18. Mai 2019 / 19:27 Uhr

"Bin superglücklich": Weghorst-Show beim Tore-Rekord des VfL Wolfsburg

"Bin superglücklich": Weghorst-Show beim Tore-Rekord des VfL Wolfsburg

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Weghorst erzielte seinen zweiten Dreierpack in der Bundesliga
Weghorst erzielte seinen zweiten Dreierpack in der Bundesliga © imago images / regios24
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Rekordsieg im Finale: Der VfL Wolfsburg schafft mit einem 8:1-Erfolg gegen den FC Augsburg den Sprung nach Europa. Im Mittelpunkt beim höchsten Sieg der Wolfsburger Profifußball-Geschichte: Wout Weghorst. Der Stürmer erzielte seinen zweiten Bundesliga-Dreierpack.

Beim ersten Tor überlistete er Augsburgs Torhüter Gregor Kobel mit technischer Finesse, bei zweiten Tor stand er goldrichtig und blieb cool, bei seinem dritten Tor knallte er den Ball via Innenpfosten ins Netz: Wout Weghorst machte beim 8:1 gegen den FCA so etwas wie das Spiel seines Lebens und beendet die Saison mit bärenstarken 17 Treffern. Roy Makaay ist der einzige Holländer, der in seinem ersten Bundesliga-Jahr mehr Treffer schaffte - 23 in der Saison 2003/04, das erste davon übrigens in Wolfsburg vor der Nordkurve, also genau da, wo Weghorsts Doppelpack den Triumph gegen Augsburg einleitete.

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Weghorst: "8:1 war es?"

"8:1 war es?", fragte Weghorst nach dem Abpfiff die Sky-Reporterin - bei dem Tore-Wahnsinn konnte man schon mal den Überblick verlieren. "Wir waren von Anfang an da, haben alles ins Spiel reingeworfen", so der Torjäger weiter. "Ein Superspiel. Wenn man die Fans sieht, das ist geil. Wir haben uns mit diesem Sieg belohnt." Sein persönliches Fazit: "Ich habe die ganze Saison über gespielt, bin wichtig geworden für die Mannschaft - und dann musst du eben auch in so einem wichtigen Spiel da sein. Ich bin superglücklich, dass ich so helfen konnte!" Und: "Alle Ziele, die ich mir vor der Saison gesetzt habe, habe ich geschafft, Europa war jetzt das letzte Ziel. Normalerweise bin ich immer heiß auf Tore, aber heute stand der Einzug in die Europa League im Mittelpunkt."

Dass es mit der Quaifikation fürs internationale Geschäft geklappt hat, ist "eine Riesenbelohnung für uns", so Weghorst. "Wenn man die Stimmung hier jetzt im Stadion sieht, dann sieht man, was möglch ist." Fast ebenso bemerkenswert wie sein Dreierpack: Seit dem 13. Spieltag stand der Angreifer bei vier Gelben Karten und damit kurz vor einer Sperre - und schaffte es den gesamten Rest der Saison ohne weitere Verwarnung auszukommen. Weghorst: „Manchmal habe ich das schon im Kopf gehabt und dann noch mal zurückgezogen. Aber manchmal habe ich mir auch gesagt: ‚Wenn es passiert, dann passiert es einfach.‘“

Fünf Spiele, in denen der VfL Wolfsburg sein Ticket für Europa buchte

25. August: Was für ein Saisonstart! Durch den Sieg gegen den Vize-Meister (zu dem Zeitpunkt wusste man noch nicht, welch unterirdische Saison S04 spielen würde) lässt der letztjährige Relegations-Teilnehmer gleich mal aufhorchen. Zumal der Siegtreffer von Daniel Ginczek in der Nachspielzeit Gefühle freisetzte, die man so beim VfL lange nicht mehr gekannt hatte. Zur Galerie
25. August: Was für ein Saisonstart! Durch den Sieg gegen den Vize-Meister (zu dem Zeitpunkt wusste man noch nicht, welch unterirdische Saison S04 spielen würde) lässt der letztjährige Relegations-Teilnehmer gleich mal aufhorchen. Zumal der Siegtreffer von Daniel Ginczek in der Nachspielzeit Gefühle freisetzte, die man so beim VfL lange nicht mehr gekannt hatte. ©

Von Trainer Bruno Labbadia gab es ein dickes Lob für seinen 17-Tore-Mann: "Wir haben ihn schon im März vergangenen Jahres gescoutet, wir brauchten Mentalitätsspieler - und das ist er. Er war von Anfang an extrem fokussiert, hat alles aufgesaugt, hat sich reingebissen in die Bundesliga." Jetzt habe er "einen Riesensaison" hinter sich und sei "ein tolles Beispiel für das, was alles möglich ist, wenn immer wieder bereit ist zu arbeiten."

AZ/WAZ-Sportchef Andreas Pahlmann und Lenny Nero vom Wölfe Radio Arena live über das 8:1 und die VfL-Saison
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Weghorst war der einzige Mehrfach-Torschütze beim 8:1 gegen Augsburg, die weiteren Treffer erzielten Robin Knoche, Daniel Ginczek, Elvis Rexhbecaj und Josip Brekalo. Am Ende war es dann ein Eigentor von Kevin Danso, der für den Rekord sogte. Denn mit dem 8:1 übertraf der VfL das 7:1 vom November 1998 gegen Mönchengladbach, das bisher der Rekordsieg war. Das letzte Mal, dass der VfL ein Liga-Spiel höher gewann, ist fast 33 Jahre her - es war ein 9:1 im Oktober 1986 in der damals drittklassigen Amateuroberliga Nord gegen Holstein Kiel. Als höchster Liga-Sieg aller Zeiten gilt nach wie vor ein 12:0-Sieg gegen Holzminden aus der Saison 1952/53.