24. Oktober 2020 / 16:02 Uhr

Bitter: Dynamo Dresden kassiert in Unterzahl 0:1-Pleite in Ingolstadt

Bitter: Dynamo Dresden kassiert in Unterzahl 0:1-Pleite in Ingolstadt

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Ingolstadt, 24.10.2020, Audi-Sportpark, Fußball, Männer, 3. Liga, 7. Spieltag ,   
FC Ingolsadt 04 - SG Dynamo Dresden ,    
Im Bild v.l.: Agyemang Diawusie (11, Dresden) und Thomas Keller (27, Ingolstadt) , 
Foto: PICTURE POINT / Gabor Krieg ,
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Dynamo Dresdens Agyemang Diawusie im Laufduell mit Ingolstadts Thomas Keller. © Picture Point
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Eine frühe Rote Karte gegen Max Kulke und ein Elfmeter-Treffer des Ex-Dynamos Stefan Kutschke bescherte den Elbestädtern die zweite Niederlage in Folge. Nun muss sich das Team von Trainer Markus Kauczinski wieder sammeln um wieder in die Erfolgsspur zu finden. 

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Ingolstadt. Dynamo Dresden hat die zweite Pleite in Folge kassiert. Beim FC Ingolstadt verloren die Schwarz-Gelben am Sonnabendnachmittag mit 0:1 (0:1). Wie zuletzt so häufig, konnte die SGD erneut ein Auswärtsspiel nicht zu elft beenden. Vor leeren Rängen im Audi-Sportpark flog Kulke wegen einer Notbremse an Ex-Dynamo Kutschke vom Platz (3.) – sehr fragwürdige Entscheidung. Und der Gefoulte verwandelte den fälligen Elfmeter selbst (5.). Danach lief Dynamo bis zum Abpfiff dem Rückstand hinterher.

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Trainer Markus Kauczinski ließ am Ende der Englischen Woche rotieren und nahm im Vergleich zur 1:2-Pleite gegen Zwickau fünf Startelfänderungen vor. Zwei davon waren verletzungsbedingt: Für die beiden Außenverteidiger Chris Löwe (Außenbandriss) und Robin Becker (Oberschenkelprobleme) liefen Jonathan Meier und Max Kulke auf. Zudem brachte Markus Kauczinski für Vlachodimos, Will und Weihrauch die frischen Kräfte Königsdörffer, Kade und Stefaniak – für die beiden letzteren war es das Startelfdebüt in dieser Saison.

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Zweite Niederlage in Serie: Die SG Dynamo Dresden verlor beim FC Ingolstadt mit 0:1. Zur Galerie
Zweite Niederlage in Serie: Die SG Dynamo Dresden verlor beim FC Ingolstadt mit 0:1. ©

Der Start erinnerte an den Beginn in Lübeck, nur unter umgekehrten Vorzeichen: Diesmal gab es eine extrem frühe Karte nicht gegen den Gegner, sondern gegen Dynamo. Ausgangspunkt war ein Fehlabspiel von Kevin Broll, das Filip Bilbija abfing und Stefan Kutschke schickte. Der drang in den Strafraum ein, Max Kulke versuchte ihn am Abschluss zu hindern, traf aber nur den „Schanzer“-Kapitän und nicht den Ball.

Früher Schock für Dynamo

Die Folge: Elfmeter für die Oberbayern – und zum Entsetzen der Gäste zeigte Schiedsrichter Martin Thomsen dem Dresdner die Rote Karte! Eine sehr harte, wenn nicht sogar falsche Entscheidung! Kulke war zwar letzter Mann, hatte aber nicht die Absicht, die Notbremse zu ziehen, sondern berührte Kutschke im Zweikampf und versuchte, zum Ball zu gehen. Seit einer Regeländerung 2017 werden solche Fälle mit gelben Karten sanktioniert, um Doppelbestrafungen zu vermeiden.

Den fälligen Elfer verwandelte Kutschke sicher und verzichtete als gebürtiger Dresdner auf den Jubel – Broll konnte seinen Fehler nicht wiedergutmachen (5.). Viel schlimmer aber war, dass Dynamo die folgenden 85 Minuten in Unterzahl verbringen musste. Ransford Königsdörffer, eigentlich vorn links aufgeboten, rückte auf die Rechtsverteidigerposition. Offensiv hatten die Dresdner damit nun einen Mann weniger. Das Spiel war durch die Entscheidung des Referees ein anderes.

Ingolstadt bleibt spielbestimmend

Ingolstadt übernahm die Initiative in der Partie, ließ Dynamo laufen. Pech für Dynamo: Der Unparteiische übersah ein Foul gegen Diawusie an der Strafraumgrenze (17.). Glück dann allerdings in der nächsten Szene: Jonathan Meier konnte einen Ball nicht klären und ließ eine Flanke auf Kutschke zu. Einen Abpraller nach dessen Kopfball schoss Kaya ein, doch das Schiedsrichtergespann entschied sofort auf Abseits. Korrekt!

Während sich die beiden Kapitäne Mai und Kutschke, zwei alte Dresdner, ein ums andere Mal teils hitzige Zweikämpfe mit Haken und Ösen lieferten, musste Broll hinten mehrfach sein ganzes Können aufbieten: Erst wehrte er Niskanens guten Versuch ab (28.), dann war er im kurzen Eck gegen Schröck zur Stelle – auf Kosten eines Eckballs, der der Heimelf nichts einbrachte (32.).

Die Sportgemeinschaft kämpfte sich aber rein in die Partie, auch wenn hinten die eine oder andere haarige Situation zu überstehen war. So flog Niskanens Schlenzer recht knapp am Pfosten vorbei (42.). Vorn blieb die Kauczinski-Elf gegen die personelle Ingolstädter Übermacht aber chancenlos. Auch die Standards kamen nicht durch. Kurz vorm Pausenpfiff hatte Diawusie dann Glück, als der Referee seine freche Schwalbe übersah.

Stefaniak vergibt Ausgleichschance für Schwarz-Gelb

Im zweiten Durchgang neutralisierten sich beide Mannschaften zunächst. Der einzige Wechsel in der Pause betraf Dynamos Sturmspitze: Daferner kam für den chancenlos gebliebenen Hosiner – und holte sich gleich erst mal die Gelbe Karte ab (53.). In der 63. Minute gab Stefaniak aus reichlich zehn Metern den ersten gefährlichen Torschuss der Dresdner ab, doch der war deutlich zu hoch angesetzt und rauschte über das Tor des ansonsten recht beschäftigungslosen FCI-Keepers Fabijan Buntic.

Wenig später hätte Dynamo fast von einem Fehler Buntics profitiert: Bei einem weiten Ball von Knipping in die Spitze kam der Torwart, irritiert von Daferner, nicht an den Ball. Der sprang nur Zentimeter außen am rechten Pfosten vorbei (66.). Das hätte mit etwas Fortune sogar der Ausgleich sein können. Nun war Dynamo trotz Unterzahl gleichwertig, denn die Ingolstädter Strategie, die SGD totzuspielen, zahlte sich nicht aus.

Kutschke verpasst nur knapp die Entscheidung

Allerdings hätte auch Ingolstadt das zweite Tor nachlegen können. Kutschkes Direktabnahme (70.) verfehlte das Gehäuse äußerst knapp. In dieser Phase zogen die Gäste aus Sachsen auch wieder einige Standards durch Ecken und Freistöße, die Stefaniak in den Strafraum brachte – allerdings wurden alle abgewehrt. Am gefährlichsten war Stefaniaks direkter Freistoß (78.), den Marcel Gaus auf der Linie aus der Gefahrenzone köpfte.

Eine Minute später dann ein echter Aufreger: Heinloth hatte beim Kopbfball-Zweikampf im Strafraum gegen Stefaniak den Arm ausgefahren und traf den Dresdner im Gesicht. Doch Thomsens Pfeife blieb diesmal stumm. Die Ingolstädter hätten sich über einen Elfmeter nicht beschweren dürfen (79.).

Letzte Dresdner Offensivbemühungen bleiben ohne Erfolg

Offensiv zog Kauczinski nun seine letzten Optionen: Zuerst brachte er Patrick Weihrauch für den defensiveren Mittelfeldmann Yannick Stark (83.), kurz darauf noch Panagiotis Vlachodimos für Marvin Stefaniak (87.). Auch Innenverteidiger Sebastian Mai schaltete sich ganz vorn mit ein, zuletzt kam sogar Keeper Kevin Broll für einen Freistoß mit nach vorn. Doch es brachte nichts mehr. Nach die Minuten Nachspielzeit war Schluss.

Mit der zweiten Niederlage in Folge ist Dynamo klar auf dem absteigenden Ast, auch wenn der Schiedsrichter eine Aktie am Ausgang dieser Partie hatte. Trainer Markus Kauczinski muss sich nun etwas einfallen lassen, wie er seine Elf schnell wieder auf Erfolgskurs bringt.