgenommen. So ein Wettkampf gegen andere Vereinsspieler macht eben viel mehr Spaß.

Welche Alternative gibt es für die Kinder von zu Hause aus?

Unsere Trainer haben den Kids über eine WhatsApp-Gruppe Hausaufgaben aufgegeben. Es geht um Kräftigungs- und Schnelligkeitsübungen für die Füße. Jedenfalls nichts, was das Mobiliar der Eltern in Gefahr bringt.

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