10. Februar 2022 / 17:00 Uhr

„Bis die Spieler umfallen“: Lok Leipzigs Trainer Civa wütend über Spielansetzungen

„Bis die Spieler umfallen“: Lok Leipzigs Trainer Civa wütend über Spielansetzungen

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
GER, Fußball, Halbfinale, Sachsenpokal, 1. FC Lokomotive (Lok) Leipzig vs SG Dynamo Dresden, 19.05.2021
Lok Trainer Almedin Civa
Almedin Civa befürchtet, dass vor allem die Stammspieler unter dem straffen Terminplan leiden werden. © https://www.sportbuzzer.de/verein/fsv-union-furstenwalde-002/6116100201501301-002/
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Fünf Spiele innerhalb von 14 Tagen: Lok-Trainer Almedin Civa tobt, macht sich Sorgen um seine Spieler und nennt die Ansetzungen "unbegreiflich". Immerhin ist der jüngst trotz Verletzung verpflichtete Osman Atilgan genesen und kommt für das Spiel gegen Fürstenwalde "für ein paar Minuten" in Frage.

Leipzig. Der Vulkan Almedin Civa ist ausgebrochen. Der jüngste verbale Lavastrom des Trainers von Lok Leipzig ergoss sich über dem Nordostdeutschen Fußballverband. Auslöser der Eruption sind die Ansetzungen der kommenden zwei Wochen. Lok muss binnen 14 Tagen fünf Spiele bestreiten. Der coachende Sportdirektor schäumt vor der Partie am Sonnabend gegen Fürstenwalde.

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„Die Spieler sollen spielen, bis sie eben umkippen. Das ist immer noch die Regionalliga, wir haben keinen Kader mit 26 bis 30 Mann. Ich mache mir Sorgen um meine Spieler“, sagte Civa während der Pressekonferenz am Donnerstag.

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Die zuletzt ausgefallene Partie bei Tennis Borussia Berlin wird bereits am 26. Februar nachgeholt. Das Terminkorsett schnürt sich zusammen. „Ich kann das nicht verstehen. Zuletzt hat es schon Energie Cottbus getroffen und jetzt uns. Der Verband ist offenbar immer noch nicht in der Pandemie angekommen, wo es auf gegenseitige Rücksicht ankommt“, so Civa.

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Zwischen Duldung und Wut

Der zuständige Spielleiter Wilfried Riemer kann die Aufregung eher weniger nachvollziehen. „Zwei englische Wochen sind ganz normal, nichts besonderes und absolut zumutbar. Wir müssen ja mit noch mehr Nachholern rechnen, sei es wegen Corona oder wetterbedingt.“

Allerdings: Nach dem engen Takt im Februar folgen im März laut derzeitigem Plan lediglich drei Regionalliga-Partien für Lok. Das ficht Riemer nicht an. „Warten wir mal ab, was noch kommt. Wir haben bis jetzt mit unseren Ansetzungen immer richtig gelegen.“ Civa schwankt derweil zwischen Duldung und Wut: „Ich kann die Angst vom Verband verstehen. Trotzdem finde ich das unbegreiflich, weil noch genug Zeit ist. Am Ende leiden die Spieler. Bei uns müssen die absoluten Leistungsträger immer spielen, es geht ja auch um Erfolg.“

„Bringt viel Tempo mit“

Angesichts der Breitseite des Sportdirektors ging fast ein bisschen unter, dass der jüngst verpflichtete Osman Atilgan bereits fit für die Partie gegen Fürstenwalde ist. Der 22-jährige Offensivmann war trotz einer Fußverletzung von den Probstheidaern unter Vertrag genommen worden und wird nun erstmals im Kader stehen. „Für ein paar Minuten“ kommt er laut Civa in Frage. „Er ist ein Glücksfall für uns, bringt viel Tempo mit und hat keinen Druck.“

All das wird es brauchen gegen die abstiegskämpfenden Gäste. Atilgan jedenfalls scheint bereit für große Taten in kurzer Zeit. „Ich will mit der Mannschaft am liebsten den ersten Platz belegen und in die 3. Liga aufsteigen.“ Mit diesem Optimismus und angesichts des Terminkalenders spielt er vielleicht bald mehr als nur ein paar Minuten.

1500 Karten hat Lok für die Fürstenwalde-Partie bislang verkauft, rechnet am Samstag mit etwa 2000 Fans. 3080 Zuschauer sind unter den derzeit gültigen Corona- Bestimmungen im Bruno-Plache- Stadion zugelassen.